Wenig Bewegung in den Bezirksliga-Kadern

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Zurück nach Rhynern: Moritz Köhler (rechts).

Hamm - Der SVE Heessen hat die Winterpause im Fußball genutzt, um seinen Kader umzubauen. Mit einer Transferoffensive stemmt sich der Klub gegen den sofortigen Wiederabstieg in die Kreisliga A. Die anderen Hammer Bezirksligisten haben sich dagegen zurückgehalten und ihre Teams nur geringfügig verändert – ein Überblick.

Der SV Westfalia Rhynern II (2. Platz/30 Punkte) hat gezielt seine Innenverteidigung verstärkt. Nach einem Intermezzo beim Landesligisten SV Hilbeck kehrt Moritz Köhler zum Papenloh zurück, wo er bis zum Sommer spielte. Ebenfalls neu für die durch die Verletzung von Frederic Ebel ausgedünnte Abwehrzentrale kommt das Talent Jan Mantei vom Bezirksligisten Westfalia Wethmar. Er will sich unter Trainer Thomas Schneider für höhere Aufgaben empfehlen. Nicht mehr im Kader steht Mittelfeldspieler Julian Blume, den es zum Landesligisten SSV Mühlhausen zieht. Auf geradem Wege in die Landesliga ist auch der weit enteilte Bezirksliga-Spitzenreiter SpVg Beckum. „An den ran zu kommen, wird schwierig“, glaubt Rhynerns Co-Trainer Ralf Hettwer. „Unser Ziel ist der zweite Platz. Den gilt es zu verteidigen.“

Der Kader des TuS Germania Lohauserholz (6. Platz/25 Punkte) hat für die Restsaison an Breite eingebüßt. Torhüter Thomas Goeke (SG Bockum-Hövel), Rudi Bieche (SVE Heessen) und Andre Bockelbrink (Ziel unbekannt) haben den Verein verlassen, Neuzugänge gibt es nicht und sind auch nicht geplant. „Wir haben 18 Mann, das sollte reichen“, sagt Trainer Michael Scheffler. Vom Kampf um Platz eins hat er sich längst verabschiedet: „Wer in der Hinrunde sieben Mal Unentschieden spielt, kann nicht von der Landesliga reden. Da müssen wir uns erstmal an die eigene Nase fassen.“

Sein Hauptaugenmerk liegt in der Rückrunde auf der Reserve, die um den Verbleib in der Kreisliga A kämpft. „Wir werden in der Vorbereitung gemeinsam trainieren und während der Rückserie immer wieder Spieler nach unten geben. Die Zweite muss drin bleiben. Darauf werden wir uns konzentrieren“, sagt Scheffler. Er hofft, dass ihm Dennis Idczak möglichst bald wieder zur Verfügung steht. Eine Untersuchung in dieser Woche soll Aufschluss über die Schwere seiner Knieverletzung geben.

Beim TuS Wiescherhöfen (8. Platz/20 Punkte) hat sich personell wenig getan. Der erst im Sommer an die Wielandstraße gewechselte Marvin Nuß hat sich aus beruflichen Gründen mit unbekanntem Ziel abgemeldet. Er wird mit seinem Ex-Klub SVF Herringen in Verbindung gebracht. Meik Grela hat sich dem abstiegsgefährdeten SVE Heessen angeschlossen. Den zwei Abgängen steht nur ein Neuzugang gegenüber: Aus Herringen wechselt Ernur Algan zum TuS. „Schon im Sommer gab es Kontakte. Da hat es nicht geklappt. Umso mehr freue ich mich, dass er jetzt bei uns ist“, sagt Trainer Steven Degelmann. „Ernur ist ein variabler Offensivspieler, der auch auf dem linken Flügel, wo wir Bedarf haben, zum Einsatz kommen kann.“ Größere Umbauarbeiten soll es bis zur Wiederaufnahme der Punktspiele nicht geben. „Der Rückzug von Lippstadt II hat uns sechs Punkte gekostet; daher sieht die Tabelle im Moment nicht so berauschend für uns aus“, sagt Degelmann. „Unser Ziel war und ist ein einstelliger Platz.“

Bei der SG Bockum-Hövel (9. Platz/20 Punkte) ist der Wechselhaushalt ausgeglichen: Zwei Spieler sind gekommen, zwei gegangen. Neben Talent Mike Taeger, der sich nach einer für ihn verkorksten Hinrunde mit Verletzungen dem klassentieferen BV 09 Hamm anschließt, steht künftig auch Stefan Küritz nicht mehr zur Verfügung. Der 31-jährige Torhüter will sich auf seine Aufgabe als Trainer konzentrieren. „Ich habe Markus Matzelle als unseren Sportlichen Leiter gebeten, eine Möglichkeit zu finden, mich aus dem Kader zu entlassen. Mit meinen Wehwehchen hat es auf Dauer keinen Sinn mehr gemacht“, sagt Küritz. „Es war auch nicht immer einfach, selbst zu trainieren und gleichzeitig bei den anderen Dinge zu sehen, anzusprechen und zu optimieren“, so Küritz weiter.

Der aus Hölzken geholte Thomas Goeke wird sich bis zum Sommer mit Matthias Böings zwischen den Pfosten abwechseln. Damian Manka vom Bezirksligisten FC TuRa Bergkamen soll den Konkurrenzkampf in der Offensive beleben. Manka ist in Hamm kein Unbekannter. Vor Bergkamen spielte er unter anderem für den SVF Herringen und die SF Bockum. Für das gesamte Team soll es in der zweiten Serie bergauf gehen. „Wir stehen auf dem neunten Platz. Das ist inakzeptabel“, wird Küritz deutlich: „Unser Ziel ist es, eine bessere Rückrunde als Hinserie zu spielen.“

Das will auch der Tabellenzehnte TSC Hamm (10. Platz/18 Punkte). Trainer Erdal Aküyz ist zuversichtlich, dass seiner Elf das auch gelingen wird. Sein Optimismus gründet auf vier offensivstarken Rückkehrern – „Spieler, die für uns wie Neuzugänge sind“, sagt Akyüz. Mustafa Akyüz, der erfolgreichste TSC-Torschütze der vergangenen Saison, hat seit seiner Schulter-Operation im Sommer kein Spiel bestritten, wird nun aber ebenso wieder dabei sein wie Ersin Sen, der bislang aus familiären und beruflichen Gründen fehlte. Erdal Akyüz kann außerdem wieder mit Dominik Derksen rechnen, der seit seinem Wechsel vom SVE Heessen nur eine Handvoll Spiele machte, ehe er sich am Knie verletzte, und Coskun Hizarci. Der Allrounder kam aus privaten Gründen ebenfalls nur auf ein paar Einsätze.

„Wir wollen uns bis zum Sommer auf jeden Fall noch um ein paar Plätze verbessern“, sagt Erdal Akyüz, dem nur zwei Dinge Kopfschmerzen bereiten. Zum einen das Fehlen eines zweiten Torwarts hinter Stammkeeper Fatih Tas, nachdem Ibrahim Sariman zum TuS Germania Lohauserholz III in die Kreisliga B gewechselt ist. Und zum anderen das Verletzungspech der vergangenen Monate. „Ich hoffe, dass uns der Fußballgott in der Rückrunde ein bisschen in Ruhe lässt.“

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