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Wegweisende Begegnungen für den ASV Hamm-Westfalen

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Von: Günter Thomas

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Mut machen für die kommenden Aufgaben: Der ASV steht vor wichtigen Spielen.
Mut machen für die kommenden Aufgaben: Der ASV steht vor wichtigen Spielen. © Szkudlarek

Der ASV Hamm-Westfalen trifft am Samstag (20.30 Uhr) in eigener Halle auf den Bergischen HC - für den Aufsteiger geht es darum, nicht vorzeitig den Anschluss zu verlieren.

Hamm – Wenn im sportlichen Wettkampf der Tabellenletzte den Drittletzten zum Duell erwartet, handelt es sich in der Regel um wichtige Partien im Kampf um den Klassenerhalt. Im Falle der Begegnungen gegen den Bergischen HC am Samstag (20.30 Uhr/Westpress Arena) und am kommenden Donnerstag bei GWD Minden geht es in der Handball-Bundesliga für den ASV Hamm-Westfalen eher darum, die Gefahr zu bannen, dass die Konkurrenz dem Aufsteiger schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison uneinholbar enteilt. Auf sieben Zähler könnte der Rückstand zum BHC am Samstag im Falle einer Niederlage anwachsen, nach dem Sieg der Mindener am Donnerstag gegen Göppingen droht zudem der direkte Tabellennachbar in der Tabelle außer Sicht zu geraten.

Zum Siegen verdammt ist das Liga-Schlusslicht für Thomas Lammers dennoch nicht. „Mit Blick auf die Tabelle haben wir schon gehofft, dass ein paar Punkte mehr auf dem Konto sind“, räumt der ASV-Geschäftsführer ein. „Auf der anderen Seite sieht ja jeder die Unterschiede der Liga – schlechte Phasen werden wesentlich härter be-straft. Wir arbeiten weiter daran, dass wir Punkte einfahren und zur Winterpause noch die Chance auf den Klassenerhalt haben. Der BHC und Minden sind zwei Mannschaften, gegen die wir daher etwas holen wollen.“

Gästetrainer warnt sein Team

Dass das Hammer Punktekonto durchaus noch wachsen wird, glaubt auch Gästecoach Jamal Naji – allein, dabei sein, wenn es passiert, will auch er nicht. „Hamm spielt deutlich besser, als es die zwei Tabellenpunkte bisher widerspiegeln“, warnt er daher seine Spieler vor unangebrachter Überheblichkeit, die im November mit einem Sieg in Wetzlar (30:29) und einem Unentschieden gegen den Gummersbach 3:1 Punkte für den Klassenerhalt eingesammelt haben. Punkte, die den Druck auf den ASV erhöhen. „Druck machen wir uns ja selbst genug“, sieht Lammers die wachsende tabellarische Belastung ebenso wenig als Hindernis für gute Leistungen wie Michael Lerscht, der die personellen Baustellen in den Vordergrund der Analyse des zuletzt schwindenden Selbstvertrauens der Mannschaft auf der Platte stellt. „Die Situation war nicht immer die leichteste. Es gab Themen, die uns zurückwerfen“, sagt der ASV-Trainer. „Verletzungen oder angeschlagene Spieler. Plus die Tatsache, dass die meisten es bei uns nicht gewohnt sind, mit der Situation, deutlich mehr zu verlieren als zu gewinnen, umzugehen. Das gilt es aus den Köpfen zu kriegen, damit wir unsere Leistung auf das Feld kriegen.“

Ordentliche Phasen zu kurz

Auch zuletzt habe es in jedem Spiel Phasen gegeben, wo es ordentlich war: „In Flensburg, gegen Kiel oder auch die ersten 20 Minuten in Leipzig“, betont Lerscht. „Wir schaffen es aber nicht, das konstant über das Spiel zu bringen.“ Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das Angriffsspiel der Hammer zu leicht auszurechnen ist, dass es an Überraschungsmomenten und Abschlussqualität mangelt. Die Folge: Die Gegner – egal, welchen Namens – entscheiden ihre Spiele gegen Hamm fast ausschließlich über starkes Umschalt- und Tempospiel.

Kaderplanung in den Anfängen

Während andere Vereine in der Handball-Bundesliga bereits munter ihre Verpflichtungen für die kommende Saison kommunizieren, herrscht in dieser Hinsicht beim ASV Hamm-Westfalen noch Funkstille. „Erste Gespräche führen wir gerade mit den Spielern, die bereits bei uns unter Vertrag stehen“, sagt ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers. „Hier wollen wir erst sehen, wie die Intention ist – aber natürlich gucken wir auch extern.“ Im Sommer auslaufen werden die Kontrakte von Kapitän Fabian Huesmann, Jan Pretzewofsky, Tim Wieling, Benjamin Meschke und Mait Patrail. Kreisläufer Rémi Leventoux, der bis zum Jahresende nachverpflichtet worden ist, hat ebenfalls noch Zeit, um sich zu beweisen. „Alle anderen haben über die Saison hinaus noch Verträge“, sagt Lammers.

Die Kritik, die von vielen Seiten auf ihn einprasselt, warum der ASV im Gegensatz zur direkten Konkurrenz im Rückraum nicht aktiv wird und einen Spieler nachverpflichtet, weist Lammers zurück. „Es geht nicht darum, was wir wollen, sondern was wir können“, betont er. „Wenn es sowohl monetär als auch spielerisch passt, würden wir es machen. Aber nicht für Spieler, bei denen wir nicht wissen, was wir kriegen. Ich bin mir aber sicher, dass sich im Winter mehr Optionen ergeben.“

Dass eine zusätzliche Verpflichtung Thema bleibt, obwohl Spielmacher Björn Zintel schon bald auf die Platte zurückkehren wird, bestätigt Lammers ebenfalls. „Wir gucken immer, wer unzufrieden ist. Und es ist bei dem Pensum ja besser, einen Spieler mehr im Kader zu haben.“ Das nötige Geld sei im begrenzten Rahmen vorhanden. Denn: „Die Auslastung der Halle und Sponsorenentwicklung laufen super“, versichert der Geschäftsführer. „Das wirtschaftliche Produkt ASV ist in Verbindung mit der 1. Liga nach wie vor sehr interessant.“ Sportlich ist aktuell noch Luft nach oben. güna

Unter diesen Voraussetzungen mache es wenig Sinn, sich mit der Tabelle und den Ergebnissen der anderen auseinanderzusetzen. „Für uns geht es, so platt das klingt, nur um uns selbst – dass wir versuchen, unsere Leistung hinzukriegen“, sagt Lerscht. „Man sieht, dass es den Spielern momentan nicht leicht von der Hand geht – sie unter Druck zu setzen, hilft nicht.“

Personelle Situation

Die personelle Situation im Hammer Lager stellt sich unverändert dar. Kreisläufer Benjamin Meschke fällt nach seiner Handoperation bis Jahresende aus, Spielmacher Björn Zintel kommt seinem Comeback näher, die Untersuchungen der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) seien aber noch nicht abgeschlossen. Abwehrspezialist Markus Fuchs steht dagegen nach seiner Rückkehr auf die Platte in Leipzig wieder voll zur Verfügung.

Auch der BHC wird nicht komplett sein. Lukas Stutzke und Csaba Szücs stehen vor der Rückkehr in den Kader, aber nicht gegen Hamm. Tim Nothdurft und Simen Schönningsen fallen mit Verletzungen aus. Rechtsaußen Arnor Gunnarsson zog sich eine starke Prellung zu.

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