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Hammer Bodybuilderin Lisa-Marie Linn: Das große Ziel heißt Las Vegas

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Von: Günter Thomas

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Deutsche Vizemeisterin der Bikini-Fitness-Klasse: Lisa-Marie Linn aus Hamm.
Deutsche Vizemeisterin der Bikini-Fitness-Klasse: Lisa-Marie Linn aus Hamm. © Linn

Lisa-Marie Linn wurde jetzt in der Bikini-Fitness-Klasse deutsche Vizemeisterin im Bodybuilding. Wichtiger ist der Hammerin allerdings die WM Ende Juni in Florenz, bevor es anschließend zum Wettkampf „Mr. und Mrs. Olympia“ in Las Vegas geht. Dort wird sie dann ihr Profidebüt geben.

Hamm - Vor einem knappen Jahr feierte Lisa-Marie Linn den bisher größten Erfolg ihrer sportlichen Karriere: Bei der Deutschen Meisterschaft im Bodybuilding der German Natural Bodybuilding & Fitness Federation (GNBF) sicherte sie sich in der Bikini-Fitness-Klasse den Titel. Ein Jahr später war sie erneut bei den Wettkämpfen dabei. Und wieder stand Linn auf dem Siegerpodest – dieses Mal wurde sie im rheinland-pfälzischen Germersheim deutsche Vizemeisterin.

Schmaler Grat in der Bikini-Klasse

„Ich hätte mir natürlich gewünscht, wieder den Gesamtsieg zu machen“, gibt Linn ehrlich zu. „Ich bin nun einmal sehr ehrgeizig. Doch das ist jedes Mal ein neues Rennen. Ich hatte ein viel besseres Gesamtpaket als letztes Jahr, wo ich alles gewonnen habe. Aber die Bewertung durch die Punktrichter ist eben auch sehr subjektiv. In der Bikini-Klasse ist das ein schmaler Grat zwischen zu viel und zu wenig – da steht und fällt die Bewertung mit dem Geschmack der Jury. Dieses Mal war da eben eine andere besser.“

Die Enttäuschung darüber, dass es nicht ganz zur Titelverteidigung gereicht hat, war allerdings schnell wieder verflogen. Denn eigentlich war Germersheim nur eine Zwischenstation. „Ich bin mitten in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft Ende Juni in Florenz. Und im November bin ich zum ersten Mal beim Mr. und Mrs. Olympia in Las Vegas – dem größten Wettkampf im Bodybuilding. Daher war das ein bisschen wie ein Testwettkampf“, sagt sie. „Denn mein großes Ziel ist Las Vegas – wobei die WM natürlich auch nicht unwichtig ist.“

Dorthin reist sie Ende Juni an und wird hinterher gemeinsam mit ihrem Partner Thomas Isdepski, mit dem sie auch das Personal-Training-Studio „DeineCoaches“ am Heessener Markt betreibt, noch einen Urlaub anhängen. Ein Platz im Koffer für den Siegerpokal wäre aber noch frei. Isdepski, selbst Athletiktrainer, fällt dabei eine ganz wichtige Funktion zu. „Er ist am Wettkampftag für mich da“, sagt Linn. „Er ist mein Malermeister, Coach, Freund, Betreuer. Das wird für ihn super anstrengend, denn ich bin dann wie im Tunnel, soll mich ausruhen und nicht so bewegen, damit die Beine frei werden.“

Profi-Debüt in Las Vegas

Nachdem sie im vergangenen Jahr bei der DM eine „Pro Card“ und damit eine Startberechtigung für internationale Profi-Wettkämpfe erhalten hat, wird sie in Florenz aber noch in der Amateur-Klasse dabei sein, ehe sie in Las Vegas ihr Profi-Debüt geben wird.

Zur Vorbereitung auf Florenz wird Linn ihr Training nun intensivieren. „Die WM wird etwas ganz anderes als die DM. Da stehen noch bessere Mädels neben dir“, weiß die 28-Jährige. „Ich gucke mir Vdeos und Fotos an, um zu sehen, wo man noch ein bisschen am Körper meißeln muss, wie ich sage – weil das wie bei einer Statue ist.“

Gewichtsabnahme für das Posing wichtig

Wichtigster Baustein im Endspurt der WM-Vorbereitung ist die Morgenroutine, in der sie ihr Posing durchgeht. „Das ist extrem anstrengend, weil es leicht aussehen soll“, sagt Linn. „Außerdem werde ich ein bisschen den Kalorienverbrauch erhöhen, das Körperfett herunter trainieren, genug schlafen, auf die Regeneration achten.“ 200 Gramm will sie pro Woche an Gewicht abnehmen. „Die Form muss passen. Und bei der DM hat vielleicht noch ein Kilo gefehlt.“

Vor Ort in Italien könnte dann noch die Sprache zum Problem werden. Klingt komisch, ist aber so, erklärt Linn: „Es ist wichtig, zu wissen, wann du dran bist. Denn 20 Minuten vor dem Auftritt musst du nochmal Bräune machen, aufpumpen. Wenn ich nicht verstehe, wann ich dran bin, wird das ein Problem.“

Bikini für 700 Euro

Nach Florenz wird die Hammerin noch bei einem Profi-Wettkampf starten. „Da gibt es dann auch, anders als bei den Amateuren, Preisgelder für die Sieger“, sagt Linn. „Reich wirst du damit nicht. 1000 Euro, wenn ich gewinnen“, sagt Linn. „Der Bikini, den ich anhabe, hat 700 gekostet – den hätte ich damit dann schon einmal raus...“

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