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Westfalia Rhynern: Die Angst vor dem nächsten Elfmeter

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Von: Patrick Droste

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Gegen Rot Weiss Ahlen verschoss Hakan Sezer den Elfmeter. Am Sonntag soll er aber wieder antreten.
Gegen Rot Weiss Ahlen verschoss Hakan Sezer den Elfmeter. Am Sonntag soll er aber wieder antreten. © Reiner Mroß

Sechsmal hat Fußball-Oberligist Westfalia Rhynern zuletzt vom Elfmeterpunkt nicht getroffen. Wer vom Punkt schießt, sollte es am Sonntag beim TuS Haltern einen Strafstoß für die Westfalia geben, hat Trainer Michael Kaminski bereits entschieden.

Hamm – „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ heißt eine bekannte Erzählung des österreichischen Schriftstellers Peter Handke aus dem Jahr 1970. Beim Fußball-Oberligisten Westfalia Rhynern haben aber nicht die Torhüter Bammel vor einem Strafstoß, sondern offensichtlich die Schützen. Denn eingerechnet der drei vergebenen „Elfer“ im Kreispokal beim TuS Wiescherhöfen hat die Elf vom Papenloh in dieser Saison bereits sechsmal die Chance vertan, vom Elfmeterpunkt zu treffen – zuletzt am vergangenen Sonntag in der Nachspielzeit bei der 1:2-Niederlage in Gütersloh, als Patrick Franke an der Latte scheiterte. „Eigentlich müssten wir im Training nur das Schießen von Strafstößen üben“, sagt Rhynerns Trainer Michael Kaminski vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den TuS Haltern (15 Uhr).

Der etatmäßige Schütze Lennard Kleine ist verletzt

Jahrelang war Lennard Kleine nicht nur der gesetzte, sondern auch ein überaus sicherer Schütze, wenn der Schiedsrichter auf den Punkt gezeigt hatte. Doch seitdem der Angreifer aufgrund seines Patellasehnenrisses ausfällt, haben sich schon Hakan Sezer (im Pokal gegen RW Ahlen), Gianluca Di Vinti (bei der TSG Sprockhövel) und eben Franke erfolglos daran versucht, ähnlich eiskalt wie Kleine zu sein. „Das ist natürlich nicht leicht, wenn man wie in Gütersloh in der Nachspielzeit einen Elfmeter zugesprochen bekommt, 700 Leute gegen einen pfeifen und man weiß, dass der reingehen muss, weil man danach keine zweite Chance mehr bekommt“, hat Mannschaftskapitän Michael Wiese durchaus Verständnis dafür, dass man Nerven zeigen kann. Er selbst würde auch Verantwortung übernehmen und zum Elfmeter antreten, lässt aber lieber den Mitspielern den Vorzug, die im Toreschießen geübter sind als er: „Eigentlich ist ein Strafstoß eine super Chance, um ein Tor zu erzielen. Aber wenn es so einfach wäre, würden alle Elfer reingehen. Wir haben leider irgendwie eine Pechsträhne“, sagt Wiese. „Ich würde auch schießen. Aber ich denke, wir haben Spieler, die sind dafür mehr prädestiniert. Und solange es bei uns Jungs gibt, die schießen wollen, sollen dies es machen. Die treffen besser als derjenige, der nicht antreten will, es aber machen soll.“

In Gütersloh hatte Kaminski vor der Partie gefragt, wer im Fall der Fälle Verantwortung übernehmen würde. Patrick Franke hatte sich gemeldet und den Strafstoß nach dem Foul an Michael Wiese eigentlich auch gut geschossen. Aber eben nicht gut genug, der Ball landete an der Unterkante der Latte. „Ich mache da niemandem einen Vorwurf. Aber letztlich ist es schon ärgerlich, es waren immer entscheidende Situationen. In Sprockhövel hätten wir das Spiel noch drehen können, wenn der Elfer beim Stand von 1:2 reingeht. Gegen Ahlen hätten wir im Westfalenpokal genauso wie in Wiescherhöfen im Kreispokal weiterkommen können. Und in Gütersloh hätten wir einen Punkt mitnehmen können“, sagt Kaminski, der sich für die Partie am Sonntag aber bereits festgelegt hat, wer den Elfmeter schießen soll. „Hakan wird es machen. Er hat zwar gegen Ahlen verschossen, aber er ist ein erfahrener Spieler. Zweiter Schütze wird Eduard Probst sein. Er hat derzeit einen guten Lauf und daher genug Selbstvertrauen. Ich mache mir da keine Sorgen. Wir werden den nächsten schon reinmachen.“

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