WA-Fotograf bedroht und bespuckt

Westfalia Rhynern bezwingt Spitzenreiter Ahlen 2:1

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Thanh Tan Tran gab gestern schon früh Fingerzeige: Hier feiert er seinen Treffer zum 2:0 in der 17. Minute.

HAMM - Der SV Westfalia Rhynern hat das Aufstiegsrennen in der Fußball-Oberliga wieder spannend gemacht. Nach einem überaus intensiven Spiel vor 1200 Zuschauern am Papenloh setzten sich die Gastgeber gegen Spitzenreiter RW Ahlen mit 2:1 (2:1) durch und haben bei einem Spiel weniger nur noch einen Zähler Rückstand auf einen Aufstiegsplatz.

Von Patrick Droste

„Das war ein toller Kampf meiner Mannschaft. Jetzt sind wir mitten drin im Geschäft”, strahlte Rhynerns Trainer Björn Mehnert. Als schlechter Verlierer entpuppte sich dagegen Ahlens Coach Marco Antwerpen nach der Partie. Erst wurde er von Schiedsrichter Bastian Böhmer (Iserlohn) wegen Reklamierens von der Trainerbank verwiesen, dann wetterte er über den Rasen am Papenloh („Bei dem Platz zieht man sich ja schon einen Bänderriss zu, wenn man da nur drüber geht.”), ehe er vorzeitig das Trainergespräch mit Mehnert und Stadionsprecher Ralf Jägermann verließ.

WA-Fotograf attackiert

Auch wenn die Polizei am Mittwoch von einem friedlichen Fußballabend sprach, gab es doch einen Zwischenfall:

Als ein WA-Fotograf während der laufenden Partie ein Foto vom Fanblock von Rot-Weiß Ahlen machen wollte, wurde er von den Gästefans massiv bedroht und attackiert. Zunächst schlugen die Anhänger von RWA mit Fahnenstangen nach ihm, danach wurde der Fotograf auch bespuckt. Keine schöne Szene an einem ansonten erfreulich friedlichen Abend am Papenloh.

Mehnert hatte auf die gleiche Aufstellung gesetzt wie am Sonntag beim 1:0-Sieg über den TuS Ennepetal. Lediglich Thanh-Tan Tran, dessen Rotsperre abgelaufen war, ersetzte als Spitze den jungen Jannick Kastner. Und Tran stand gleich im Mittelpunkt der turbulenten Anfangsphase. In der siebten Minute wollte Hanke seinen Sturmpartner bedienen, doch Yannick Langesberg ging dazwischen und passte den Ball zu seinem Torwart zurück. Keeper Sören Stauder wollte das Leder wegschießen, trat aber über das Spielgerät, das zum 1:0 ins Netz kullerte (7.). “Natürlich ist der Platz nicht gut. Aber es müssen beiden Mannschaften darauf spielen. Daher sage ich meinen Jungs auch immer, sie sollen den Keeper seitlich neben dem Tor anspielen”, erklärte Mehnert.

Dieser kuriose Treffer gab den Platzherren großen Auftrieb, sie bestimmten vor der tollen Kulisse das Geschehen und kamen sogar zum 2:0. Nach einem Einwurf von Michael Wiese und einer Kopfballverlängerung stand Tran ganz alleine am langen Pfosten und nickte unbehindert ein (17.). “Ich habe mich da mal hingeschlichen”, grinste der Torschütze nach der Partie. Nach dem Rückstand schüttelten sich die Ahlener, die auf den an der Hüfte verletzten Ex-HSVer Daniel Schaffer verzichten mussten, einmal kurz und nahmen im Stile eines Tabellenführers das Heft in die Hand. So entwickelte sich ein Spitzenspiel, das in dieser Phase dieser Bezeichnung gerecht wurde. Die Akteure beider Mannschaften kämpften um jeden Zentimeter auf dem Platz, nahmen immer wieder die Zweikämpfe an und legten ein enorm hohes Tempo vor. Verdienter Lohn der Ahlener Bemühungen war in der 26. Minute der 2:1-Anschlusstreffer.

Live-Ticker

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Nach einer Ecke verlängerte Aygün Yildirim den Ball zu Damir Ivancicevic. Und der Torjäger der Gäste stand wieder einmal goldrichtig und drückte das Leder über die Linie. Anschließend übernahmen die Gäste zwar die Regie, doch die Rhyneraner blieben durch ihre Konter immer gefährlich. So wie in der 34. Minute durch einen Fernschuss von Markus Maier. Und wie in der 41. Minute, als Jan Apolinarski über das Tor der Ahlener zielte.

Die Bilder vom Spiel Rhynern gegen Ahlen

Westfalia Rhynern - RW Ahlen 2:1

Nach dem Wechsel verflachte die Partie ein wenig, blieb aber weiter intensiv. Aus dem Spiel heraus kamen die Gäste kaum zu guten Chancen, weil Rhynern hoch verteidigte und die Gäste von der gefährlichen Zone fernhielt. Nach Freistößen und Ecken brannte es dagegen immer wieder lichterloh im Strafraum der Platzherrn. “Mit ihren Standards waren die Ahlener brutal gefährlich”, meinte Mehnert und hatte dabei vor allem den Kopfball von Timo Achenbach vor Augen, der am Pfosten landete (87.). Letztlich aber brachten die Rhyneraner den Erfolg mit viel Geschick und Glück über die Zeit und dürfen nun mehr denn je vom Aufstieg in die Regionalliga träumen. “Wer hier von einem unverdienten Erfolg spricht, hat das Spiel nicht gesehen, unsere Jungs haben sich das richtig erarbeitet. Ahlen fiel aus dem Spiel heraus nicht viel ein”, resümierte Mehnert. Und Mannschaftskapitän Dustin Wurst fügte letztlich hinzu: „Das hat richtig Bock gemacht.”

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