Wasserball

So ist die Perspektive des SC Rote Erde für die neue Saison

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Die Heimat ruft: Ben Hauschild kehrt nach einem Jahr in Hamm studienbedingt in die USA zurück.

Trotz einiger Widrigkeiten haben die Wasserballer des SC Rote Erde Hamm im TuS 59 erneut die Klasse gehalten. Zur neuen Saison kündigen sich im Kader von Trainer Carsten Berg, der "Stand jetzt" im Amt bleiben wird, aber einige Veränderungen an. 

Hamm - Ein wenig skeptisch war Carsten Berg schon in die gerade abgelaufene Saison der 2. Wasserball-Bundesliga gegangen. Schließlich hatte der Spielplan seiner Mannschaft, dem SC Rote Erde im TuS 59 Hamm, einen schwierigen Start beschert, der das Team schnell in eine Abwärtsspirale hätte befördern können. 

Nach 16 Partien, an deren Ende der fünfte Tabellenplatz steht, atmet der Coach daher erleichtert auf. „Von der Platzierung her können wir mehr als zufrieden sein“, sagt Berg. „Die Saison ist so verlaufen, wie wir es uns erhofft haben. Mit dem Abstieg hatten wir zudem in diesem Jahr nichts zu tun, dadurch, dass Krefeld II sein Team zurückgezogen hat.“

Dass das Mittelfeld der Liga für seine Mannschaft derzeit der richtige Ort ist, steht für Berg fest. Schließlich befindet sich der SC Rote Erde im Umbruch, der in der abgelaufenen Saison eingeleitet wurde. Drei Spieler kamen mit dem Amerikaner Ben Hauschild sowie Philip Terhorst und Marc Felix Brinner zur Hinrunde, Ognjen Radulovic stieß im Januar zum Kader. Alle vier sorgten dafür, dass der Altersdurchschnitt deutlich gesunken ist – und alle vier entpuppten sich als echte Verstärkungen. „Mit den Jungen, die wir dazu bekommen haben, bin ich sehr, sehr zufrieden“, lobt Berg. „Alle sind absolute Bereicherungen für das Team.“

US-Amerikaner Ben Hauschild verlässt Hamm in Richtung Heimat

Was nicht unbedingt zu erwarten gewesen war, einmal von Hauschild abgesehen. „Mit ihm haben wir schon gerechnet“, gibt Berg zu. „Denn er hat ja in Amerika am Collage gespielt. Schade, dass seine Zeit bei uns nur auf eine Saison beschränkt war und er studienmäßig nun wieder zurück muss.“ Die Lücke, die Hauschild hinterlässt, ist schon groß. 

Denn mit 31 Toren in 15 Spielen war er hinter Stephan Kersting (37/13) der zweitbeste Hammer Torschütze und siebtbester in der gesamten Liga. „Das tut uns schon weh“, räumt der Trainer ein. „Zumal Ben auch in der Deckung sehr stark gespielt hat und nach anfänglichen Schwierigkeiten richtig gut war.“

Das trifft auch auf die anderen zu: Philipp Terhorst etwa, der zuvor in Bocholt in der 4. Liga aktiv war, „hat vom ersten Moment an wie eine Bombe eingeschlagen“, lobt Berg den 20-Jährigen, der als 21. der Torschützenliste in 13 Begegnungen 22 Treffer erzielte. „Dass so ein junger Mann auch mal ein Tal durchschreitet, ist ja normal. Aber charakterlich, menschlich und von seiner Physis her – das war ein Glücksgriff.“

Gleiches trifft auch auf den ein Jahr älteren Marc Felix Brinner (10 Tore/14 Spiele) zu, der sich „anfangs an das Tempo gewöhnen musste“, sagt Berg. „Aber alle Neuen hatten die schwimmerische Ausbildung. Das waren alles Leute, die man bedenkenlos reinwerfen konnte.“

Serbe Radulovic steht Rote Erde weiter zur Verfügung

Auch der Serbe Radulovic ist mit 22 Jahren noch jung und wird weiter für Rote Erde zur Verfügung stehen. „Er versucht, studienmäßig weiter Fuß zu fassen“, sagt Berg, der den jüngsten Neuzugang ebenfalls als Verstärkung sieht, „vor allem, weil er Linkshänder ist.“

An den grundsätzlichen Problemen, mit denen der SC Rote Erde in den vergangenen Jahren zu kämpfen hatte, hat sich wenig geändert – auch, weil sich Spieler wie Henning Kohle, Sebastian Teipmann oder Kristian Berg weiter zurückziehen wollen. „Wie in jedem Jahr hatten wir mit internen, kleineren Problemchen zu kämpfen“, sagt der Trainer. „Gerade auswärts haben wir einen relativ dünn besetzten Kader, was mit dem fortgeschrittenen Alter vieler Spieler zu tun hat. Auch trainingstechnisch haben wir ja damit zu kämpfen, dass viele beruflich und privat stark eingebunden sind. Dafür ist unsere Platzierung sehr ordentlich.“

Berg bleibt "Stand jetzt" Rote-Erde-Coach

Berg selbst wird „Stand jetzt“ weiter als Trainer zur Verfügung stehen, „wobei ich gerne auch mit der Jugend weiter arbeiten würde. Ich mache ja in Doppelfunktion auch die U 14.“

Bis der vielversprechende Nachwuchs soweit ist, dass er die erste Mannschaft verstärken kann, müssen die Hammer noch ein paar Jahre überbrücken. Während der Rest des Kaders bleiben wird, sucht Berg noch Ersatz für Hauschild. „Mit ein, zwei Leuten sind wir im Gespräch auf ausländischer Basis“, sagt er. „Wir haben ja relativ gute Kontakte in Richtung Serbien und Kroatien. Und jedes Jahr, das wir in der Liga bestehen können, bringt unsere Jugendlichen ein bisschen näher heran.“ Drei bis vier Jahre, so schätzt er, gelte es so noch zu überbrücken.

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