Rhynern gewinnt knapp, aber verdient gegen TuS Ennepetal

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Die Entscheidung: Felix Bechtold trifft per Elfmeter zum 1:0-Sieg für Rhynern.

HAMM - Philipp Hanke bewegte sich einfach nicht. Gerade war er elfmeterreif gefoult worden. Doch obwohl der 22-Jährige vorher von Trainer Björn Mehnert als Schütze auserkoren worden war, machte er keine Anstalten, den Strafstoß auszuführen. Also schnappte sich Felix Bechtold in der 86. Minute das Leder, verwandelte sicher und sorgte damit für den hauchdünnen 1:0 (0:0)-Sieg des SV Westfalia Rhynern im Heimspiel der Fußball-Oberliga gegen den TuS Ennepetal.

Von Patrick Droste

„Eigentlich stand ja Hanke auf dem Zettel. Aber als er nicht wollte, musste ich eben. Ich war schon ein bisschen nervös. Und dann habe ich ihn reingeknallt“, sagte Bechtold wenig später, als der glückliche Erfolg feststand und die Westfalia den Rückstand auf das Führungsduo RW Ahlen und TuS Erndtebrück verkürzt hatte – eine Tatsache, die Trainer Björn Mehnert unglaublich zu motivieren schien. „Wir sind bereit für mehr. Und wir sind jetzt bereit, an unsere Grenzen zu gehen“, meinte der Coach. „Dieser Erfolg gibt uns richtig Auftrieb.“

Das taten die Rhyneraner gegen den diszipliniert und taktisch clever verteidigenden TuS Ennepetal lange Zeit nicht. Zwar bemühten sich die Platzherren, waren auch die optisch überlegene Mannschaft. Allerdings waren die Aktionen der Westfalia nicht zwingend genug. „Bis zur 60. Minute haben wir keine Lösungen gefunden“, analysierte Mehnert.

Mehnert bleibt Trainer

Es ist wie immer eine Unterschrift unter Vorbehalt. Zwar hat Björn Mehnert seine Zusage gegeben, auch in der kommenden Saison als Trainer beim SV Westfalia Rhynern zu trainieren. Aber ein kleines Hintertürchen hat sich der 38-Jährige auch in diesem Jahr wieder offengelassen. „Es gibt die Option, dass ich von dem Vertrag zurücktreten kann, wenn ich von einem höherklassigen Verein ein Angebot bekomme. Es ist aber nicht so, dass ich aktiv suche“, sagte Mehnert.

Rhynerns Fußball-Abteilungsleiter Dirk Neumann zeigte sich hochzufrieden über die Zusage, hatte auch großes Verständnis für die Ausstiegsklausel. „Wenn Björn höherklassig trainieren könnte, wollen wir ihm keine Steine in den Weg legen“, sagte Neumann. „Aber wir gehen fest davon aus, dass er hier bleibt. Denn die Zusammenarbeit mit ihm ist sehr vertrauensvoll, mit ihm geht alles Hand in Hand.“

Die komplette Geschichte lesen Sie am Montag im Westfälischen Anzeiger.

Die Folge war eine erste Halbzeit mit wenigen Höhepunkten und kaum gefährlichen Torszenen. Lediglich Hanke tauchte in der zwölften Minute einmal vor dem Gehäuse der Gäste auf, doch aus spitzem Winkel scheiterte der Angreifer an Ennepetals Torwart Marvin Weusthoff.

Zur Halbzeit reagierte Mehnert auf die harmlose Leistung seiner Schützlinge, brachte für den jungen Jannik Kastner den körperlich deutlich robusteren Matteo Fichera. Und so dauerte es nicht allzu lange, bis die Rhyneraner für deutlich mehr Gefahr sorgten und auf den Führungstreffer drängten. Die erste Möglichkeit hatte Felix Bechtold auf dem Fuß. Doch nach guter Vorarbeit von Markus Maier und Hanke zielte er über das Tor des TuS (66.). In der 77. Minute zeigte dann Weusthoff erneut sein Können, als er einen Schuss von Fichera, der von Hanke bedient worden war, aus kurzer Distanz parierte. Nachdem dann Charles Atsina die beste Möglichkeit der Gäste ausgelassen hatte – sein Schuss war knapp am langen Pfosten vorbeigegangen (82.) –, war es erneut Hanke, der am Ennepetaler scheiterte. Zuerst hatte er seinen Gegenspieler Florian Gerding ins Leere laufen lassen, dann seinen Schuss wehrte Weusthoff wiederum ab (84.). Als Hanke dann zwei Minuten später erneut zu einem seiner Sololäufe startete, holte ihn Björn Sobotzki von den Beinen, und Schiedsrichter Benjamin Schäfer entschied sofort auf Strafstoß, den Bechtold zum 1:0-Sieg verwandelte. In der 90. Minute hatte Fichera sogar noch den zweiten Treffer auf dem Fuß, doch erneut fand er in Weusthoff seinen Meister.

„Ich glaube nicht, dass wir noch einmal zurückgekommen wären, wenn Ennepetal durch die gute Chance von Atsina das 1:0 gemacht hätte. Da hatten wir ein bisschen Glück. Aber so muss muss man sagen, dass diese Siege mit einem späten Tor die geilsten sind“, frohlockte ein zufriedener Mehnert, der für Hanke einmal mehr ein Sonderlob parat hatte: „Wenn man vorher zwei Chancen auslässt und trotzdem den Kopf nicht hängen lässt, sondern immer wieder versucht, Richtung Tor zu gehen, dann ist das klasse. Dann hat man sich diesen Elfmeter auch verdient, zumal der Strafstoß ja auch völlig klar war.“

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