Tennis

Weltmeisterin gegen Italien: Für Manon Kruse ein ganz besonderer Titel

Das erfolgreiche Team Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Umag mit (von links) Kristina Quadflieg, Manon Kruse, Christine Kaupa und Gitte Möller.
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Das erfolgreiche Team Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Umag mit (von links) Kristina Quadflieg, Manon Kruse, Christine Kaupa und Gitte Möller.

Es war nicht der erste Triumph bei einer Weltmeisterschaft, den Manon Kruse in ihrer langen Karriere gefeiert hat. Doch der Titel, den die 41 Jahre alte Hammer Tennisspielerin im kroatischen Umag in der Altersklasse 40 mit der deutschen Nationalmannschaft gewann, hat für sie einen ganz besonderen Stellenwert. 

Hamm - „Das liegt aber nicht daran, weil es mein erster in der neuen AK ist, sondern weil ich das Gefühl habe, dass das der Titel gegen das bislang beste Team war“, sagt die für den TC Union Münster aufschlagende Kruse. „In der Vergangenheit, als wir in der AK35 gewonnen haben, waren die Einzel auch oft echt umkämpft. Aber ich hatte das Gefühl, dass dieses Jahr die Italienerinnen in der AK 40 nochmal eine Ecke besser waren als unsere Finalgegnerinnen damals in der AK 35.“

Mit Siegen in der Gruppenphase gegen Slowenien und Estland sowie im Halbfinale gegen Spanien war das deutsche Team in das Endspiel gegen die starken Italienerinnen mit Alice Canepa (ehemals 158. WTA), Alberta Brianti (ehemals 55. WTA), Francesca Frappi Poldini (ehemals 504. WTA) und Elena Pioppo (ehemals 317. WTA) eingezogen. Zuerst hatte sich Gitte Möller mit 7;6, 4:6, 6:2 gegen Poldini durchgesetzt und den ersten Punkt für das deutsche Team eingefahren. Anschließend verlor aber Kruse gegen Brianti mit 6:4, 0:6, 4:6. „Ich hatte eigentlich einen guten Start in das Spiel. Aber die schnell nachlassenden Bälle haben es mir im zweiten Satz gegen die kleine Italienerin schwer gemacht, sie mit langem und aggressivem Topspin rauszubringen. Im dritten Satz war mit neuen Bällen wieder mehr drin, aber leider war das Ergebnis 4:6“, erklärt die Hammerin, die bei der Eröffnungszeremonie als Fahnenträgerin des deutschen Teams in das ATP-Stadion von Umag eingelaufen war. „Aber gegen Alberta Brianti im dritten Satz zu verlieren, ist echt keine Schande.“

„Noch nie so eng, hart umkämpft und spannend“

So musste im Doppel die Entscheidung fallen. Möller und Kruse, immerhin Doppel-Weltmeisterinnen in der Ü35 von 2017, bekamen es mit Brianti und Alice Canepa, in ihrer aktiven Profilaufbahn die Nummern 68 und 93 der Doppel-Weltrangliste, zu tun. Das deutsche Duo startete gut, gewann den ersten Satz mit 6:2 und hatte im zweiten Durchgang bei einer 5:3-Führung drei Matchbälle, die alle nicht genutzt wurden, sodass den Italienerinnen durch den 7:6-Erfolg der Satzausgleich gelang. „Am Ende war es eine klare Fitness- und Willensleistung“, erklärt Kruse, die zusammen mit Möller mit 6:3 die Oberhand behielt und nach insgesamt zehn Stunden und 59 Minuten den ersten WM-Titel ihrer Laufbahn in der AK 40 gewann. „Dieser Sieg über die Italienerinnen war schon sehr besonders. Es war ja nicht das erste Mal, dass ein paar von uns die Team-WM gewonnen haben. Aber ich kann für mich sagen, dass es noch nie so eng, hart umkämpft und spannend war wie dieses Mal.“

Kruse hat nun noch drei weitere Chancen auf einen WM-Titel, denn sie wird im Einzel, im Doppel und im Mixed an den Start gehen. Allerdings ist sie ein wenig angeschlagen – was weniger an der ausgelassenen Party nach dem Team-Finale liegt als vielmehr an einer Blessur am Knöchel, die sie in der vergangenen Woche erlitten hat.

„Ich hoffe, dass der Fuß hält. Es können ja gegebenenfalls noch einige Matches werden“, erklärt sie. „Aber ich habe zumindest schon mal die Sicherheit der Goldmedaille vom Mannschafts-Wettbewerb. Das gibt sicherlich Auftrieb. Aber ich habe ganz tolle Partner im Mixed mit Franz Stauder und im Doppel mit Steffi Bachofer. Warten wir mal ab.“

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