Ringen

Der KSV Werries stellt vorerst kein Team

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Der KSV Werries – hier Sebastian Grußdat – kann in der kommenden Saison keine Mannschaft stellen.

Mit Verstärkung der TuS Bönen hatte der KSV Werries zuletzt noch ein Ringer-Team stellen können. Jetzt sind die Bönener wieder in der Heimat - und die Hammer haben ein Problem.

Hamm - Im vergangenen Jahr war der KSV Werries noch ein Samariter für fünf Bönener Ringkämpfer. Denn als die TuS Bönen aufgrund von Personalmangel keine Ringermannschaft für die Bezirksliga Westfalen meldete, wechselten Matthäus Strzalka, Stephan Schwark, Fabian Kos, Marvin Manz und Fehmi Güney kurzerhand rüber zur Ligakonkurrenz nach Hamm. 

Inzwischen ist es genau umgekehrt. Die TuS Bönen bekommt sein Quintett zurück und freut sich darüber, wieder ein Team zu stellen. Derweil fallen die Abgänge beim KSV so stark ins Gewicht, dass der Verein vorerst keinen Mannschaftsbetrieb auf die Beine stellen kann.

Was „vorerst“ bedeutet, das ist in diesen Tagen noch unklar. „Wir wissen ja auch noch gar nicht, bis wann wir einen Kader melden müssten“, deutet KSV-Geschäftsführer Markus Balk auf die anhaltende Coronavirus-Krise, von der Ringer als Kontaktsportler immens betroffen sind. Die Zwangspause könne sich dort nämlich noch länger ziehen als in anderen Sportarten.

Akute Personalsorgen beim KSV

Trotzdem sind die akuten Personalprobleme der Hammer nicht wegzudiskutieren. „Bei uns sieht es schlecht aus. Wir können einige Gewichtsklassen gar nicht besetzen“, gewährt Dieter Grußdat einen Einblick. Der Vorsitzende bildet gemeinsam mit Balk das Trainergespann der ersten Mannschaft und hat daher einen guten Überblick über seine Rumpftruppe. „Für Wettkämpfe wäre das nicht zu verschmerzen. Wenn ich in jedem Fall schon mit 0:3 hinten liege, brauche ich doch auch gar nicht erst antreten“, betont Grußdat.

Dass die TuS Bönen wieder eine Mannschaft stellen würde, stand lange in den Sternen. Mit Strzalka, Schwark, Kos, Manz und Güney kehren nun fünf Gastkämpfer in die Gemeinde zurück, die quasi nach Hamm verliehen waren. „Allerdings hätten wir sie auch über dieses Jahr hinaus mit einplanen können, hätte Bönen kein Team zusammenbekommen“, verrät Balk. Denn bis zur Landesliga ist es möglich, Gastringer bei sich kämpfen zu lassen.

Vorerst ohne Mannschaftsbetrieb

Auffangen kann der KSV die Abgänge auch deshalb nicht, weil schon im vergangenen Jahr wichtige Ringer den Verein verlassen hatten: „Wir hatten noch mehrere Afghanen im Team, die uns hinterher weggekauft wurden“, berichtet Grußdat. Außerdem hätte eine Reihe an jungen Ringern sich dem Sport abgewandt.

„Deshalb melden wir erst einmal keinen Mannschaftsbetrieb“, erläutert der Vorsitzende. „Wir möchten auch keine Ringer von anderswo einkaufen“, ergänzt Grußdat. Schließlich würden Ringer mittlerweile auch schon die Hand nach etwas Zählbarem aufhalten.

Hoffnungen machen derweil die Erfahrungen aus dem Personalkarussell der vergangenen Jahre. „Hin und wieder kommen Leute auch zurück“, hofft Grußdat darauf, dass das Aussetzen vom Wettkampfbetrieb nicht mehr als eine Momentaufnahme ist.

Drei Neuzugänge im Winter

Sein Trainerkollege verweist zudem auf drei Neuzugänge aus dem Winter. „Die stehen allerdings noch ganz am Anfang. Wir müssen schauen, wann sie bereit sind für einen Wettkampf“, erklärt Balk. Da kommt es ungelegen, dass die Frischlinge sich aktuell nicht an einem reellen Gegner erproben dürfen. „Auch wenn das Trainingsteam des KSV Werries weiter bestehen bleibt, fügen wir uns natürlich den Auflagen“, kommentiert Grußdat das Kontaktverbot.

Fithalten müsse sich in dieser Zeit jeder individuell. „Ich persönlich habe früher mein Kampfgewicht immer gehalten“, setzt der Coach seinen Schützlingen die Maßgabe vor, mit Ausdauersport die Krisenzeit schadlos zu überstehen.

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