Fußball

Vor dem Saisonstart: Das sind die Hoffnungsträger der Hammer Klubs

Rhynerns Neuzugang Gianluca Di Vinti trumpft vor allem mit seiner Schnelligkeit auf.
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Rhynerns Neuzugang Gianluca Di Vinti trumpft vor allem mit seiner Schnelligkeit auf.

Wenn am Sonntag die Fußball-Saison 2020/21 beginnt, wird bei manchem Verein auch ein neuer Akteur, ein Nachwuchstalent oder vielleicht auch ein anderer Stammspieler als im Vorjahr im Blickpunkt stehen.

Hamm - Wir haben uns in den überkreislich spielenden Mannschaften ein wenig herumgehört und stellt nun von den beiden Oberligisten SV Westfalia Rhynern und Hammer SpVg, von den zwei Landesligisten TuS Wiescherhöfen und SG Bockum-Hövel sowie von den drei Bezirksligisten TuS Germania Lohauserholz, Hammer SpVg II und SVE Heessen jeweils einen Akteur vor, der im Laufe der Vorbereitung besonders auf sich aufmerksam gemacht hat und auf den sich am Sonntag am ersten Spieltag der neuen Saison vielleicht alle Blicke richten könnten.

Gianluca di Vinti

Verein: Westfalia Rhynern

Vorherige Vereine: RW Unna, Hammer SpVg, TuS Germania Lohauserholz

Alter: 20

Position: Stürmer

Job: ab Oktober duales Studium Immobilienwirtschaft

Seine persönliche Einschätzung: Das Training und das Drumherum bei Westfalia Rhynern gefallen mir sehr. Da ist richtig viel Qualität in der Mannschaft. Es ist alles eine Nummer härter und schneller. Und die Motivation bei den Jungs ist eine ganz andere. Das Abschlusspiel zum Beispiel ist nicht nur Training, sondern da ist richtig Feuer drin. Jeder will sich beweisen. Das gefällt mir auf jeden Fall sehr. Mein Ziel ist es, hier Stammspieler zu werden, wobei die Konkurrenz in der Offensive schon sehr groß ist in Rhynern. Ich muss noch an meinem ersten Kontakt und an meinem Kopfballspiel arbeiten. Und körperlich muss ich noch reinfinden. Ich weiß, das ist ein hoher Sprung, aber ich bin bereit. Ich freue mich riesig auf die vielen Spiele in dieser Liga.

Das sagt Trainer Michael Kaminski über den Neuzugang vom Bezirksligisten TuS Germania Lohauserholz: Jörg Fiebig und Torsten Skerra, seine beiden Trainer in Lohauserholz, haben ihm schon viel mit auf den Weg gegeben. Das freut uns sehr. Er ist völlig unbekümmert und ist definitiv einer der Gewinner der Vorbereitung. Er ist lernwillig, mit solchen Spielern macht es Spaß, zusammen zu arbeiten. Taktisch kann er sicherlich noch einiges mitnehmen, aber alleine mit seiner Schnelligkeit ist er schon eine Waffe. Gianluca ist ganz sicher hungrig auf die Oberliga.

Luca Hildebrandt

Luca Hildebrandt (links) hat sich bei der HSV auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft.

Verein: Hammer SpVg

Vorherige Vereine: SV Südkirchen, SG Selm, VfB Waltrop

Alter: 19

Position: Linker Außenverteidiger

Job: Auszubildender zum Sport- und Fitnesskaufmann

Seine persönliche Einschätzung: Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell funktioniert. Dabei ist der Unterschied zu den A-Junioren schon heftig. Jetzt kommen richtige Schränke auf einen zu, alles ist viel körperbetonter, selbst in den Testspielen. Und alles ist viel schneller, es gibt keine Pausen, man muss 90 Minuten lang voll da sein. In der Mannschaft fühle ich mich sehr wohl. Wir sind wie eine große Familie geworden, wo jeder jeden respektiert. Die älteren Spielern führen und motivieren uns, das ist schon gut. Genauso wie jeder andere Fußballer träume ich auch davon, Profi zu werden und mein Geld mit meinem Hobby zu verdienen. Und diese Hoffnung gebe ich nicht auf, die Oberliga mit der Hammer SpVg soll nicht das Ende für mich sein. Jetzt gebe ich in der Saison Gas und versuche alles, um der Mannschaft zu helfen und für mich den nächsten Schritt zu machen.

Das sagt Trainer Steven Degelmann über das Eigengewächs aus den A-Junioren: Luca Hildebrandt ist derjenige, der als junger Spieler beste Karten hat, am Sonntag in Meinerzhagen aufzulaufen. Er hat eine sehr gute Physis, verfügt über einen starken linken Fuß, schießt gute Standards, hat eine gute Präsenz und ist taktisch sehr gut ausgebildet. Er hat sich bei uns sehr schnell und vor allem sehr gut eingefunden. Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten.

