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Weiterer Neuzugang für den ASV Hamm-Westfalen

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Von: Günter Thomas

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Wieder vereint: Stefan Bauer (links) und Benjamin Meschke spielten schon zusammen in Erlangen.
Wieder vereint: Stefan Bauer (links) und Benjamin Meschke spielten schon zusammen in Erlangen. © Gabor Krieg

Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen hat vor dem Auswärtsspiel beim Dessau-Roßlauer HV (Sonntag/17 Uhr) einen weiteren Spieler für die kommende Saison verpflichtet: Kreisläufer Stefan Bauer kommt vom Ligakonkurrenten HSC Coburg.

Hamm – Was machen drei Zentimeter aus? Für Stefan Bauer nicht viel. Der 25-jährige Modellathlet hat gerade einen Vertrag für zwei Jahre beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen unterschrieben und soll in der kommenden Saison Kreisläufer Jan Brosch ersetzen, der mit 2,05 Meter genau um diese drei Zentimeter größer ist als sein Nachfolger. „Ja gut, ich hab schon gegen ihn gespielt“, kennt Bauer die Qualitäten seines Vorgängers und ergänzt lachend. „Dafür bin ich noch ein bisschen jünger und spritziger als er – vielleicht macht es das wiede5 wett.“

Dass er die großen Fußstapfen ausfüllen kann, die der nach Lemgo wechselnde Brosch hinterlässt, ist für ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers keine Frage. „Stefan geht mit seiner physischen Präsenz in Richtung Brosch“, sagt er, und Trainer Michael Lerscht ergänzt: „Er wird uns sowohl in der Abwehr als auch vorne helfen.“

Parallelen zu Brosch gibt es jedenfalls – nicht nur, was die körperlichen Voraussetzungen betrifft. Bauer ist wie Brosch ein Spätberufener des Handball-Profisports, hat bei seinem Heimatklub VfB Forchheim und in der 3. Liga bei der U23 des HC Erlangen im Rückraum gespielt, ehe ihn vor ein paar Jahren Adalsteinn Eyjólfsson, damals Trainer in Erlangen, zum Kreisläufer umfunktionierte. „Der hat mich im Training einmal gesehen und meinte, es würde ihn interessieren, wie ich am Kreis funktioniere“, sagt Bauer.

Unangenehmes Auswärtsspiel in Dessau

Was es bedeutet, gegen eine Mannschaft aus der Abstiegszone zu spielen, haben die Akteure des ASV Hamm-Westfalen erst am Dienstag mit der Partie beim TV Großwallstadt erlebt. Und ähnlich wie beim 27:27 gegen den Traditionsklub erwartet Michael Lerscht auch beim Dessau-Roßlauer HV (Sonntag/17 Uhr) einen ganz heißen Tanz für sein Team. „Grundsätzlich ist Dessau eine Mannschaft, die sehr aggressiv und gut verteidigen will und die mit der höchsten Geschwindigkeit im Umschaltspiel unterwegs ist“, lobt der ASV-Coach. „Das wird definitiv ein unangenehmes Auswärtsspiel.“ Zuletzt hat die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas bei der knappen 22:23-Niederlage in Eisenach bewiesen, dass sie jedem Gegner Probleme bereiten kann. Das Team um den früheren ASVer Vincent Sohmann hat sich zudem ein kleines Polster von vier Zählern auf die Abstiegsränge erarbeitet, braucht aber noch den einen oder anderen Punkt. Beim ASV wird Sören Südmeier wieder auf der Bank sitzen. Ob es für Linksaußen Alexander Reimann reichen wird, ist offen. Markus Fuchs ist weiter keine Option.

Mehr als ein paar Sekunden Einsatzzeit wurden es damals nicht, und so kam erst zum Ende der vergangenen Saison Fahrt in die Karriere des Stefan Bauer, als das Erlanger Verletzungspech dafür sorgte, dass sich Trainer Michael Haaß an ihn erinnerte und ihn in den Erstligakader beförderte.

15 Spiele in der 1. Liga

Dort machte er seine Sache offensichtlich gut. Der Rechtshänder kam auf 15 Spiele in der 1. Liga, und unterschrieb zur neuen Saison einen Zweijahresvertrag beim Zweitligisten HSC Coburg. „Der Wechsel auf die Kreisläuferposition war gut für mich“, weiß Bauer, der den Profisport eigentlich schon abgehakt hatte. „Als Rückraumspieler wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin.“

In Hamm wäre er wohl auch nicht, wenn die aktuelle Saison besser für ihn gelaufen wäre. Denn in Coburg hatte er eigentlich einen Zweijahresvertrag unterschrieben, kam aber nur auf 21 Tore und wenig zum Zug. „Mein Selbstvertrauen hat gelitten, die Leistung war mal so, mal so – ein Teufelskreis“, sagt er. „In der Rückserie ging die Kurve zwar wieder nach oben, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich es so nicht weitermachen möchte.“

Der Berater kam ins Spiel, und der ASV zeigte Interesse. „Dann hatte ich tolle Gespräche mit ASV-Trainer Michael Lerscht – das hat mich dazu bewogen, nach Hamm zu gehen. Jetzt habe ich die Hoffnung, unter Micha zu alter Stärke zurückzukommen.“

Zudem freut er sich, mit Benjamin Meschke auf einen Positionskollegen zu treffen, mit dem er schon in Erlangen eine halbe Saison zusammen gespielt und sich sehr gut verstanden hat. „Das war eine coole Zeit“, erinnert sich Bauer. „Auf ihn freue ich mich auch.“

Bis zum Trainingsstart gilt es für ihn allerdings, den nächsten Rückschlag zu verdauen. Denn in Dresden zog er sich eine Sehnenverletzung am Fuß zu. Es folgten vor einer Woche die Operation und das vorzeitige Saison-Aus. „Ich arbeite aber darauf hin, zur Vorbereitung fit zu sein – das sind noch zehn Wochen, da sollte ich auf jeden Fall wieder zocken dürfen.“

In welcher Liga das sein wird, lässt er entspannt auf sich zukommen. „Es wäre ein Bonus, wenn die Mannschaft es schafft“, sagt Bauer. „Auf der anderen Seite könnten wir ja dann im nächsten Jahr den Aufstieg feiern. “

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