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Herber Verlust für die HSV

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Von: Patrick Droste

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Kapitaenn Philipp Grodowski wird in dieser Saison nicht mehr für die HSV spielen.
Kapitän Philipp Grodowski wird in dieser Saison nicht mehr für die HSV spielen. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Bittere Nachricht für die Hammer SpVg: Mannschaftskapitän Philipp Grodowski wird auf absehbare Zeit nicht mehr Fußball spielen können und dem Team von Trainer Heiko Hofmann in der kommenden Saison in der Fußball-Westfalenliga auf dem Feld nicht zur Verfügung stehen.

Hamm – „Als ich die Diagnose erfahren habe, musste ich schon gegen die Tränen ankämpfen“, sagt der 27-Jährige, der in seinem rechten Knie einen Knorpelschaden vierten Grades und eine Knochenentzündung erlitten hat und unter großen Schmerzen leidet. „Das Knie ist instabil. Und es fühlt sich an, als würde da jemand ein Messer reinrammen.“

Vor drei Jahren hatte Grodowoski während seiner Zeit beim Bezirksligisten SVE Heessen einen Kreuzbandriss erlitten. In diesem Jahr musste er sich dann Ende März einer Meniskusoperation unterziehen, weil er nur noch mit Hilfe von Schmerztabletten Sport treiben konnte. „Anschließend habe ich wohl zu früh wieder mit der Arbeit angefangen“, sagt Grodowski. „Und das ist wohl der Grund, warum ich jetzt diese Probleme habe.“

Mehrere Operationen drohen

Der Defensivspezialist will nun verschiedene Kniespezialisten aufsuchen, sich deren Meinung anhören und dann entscheiden, wie es weiter geht. Aber so wie es schon jetzt ausschaut, wird er um mehrere Operationen nicht herum kommen.

„Ob ich danach überhaupt und wenn ja, auf diesem Niveau spielen kann, weiß aber niemand“, sagt er und fügt gefrustet hinzu: „So etwas wünscht man keinem Sportler. Vor allem nicht in so jungen Jahren. Das tut schon sehr weh, das zu verarbeiten.“

Der Hammer SpVg fehlt damit auf dem Feld ein immens wichtiger Spieler, der mit seiner Erfahrung eigentlich dabei helfen sollte, dass sich die HSV nach dem Abstieg schnell in der Westfalenliga zurecht findet. „Das ist ein herber Rückschlag für uns“, gibt Holger Wortmann, der Sportliche Leiter, unumwunden zu.

Ab sofort als Co-Trainer tätig

Allerdings wird Grodowski der HSV nicht verloren gehen, sondern in einer anderen Funktion weiter zur Verfügung stehen. Denn Anfang der Vorbereitung war der bisherige Co-Trainer Richard Jankowski auf die Verantwortlichen zugekommen und hatte um Auflösung seines Vertrages gebeten, weil ihm der zeitliche Aufwand, mehrmals in der Woche von seinem Wohnort Hattingen nach Hamm zu kommen, zu groß geworden war. „Dieser Bitte sind wir nachgekommen“, sagt Wortmann. Und als Nachfolger von Jankowski wird Grodowski fungieren und neben „Mano“ und Marco Zielinski zum Trainerteam von Chefcoach Heiko Hofmann gehören. „Gro hatte vorher schon mal Interesse an einem Trainerjob gehabt und gefragt, ob er im Jugendbereich bei uns tätig werden kann. Als Richie uns dann gesagt hat, er könne das bei uns nicht weiter machen, haben wir entschieden, Gro diese Chance zu geben“, erklärt Wortmann. „Er kann in dieser Rolle seine Erfahrung weiter geben und ist weiter präsent bei uns in der Kabine.“

Grodowski musste nicht lange überlegen, als ihm die HSV das Angebot unterbreitete. „Ich kann dem Verein nur dankbar sein, wie er mich unterstützt“, sagt er. „So weh mir es tut, vorerst nicht weiter spielen zu können, so viel Bock habe ich auf diese neue Aufgabe und auf die Möglichkeit, der Mannschaft aus einer ganz neuen Perspektive zu helfen.“

Den nötigen Respekt gezeigt

Bereits in dieser Woche hatte er, da Hofmann wie frühzeitig geplant im Urlaub am Gardasee weilte, das Training geleitet – und dabei eine Menge Spaß gehabt: „Das ist natürlich alles in Absprache mit Heiko geschehen“, betont er. „Beide Seiten müssen sich erst noch an diese neue Konstellation gewöhnen. Aber die Jungs haben mir gegenüber den nötigen Respekt gezeigt. Und ich habe es genossen, da Verantwortung zu übernehmen.“

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