Justin Krausch

Bereit für den großen Sprung: Justin Krausch von der SG Bockum-Hövel.

Verein: SG Bockum-Hövel

Bisherige Vereine: SuS Kaiserau, Hammer SpVg, SG Bockum-Hövel

Alter: 19

Position: Innenverteidiger

Job: ab Oktober Student Lehramt Deutsch und Sport

Seine persönliche Einschätzung: Nach dem guten Bezirksliga-Jahr wollen wir jetzt auch in der Landesliga eine gute Saison spielen. Wenn wir am Ende einen einstelligen Tabellenplatz erreichen, sind die meisten zufrieden. Ich bin jemand, der lieber die Arbeit im Hintergrund macht, ich muss nicht im Mittelpunkt stehen. Daher spiele ich auch so gerne in der Abwehr. Wenn ich in höchster Not einen Ball kläre oder eine gute Grätsche mache, löst das für mich ein ähnliches Glücksgefühl aus wie bei einem Stürmer, wenn er ein Tor macht. Letzte Saison habe ich gegen Lohauserholz einen Treffer erzielt. Wir lagen da 0:3 zurück und haben am Ende noch 4:3 gewonnen. Aber ich habe da kein gutes Spiel gemacht, und aufgrund der drei Gegentreffer war der Tag trotz des Sieges und trotz meines Tores für mich gelaufen.

Das sagt Trainer David Schmidt über ihn: Justin ist in der Defensive ein Tier, er ist echt unglaublich. Ich wüsste kaum ein Training, in dem er mal einen Zweikampf verliert. Wenn ihn einer ausspielt, dann fährt er nach der Einheit sauer nach Hause. Auch im Spiel gewinnt er rund 95 Prozent seiner Zweikämpfe. Er ist eine absolute Bereicherung für uns, er knallt sich überall rein. Das hat er letztes Jahr in der Bezirksliga schon gemacht. Und das wird er eine Klasse höher in der Landesliga jetzt auch machen.

Lukas Berger

Lukas Berger (links) hofft auf eine gute Saison mit dem TuS Wiescherhöfen.

Verein: TuS Wiescherhöfen

Vorherige Vereine: RW Ahlen, Westfalia Rhynern, TuS Wiescherhöfen

Alter: 20

Position: Defensiv-Allrounder

Job: Duales Studium Software-Technik

Seine persönliche Einschätzung: Ich habe in der Jugend schon in Wiescherhöfen gespielt und wohne zwei Minuten vom Platz entfernt. In unserem Team sind alle top. Wir haben eine junge Mannschaft, da lässt sich einiges mit machen. Aber es braucht einfach ein bisschen Zeit, bis wir uns gefunden haben, die Laufwege kennen und wissen, wie der andere tickt. Dass es in der Vorbereitung noch nicht so rund lief, da konnte man aufgrund der vielen Neuen fast mit rechnen. Unser Ziel ist es, den Klassenerhalt zu schaffen. Ich persönlich wünsche mir, dass wir das nicht so gerade eben schaffen, sondern auch ein bisschen nach oben schielen können. Natürlich möchte ich irgendwann auch wieder Oberliga spielen so wie in der vergangenen Saison in Ahlen. Aber jetzt bin ich froh, dass ich in Wiescherhöfen bin. Was die Zukunft bringt, wird sich nach der Winterpause zeigen.

Das sagt Trainer Thorsten Heinze über den Neuzugang vom Oberligisten RW Ahlen: Lukas ist defensiv sehr flexibel einsetzbar, das macht ihn für uns so wichtig. Er kann Außen- und Innenverteidiger oder auch Sechser im defensiven Mittelfeld spielen. Er ist klasse ausgebildet, hat einen super Willen und ist technisch richtig stark. Und er ist körperlich auch sehr präsent. Er ist bei uns einer der Führungsspieler, der die jungen Leute mitzieht und auch motiviert.

Finn Hunter

Finn Hunter aus Lohauserholz.

Verein: TuS Germania Lohauserholz

Vorherige Vereine: Hammer SpVg, Westfalia Rhynern

Alter: 19

Position: Rechtsverteidiger

Job: Auszubildender zum Industriekaufmann

Seine persönliche Einschätzung: Ich war ja bereits letztes Jahr als A-Jugendlicher hochgeschrieben und bin in der Bezirksliga schon sechsmal zum Einsatz gekommen. Und auch bei einigen Testspielen war ich schon dabei. Ich hoffe, dass ich mir jetzt einen Stammplatz erkämpfe, das nehme ich mir jedenfalls vor. Ich dachte, es dauert länger, bis ich im Seniorenbereich mich reinfinde. Aber das klappt bislang ganz gut, zumindest in der Vorbereitung. Das Tempo ist höher. Und es wird auch härter gespielt. Aber damit komme ich gut klar. Die meisten Spieler kannte ich schon ein bisschen, aber jetzt natürlich besser, ich bin ja jetzt mittendrin.

