HSV brennt in Stadtlohn Offensivfeuerwerk ab

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Streicheleinheiten für Hamms Danny Radke (2. von rechts) nach seinem Freistoßtor zum 0:1.

STADTLOHN - Schluss mit den Schmalspur-Resultaten: Nach zuletzt recht torarmen Partien setzten sich die Fußballer der Hammer SpVg in einer höchst unterhaltsamen Begegnung beim starken Aufsteiger SuS Stadtlohn mit 4:3 (3:2) durch und verabschiedeten sich damit ins verlängerte Mittelfeld der Oberliga-Tabelle.

Insbesondere in der ersten Halbzeit brannten die HSV-Spieler ein Offensiv-Feuerwerk ab, als habe die Rückzugsankündigung des VfB Hüls am Donnerstag und die damit weitgehend gebannte Abstiegsgefahr ein paar Bremsen in ihren Köpfen gelöst.

„Wir haben heute richtig guten Fußball gespielt. Geil, dass wir drei Punkte geholt haben. Das war wichtig. Außerdem macht ein Sieg die lange Rückfahrt angenehmer“, sagte nach Schlusspfiff ein gelöster HSV-Trainer Oliver Gottwald, dessen Miene sich nur beim Gedanken an die drei Gegentreffer kurzzeitig verfinsterte. „Die haben wir uns durch individuelle Fehler alle selbst zuzuschreiben.“

Die 300 Zuschauer im schmucken „hülsta sportpark“ hatten, sofern sie nicht zu den Freunden taktischer Abwehrschiebekunst gehörten, ihre helle Freude an dem offenen Schlagabtausch. Das muntere Toreschießen leiteten die beiden prägenden HSV-Akteure der ersten Halbzeit ein: Taktgeber Faysel Khmiri bediente Linksaußen Semih Yigit, der nur mit unfairen Mitteln zu stoppen war. Danny Radke verwandelte den fälligen Freistoß direkt zum 0:1 (7.). Kurz darauf hatte der flinke Emre Demir, der im zentralen offensiven Mittelfeld den Vorzug vor Serafettin Sarisoy erhalten hatte, das 0:2 auf dem Fuß, doch sein Schlenzer war zu harmlos. Keine 60 Sekunden später glich Michael Roßmöller mit einem herrlichen Dropkick aus 16 Metern aus (1:1/9.). Und auch Stadtlohns Führung war ein Traumtor: Nachdem der Ball durch den Hammer Strafraum geflippert war, zog Adnan Behlulovic direkt ab und traf ins lange Eck (19.).

Die Hammer ließen sich davon nicht beirren und kamen gegen ein taktisch variables, aber defensiv nicht sattelfestes SuS-Team immer wieder gefährlich nach vorn. Und zum zweiten Tor. Nach Ablage von Demir trat Dennis Jungk den Ball aus 18 Metern in den Winkel (2:2/26.). Startelf-Rückkehrer Jochen Höfler (37.) und Mesut Özkaya (38.), dessen Volleyschuss aus 22 Metern nur knapp am Pfosten vorbeizischte, blieb das verwehrt, was Demir in der Schlussminute der ersten Halbzeit gelang. Er köpfte einen abgefälschten Radke-Schuss zum 2:3 ins Tor. „1:0 vorne, dann 1:2 hinten. Es war ganz wichtig für die Jungs zu sehen, dass sie wieder zurückgekommen sind“, sagte Gottwald.

Doch auch Stadtlohn kam zurück. Sieben Minuten nach Wiederbeginn kam der Ball nach einem Patzer von Radke im Mittelfeld zu Markus Krüchting, der schneller als Niklas Rieker war, Manuel Lenz umkurvte und das Leder zum 3:3 ins verwaiste Tor schob (52.). Gottwald brachte drei neue Offensivleute innerhalb von sechs Minuten. Einer von ihnen, Roman Maciejak, legte zweimal für Demir auf. Dessen erster Versuch ging über die Latte (67.), der zweite saß (3:4/73.). Der HSV-Sieg hing bis zum Schlusspfiff am seidenen Faden. Erst, nachdem Markus Banken (77./nach Lenz-Fehlgriff übers leere Tor), Marius Borgert (86.) sowie Michael Roßmöller und Abdullah Altunbas (beide 90.+2) ihre Chancen vergeben hatten, durfte Gottwald aufatmen. - sst

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