Fußball

Virtuelle Tickets - der VfL Mark ist schon dabei

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Die Sportplätze sind geschlossen. Erste Klubs verkaufen deshalb jetzt virtuelle Tickets.

Ohne Spielbetrieb keine Einnahmen. Was platt daherkommt, trifft viele Fußballvereine im Kern. Die Corona-Krise zwingt die Klubs dazu, kreativ zu werden, um nicht wirtschaftliche Konsequenzen davonzutragen.

Hamm - Deshalb geht der TC Freisenbruch aus Essen voran. Online kann sich jeder Verein mit wenigen Klicks registrieren, um auf www.geisterspieltickets.de virtuelle Eintrittskarten zu verkaufen.

Mit dem VfL Mark hat sich nun der erste Hammer Sportverein auf der Internetseite registriert. Dort bietet der A-Ligist sogenannte Geisterspieltickets für Partien an, die niemals stattfinden werden. Auch Bratwurst und Flüssignahrung vertreibt der VfL auf der Website auf charmante Art und Weise und in virtueller Form.

„Keiner kann sagen, wie lange die Krise noch andauert“, begründet Vorsitzender Jörg Wedekind die Teilnahme des VfL Mark. „Es mag sein, dass uns ohne Sportbetrieb irgendwann die Mitglieder wegbrechen“, mutmaßt er.

Coronavirus in Hamm: Fußballer spüren Auswirkungen

Die Fußballabteilung würde in diesem Fall auch die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die anderen Sportarten des VfL zu spüren bekommen. „In einem Verein ist es doch so, dass diejenigen, die Geld bringen, diejenigen, die Geld kosten, unterstützen. Und der Breitensport bringt nun einmal Geld“, fürchtet Wedekind, dass das Fehlen jener Angebote Folgen haben könnte.

Der Verkauf von Geisterspieltickets soll finanzielle Abhilfe schaffen. Eine Idee, die nicht nur an der Marker Dorfstraße auf Zuspruch stößt: „Da werde ich unsere Leute mal drauf aufmerksam machen“, sagt Franz-Josef Krych, Vorsitzender des SVF Herringen. Aktuell sei der A-Ligist zwar noch gut aufgestellt, allerdings fallen zusätzlich zum Spielbetrieb Einnahmen aus dem Klubhaus weg. „Das ist sonst jede Woche ausverkauft“, betont Krych. Gemeinsam mit den anderen Vorstandskollegen will er sich daher in den kommenden Tagen über Hilfsprogramme schlau machen.

Selbst Schützenvereine sind schon dabei

Hilfsprogramme, wie auch das Portal des TC Freisenbruch eines ist. Mittlerweile reicht die Initiative bis weit über den Tellerrand des Fußballs hinaus. „In anderen Sportarten sind die Vereine ja mindestens genauso akut bedroht. Und selbst Schützenvereine haben sich bei uns inzwischen einen Online-Shop eingerichtet“, erklärt Projektleiter Gerrit Kremer.

Was die Klubs digital veräußern, das bleibt ihnen selbst überlassen. „Seit gestern verkaufen manche auch Sucuk-Brötchen“, deutet Kremer auf eine Alternative auf dem virtuellen Grillrost.

Insgesamt wurden schon mehr als 30 000 Euro von über 350 Vereinen eingenommen. Zahlen, die schnell überholt sind, wie Kremer weiß: „Es werden stündlich mehr.“

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