Das sagt Trainer Torsten Skerra über das Eigengewächs aus den A-Junioren: Finn Hunter ist auf dem besten Weg, bei uns eine feste Größe zu werden. Er ist bei uns im Verein ausgebildet und fällt nicht nur wegen seines Nachnamens auf. Er ist auch körperlich sehr stark und ist flexibel einsetzbar. Für uns ist es schön, ein Eigengewächs in den eigenen Reihen zu haben und mit ihm den nächsten Schritt zu machen.

Das sagt Trainer Jörg Fiebig über Finn Hunter: Finn ist im hinteren Bereich vielseitig einsetzbar – auf der rechten Seite offensiv sowie defensiv, und er kann auch Innenverteidiger spielen. Er ist sehr lauf- und zweikampfstark. Er hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt.

Hendrik Beste

Spielstark: Hendrik Beste von der HSV-Reserve.

Verein: Hammer SpVg II

Vorherige Vereine: VfL Mark, RW Ahlen

Alter: 20

Position: Mittelfeld

Job: Auszubildender zum Physiotherapeuten

Seine persönliche Einschätzung: Im vergangenen Jahr hatten wir ein Seuchenjahr ohne einen einzigen Sieg in der Meisterschaft. Von der alten Mannschaft sind jetzt nur fünf Spieler übrig geblieben. Darunter ich. Für mich steht meine Ausbildung an erster Stelle. Ich spiele anders als mein Bruder Jan-Niklas Fußball nur nebenbei, für mehr fehlt mir ein bisschen die Motivation. Daher bin ich auch bei der HSV geblieben, denn ich habe es nicht weit zu fahren bis zu unserem Platz. Ich hoffe aber natürlich, dass wir in dieser Saison besser abschneiden als im Vorjahr und möglichst schnell nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben werden. Von der Qualität her ist meiner Meinung nach unsere Mannschaft jetzt stärker, nur in der Defensive haben wir noch ein paar Probleme.

Das sagt Trainer Robin Grosch über das Eigengewächs: Hendrik ist ein überragender Fußballer, das weiß auch Steven Degelmann, der Trainer unserer ersten Mannschaft. Hendrik kann ein Spiel komplett alleine entscheiden. Nach seinem Urlaub hatte er zum Beispiel nur einmal trainiert, und macht dann gegen den TSC Kamen alle drei Tore für uns. Allerdings fehlt ihm in seinen Leistungen noch etwas die Konstanz. Wenn es bei der Mannschaft mal nicht so gut läuft, lässt er sich dann auch schnell runterziehen. Wenn er richtig Bock hat, kann er auch höherklassig spielen.

Pascal Westermann

Torgefährlich: Pascal Westermann (li.) vom SVE.

Verein: SVE Heessen

Vorherige Vereine: Westfalia Rhynern, SV Hilbeck, TuS Uentrop

Alter: 24

Position: Stürmer

Job: Anlagemechaniker/Student Technische Ausrüstung

Seine persönliche Einschätzung: Wichtig war mir bei dem Wechsel, dass ich in ein ähnlich familiäres Umfeld komme und eine eingespielte Truppe vorfinde, wie ich es vorher beim TuS Uentrop hatte. Ich denke, das habe ich in Heessen vorgefunden. Für mich hat der Wechsel zum SVE eine neue Perspektive geboten. Ich kann neue Mitspieler und eine neue Mannschaft kennen lernen und mich persönlich verbessern. Klar schieße ich gerne Tore, aber letztlich ist das eine mannschaftliche Leistung. Ohne die Teamkollegen funktioniert das nicht. Wir wollen als Aufsteiger mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Ich denke auch, dass unsere Mannschaft so stark ist, dass wir im oberen Drittel mitspielen können. Wenn ich da mit meinen Toren zu beitragen kann, dann wäre das optimal und würde mich natürlich freuen. Wichtig für uns ist ein guter Start am Sonntag im ersten Heimspiel der neuen Saison gegen den SC Sönnern.

Das sagt Trainer Rouven Meschede über den Neuzugang vom TuS Uentrop: Pascal hat in der Vorbereitung die meisten Tore für uns geschossen. Er weiß, wo die Bude steht. Dafür haben wir ihn ja auch aus Uentrop geholt. Er kniet sich immer mächtig rein, gibt immer Vollgas. Er will immer den Ball haben und vorne die Murmel über die Linie bringen. So einen Spieler hat man gerne in seiner Mannschaft.

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