Westfalia Rhynern bleibt in der Fußball-NRW-Liga

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Rhynerns Erdal Kaleoglu

HAMM - [Update 17:44 Uhr] Anzeichen hatte es in den vergangenen Tagen wahrlich genug gegeben. Doch nun haben sie sich zur Gewissheit verdichtet: Der SV Westfalia Rhynern darf für ein weiteres Jahr in der Fußball-NRW-Liga planen.

Der sportlich aus der fünfthöchsten Klasse abgestiegene Klub vom Papenloh hat den Klassenerhalt am grünen Tisch geschafft, profitiert vom Verzicht des Vizemeisters TSV Germania Windeck auf sein Startrecht in der NRW-Liga. Der Klub hat die zuvor gegenüber Medien geäußerte Rückzugs-Ankündigung nun auch offiziell dem Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) mitgeteilt. Dieser wiederum erklärt nun wörtlich auf seiner Homepage: „Vom Rückzug des TSV Germania Windeck profitiert SV Westfalia Rhynern. Der Klub aus Westfalen hatte zwar sportlich den Klassenverbleib verpasst, darf sich aber nun auf ein weiteres Jahr in der NRW-Liga freuen.“ Weder Staffelleiter Reinhold Spohn noch Peter Pachur von der Abteilung WFLV-Spielbetrieb waren für eine Stellungnahme erreichbar. Der Leiter des Verbands-Fußballausschusses, Heinz-Leopold Schneider, hält sich bedeckt, würde den absehbaren Zulassungsbescheid an Rhynern aber ohnehin erst vergeben, „wenn ich alles schriftlich habe“.

„Dann ist es ja wohl offiziell. Darauf sollte man sich doch verlassen können“, meint Trainer Björn Mehnert dennoch mit Blick auf das Vorpreschen des Verbandes. „Das freut mich riesig. Die Gegner sind für uns sehr interessant. Und die Liga eröffnet uns in sportlicher Hinsicht ganz andere Möglichkeiten“, jubelte er. Schließlich gibt es angesichts der bevorstehenden Abschaffung der Klasse keinen Absteiger. „Wir haben weniger Druck, weil wir die Qualifikation für die neue Oberliga sicher haben.“ Was den Rhyneranern angesichts des personellen Schnitts, den sie vollziehen, alles andere als ungelegen kommt. „Es wird trotz der Vorbereitung bis Oktober, November dauern, bis die Automatismen greifen“, erklärt Mehnert.

Kein Absteiger, kein Druck – also auch kein sportlicher Ehrgeiz? Diese Gleichung existiert für Mehnert nicht. „Die Jungs werden bestimmt nicht weniger arbeiten müssen“, grinst der Coach und fügt hinzu: „Man setzt sich doch auch eigene Ziele. Und unseres wird es bestimmt nicht sein, Letzter zu werden. Wir haben charakterlich Top-Leute, die sehr ehrgeizig sind.“ Den Eindruck hat auch Andreas Kersting und stößt deshalb ins gleiche Horn wie Mehnert. „Die Saison wird garantiert nicht abgeschenkt. Wir wollen eine Platzierung erreichen, die so hoch wie möglich ist, und den Leuten schönen Fußball bieten“, erklärt der Team-Manager und fügt mit Blick auf die „gesunde sportliche Rivalität“ mit der Hammer SpVg süffisant hinzu: „Damit sind wir immerhin auch weiter die Nummer eins in Hamm.“

Dass die Rhyneraner die Bedingungen für die NRW-Liga erfüllen, gilt als sicher. Die technisch-organisatorischen sowie die wirtschaftlichen Voraussetzungen haben sie offenkundig geschaffen – und das wohl problemlos. Laut einem Zeitungsbericht erhalten alle NRW-Liga-Klubs die Lizenz, die Westfalia soll gar der Kategorie eins zugeteilt worden sein, in der sich die Klubs befinden, die überhaupt keine Auflagen erhalten. „Wir stehen, was den Etat angeht, am Tabellenende der Liga. Aber wir wollen uns auch nicht mit Klubs wie dem KFC Uerdingen oder Viktoria Köln messen“, sagt Kersting. „Wir machen das, was wir können. Verrückte Dinge gibt es nicht, wir wirtschaften seriös. Das ist unser Weg. Und wenn der so eine Bestätigung bekommt, dann freut uns das sehr.“

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