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Jan Brosch fühlt sich „im besten Alter für einen Kreisläufer“

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Von: Rainer Gudra

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128 Kilo Kampfgewicht, dieses verteilt auf 2,05 Meter: ASV-Kreisläufer Jan Brosch ist nur schwer zu bremsen.
128 Kilo Kampfgewicht, dieses verteilt auf 2,05 Meter: ASV-Kreisläufer Jan Brosch ist nur schwer zu bremsen. © Reiner Mroß/Digitalbild

Handball-Bundesligist TBV Lemgo-Lippe hat Jan Brosch ein Angebot ab Sommer 2022 für zwei Jahre unterbreitet - eines, das er einfach nicht ausschlagen konnte, wie der Kreisläufer des ASV Hamm-Westfalen sagt.

Hamm – Zwischen dem Spiel des Jahres im Pokal gegen Klub-Weltmeister SC Magdeburg (26:31) und dem letzten Spiel 2021 in der Liga gegen den TV Hüttenberg am 26. Dezember (17 Uhr, Westpress Arena) liegen beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen vier Tage – und eine bemerkenswerte Personalie. „Das Angebot konnte ich einfach nicht ausschlagen“, sagt Kreisläufer Jan Brosch. Für ihn werden – nach seinem nun lancierten Wechsel zum TBV Lemgo-Lippe – im kommenden Sommer Duelle mit den richtig Großen seiner Sportart nicht mehrdie Ausnahme sein wie noch am Dienstag, sondern an der Tagesordnung.

Interesse „hat mir schon geschmeichelt“

Für zwei Spielzeiten hat er beim DHB-Pokalsieger der Saison 19/20 unterschrieben, denn dass ihm ein Trainer wie Florian Kehrmann überraschend seine Aufwartung gemacht hat, „das hat mir schon geschmeichelt“. Zumal der Weltmeister von 2007 ihn nicht als Back-up für einen Star holen will, sondern als feste Größe in der ersten Reihe einplant – nicht nur am Kreis, auch als Mittelblocker in der Abwehr. „Das war für mich schon ein entscheidender Punkt“, sagt Brosch.

Der Kontrakt in Lemgo sei für ihn nicht der „letzte große Vertrag auf der Zielgerade der Karriere“, den er als erfahrener 30-Jähriger unterschrieben hat, denn: „Ich bin im besten Alter für einen Kreisläufer.“ Im Vergleich zu Gedeon Guardiola, aktuell der Top-Mann in der Lemgoer Rückraum-Mitte, ist er sogar noch ein Jungspund. Der Spanier ist bereits 37.

Mit 21 Jahren noch Bezirksliga gespielt

Sowieso bezeichnet sich der 2,05-Meter-Mann als Spätstarter: „Ich bin nicht den Weg gegangen, den andere Profis gegangen sind – zum Beispiel über die Jugend-Nationalmannschaften. Ich habe mit 21 noch in der Bezirksliga gespielt.“ Und das in seiner Heimatstadt Unna – dort war er seit den Minis bei der SG Massen am Ball – sogar gemeinsam mit seinem Vater Guido. Dies als Halblinker, denn „ich bin erst später an den Kreis gestellt worden“. Über den Oberligisten HC TuRa Bergkamen, trainiert von ASV-Legende Thomas Rycharski, kam er 2013 in die zweite Mannschaft der Hammer, die zu jener Zeit noch in der Verbandsliga unterwegs war. Nach der Rückkehr aus einer Leihe zum TV Gladbeck ging es für ihn stetig bergauf.

Schnelles Wiedersehen im Herbst 2022?

„Aus meiner Zeit beim ASV werde ich natürlich viele positive Dinge mitnehmen. Ich bin dankbar dafür, dass ich hier die Chance bekommen habe, Profihandball zu spielen. Ich hatte viele Trainer, unter denen ich mich entwickelt habe, und ich werde viele Freundschaften weiterpflegen, die sich hier entwickelt haben“, sagt Brosch. Dies bei einem schnellen Wiedersehen im Herbst 2022 in der Bundesliga? Bei zwei Aufsteigern ja mehr als nur denkbar. Da bremst er ein und mag die nun folgenden Heimspiele des Tabellenfünften gegen die Mitkonkurrenten Hüttenberg (4.) am Sonntag und Rostock (6.) am 5. Februar nach der EM-Pause nicht als richtungweisendes Paket sehen – sondern getrennt voneinander. „Wir machen erst einmal ein Break. Nach der letzten Coronasaison bis Ende Juni kommt uns das sehr gelegen. Die zwei, drei Wochen Pause dazwischen tun uns sehr gut – dann sehen wir weiter.“

Zunächst nur Hüttenberg im Blick

Zunächst einmal richtet sich der Blick des Studenten für Technisches Management und Marketing an der FOM in Hamm auf das Spiel am Sonntag gegen den hessischen Traditionsverein. „Sie spielen ein unangenehmes 3-2-1 in der Deckung, haben mit Dominik Mappes einen überragenden Spielmacher, sind im Eins-gegen-eins sehr stark und gewinnen viele Zweikämpfe. Das wird mal eine richtige Aufgabe für uns“, sagt Brosch.

„Maximal gut abschließen“, möchte er die Saison mit dem ASV, der nach Verlustpunkten lediglich um zwei Zähler schlechter liegt als Spitzenreiter VfL Gummersbach – und bei einem Spiel weniger um einen besser als der kommende Gegner. Alles ist möglich bis zum finalen Spiel am 11. Juni – dann in Hüttenberg. Bis dahin wird Jan Brosch seine athletisch ausgeprägten 128 Kilo überall dort reinwerfen oder in den Weg stellen, wo es nötig sein wird. Dem Vereinsmotto entsprechend – „volle Wucht westfälisch“ eben.

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