Handball

Jan Wesemann schafft den Sprung zur neuen Nummer zwei des ASV

Jan Wesemann rückt in den Zweitliga-Kader.
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Jan Wesemann rückt in den Zweitliga-Kader.

Jan Wesemann nimmt zur kommenden Saison den Platz hinter Stamm-Torwart Felix Storbeck beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen ein. Der 21-Jährige hat klare Ziele.

Hamm - Ein Telefon-Meeting mit dem Team, ein paar Kollegen beim Laufen treffen – viel mehr Kontakt hatte Jan Wesemann coronabedingt in den vergangenen Wochen nicht zu seinen Mannschaftskollegen beim ASV Hamm-Westfalen. Um so mehr freute sich der Torhüter, als es in der vergangenen Woche ein Treffen der Spieler des Handball-Zweitligisten gab, bei dem im kleinen Kreis die scheidenden Akteure verabschiedet wurden. „Das tat sehr gut, sich einfach mal zusammenzusetzen, zu quatschen und zusammen ein Bier zu trinken“, sagt der 21-Jährige, der gerade seine Unterschrift unter seinen neuen Vertrag gesetzt hat, durch den er ab der kommenden Saison fest zum Kader der ersten Mannschaft gehören wird. „Ansonsten bin ich zurzeit eher zuhause bei meinen Eltern in Münster.“

Schon vor der Corona-Krise waren sich Wesemann und die ASV-Geschäftsführung eigentlich darüber einig geworden, dass der Nachwuchsmann künftig den zweiten Torhüterplatz neben Felix Storbeck im Zweitligakader einnehmen wird. Dass es erst jetzt zur Unterschrift gekommen ist, liegt daran, dass „noch ein, zwei Einzelheiten zu besprechen waren, die mein Berater und ich gerne im Vertrag haben wollten“, sagt Wesemann. „Aber eigentlich sind wir uns schnell einig geworden. Jetzt freue ich mich auf die Aufgabe.“

Schon dreimal in der Woche mit dem Team trainiert

Zumal der Sprung in den Zweitligakader bereits vor zwei Jahren sein erklärtes Ziel gewesen ist, als er aus der Jugend des TuS N-Lübbecke zum ASV gewechselt ist, um dort für das Oberligateam zwischen den Pfosten zu stehen. „Ich bin in der Hoffnung hergekommen, mich oben anbieten zu können. Dass es geklappt hat, ist super“, sagt Wesemann. „Die Leistung hat gepasst. Dann war es nur noch die Frage, ob der ASV mit Oli Krechel weitermachen wollte oder nicht.“ 

Dreimal in der Woche hat Wesemann in der Vergangenheit bereits mit dem Zweitliga-Team trainiert. Entsprechend leicht dürfte ihm die Eingliederung fallen, wenn das Training wieder losgeht. Mit Linksaußen Alex Rubino Fernandez, der wie Wesemann künftig fest zum Kader der ersten Mannschaft gehören wird, lebt er in Hamm in einer Wohngemeinschaft, studiert hier zudem Sport- und Gesundheitstechnik. Dass er die klare Nummer zwei hinter Storbeck ist, der in der abgebrochenen Saison die besten Torhüterwerte der gesamten Liga aufwies, ist dem Münsteraner bewusst. „Klar, dass Felix die Nummer eins ist“, sagt er. „Ich komme aus der zweiten Mannschaft, habe keine Zweitligaerfahrung. Aber wenn ich die Chance bekomme, versuche ich zu zeigen, was ich kann und mich zu beweisen.“

Dressel traut Wesemann den Sprung zu

Franz Dressel traut ihm durchaus zu, sich zu etablieren. „Jan hat in der zweiten Mannschaft bewiesen, dass er durchaus das Potenzial hat, zwei Klassen höher zu spielen“, sagt der ASV-Geschäftsführer, der die starke Saison der Reserve, die im Aufstieg in die 3. Liga gipfelte, auch als Referenz für Wesemannn sieht. Dass sich der 21-Jährige für den Handballsport entschieden hat, ist einem Flyer in der Schule im Münsteraner Stadtteil Kinderhaus zu verdanken, auf den Wesemann aufmerksam geworden ist. „Ich habe vorher Fußball gespielt, war beim Judo und habe geturnt“, erinnert er sich. „Aber das wollte ich ausprobieren. Erst danach habe ich von meinem Vater erfahren, dass er früher selbst Handball gespielt hat – in der ersten Mannschaft des TV Emsdetten.“

Die Unterstützung durch die Eltern war ihm von Beginn an sicher. Denn nach dem Start bei Westfalia Kinderhaus folgte schnell der Wechsel zu Sparta Münster, wo er in der Jugend mit dem Bruder von Jan von Boenigk zusammen gespielt hat, und der Sprung in die Westfalenauswahl. In der B-Jugend folgte er dem Ruf des TuS N-Lübbecke. Dort wohnte er drei Jahre lang in einer WG, spielte bis zur A-Jugend für den langjährigen Erstligisten, ehe dann die Anfrage aus Hamm kam. „Gerade das erste Jahr hier im Herrenbereich war sehr lehrreich für mich“, sagt der Keeper. „Es war wichtig, in den ersten beiden Jahren möglichst viel Praxis zu haben. Ich habe fortwährend gute Leistungen gebracht und der Mannschaft beim Aufstieg geholfen. Das war ein schöner Abschluss.“

Laufen und Krafttraining stehen an

Seine Leistung will er künftig weiter steigern – sobald er wieder mit der Mannschaft trainieren darf. „Ich möchte mich individuell weiterentwickeln“, weiß er, dass er beim Schritt nach oben „schon eine andere Rolle“ einnehmen wird. „Aber ich habe ein gutes Verhältnis zu „Störte“ und kann von ihm noch was lernen.“

Bis er wieder die Hand an den Ball bekommen wird, überbrückt er die Zeit mit Laufen und Krafttraining. „Ich bin gespannt, wann es wieder losgeht“, sagt er und hofft, dass das eher heute als morgen der Fall sein wird. Denn: „Gerade als Torwart ist das ein bisschen schwierig ohne Mitspieler – da brauchst du halt die Würfe.“

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