1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Vincent Ocansey ist der Hoffnungsträger der Hammer SpVg im Abstiegskampf

Erstellt:

Von: Patrick Droste

Kommentare

Fünf Saisontreffer durfte HSV-Stürmer Vincent Ocansey bislang bejubeln.
Fünf Saisontreffer durfte HSV-Stürmer Vincent Ocansey bislang bejubeln. © Reiner Mroß/Digitalbild

Vincent Ocansey macht sich über seine Karriere als Fußballer derzeit nicht allzu viele Gedanken.

Hamm - „Ich will mit der Hammer SpVg in der Oberliga bleiben“, sagt der 21 Jahre alte Stürmer, der in dieser Saison in acht Partien bereits fünf Treffer erzielt hat und einer der großen Hoffnungsträger des Traditionsvereins im Kampf um den Klassenerhalt ist. Sein Trainer traut ihm jedoch noch einiges mehr zu. „Er kann es höher schaffen“, sagt Steven Degelmann, hofft aber jetzt erst einmal, dass Ocansey mit seinen Toren am Sonntag (15 Uhr) im Heimspiel gegen die SG Finnentrop/Bamenohl der HSV den dritten Saisonsieg beschert.

In seiner Jugend hat Ocansey, der in Hamm-Berge aufgewachsen ist und am Friedrich-List-Berufskolleg sein Fachabitur gemacht hat, eine Vielzahl an Vereinen durchlaufen. Angefangen hatte er beim damaligen Post-SuS Hamm an der Grünstraße, ehe er über ein halbjähriges Intermezzo beim SV Westfalia Rhynern zu Borussia Dortmund wechselte. Dort kickte er von der E- bis zur C-Jugend, ehe der BVB die Zusammenarbeit nicht verlängerte. „Ich habe es körperlich nicht geschafft. Mein Wachstumsschub kam erst später“, sagt der mittlerweile 1,93 m große Ocansey. Weiter ging es für ihn bei Preußen Münster, RW Ahlen und erneut Westfalia Rhynern, von wo aus er mit 18 Jahren als Altjahrgang zur Hammer SpVg in die A-Junioren-Westfalenliga ging.

Drei Monate in Ghana

In seinem ersten Seniorenjahr gehörte er zum Kader der Bezirksliga-Reserve der HSV und machte dort Bekanntschaft mit dem Seniorenfußball. „Ich habe da nicht viele Einsätze gehabt, weil ich zuerst für die karitative Arbeit in einem Kinderheim drei Monate in Ghana war, ehe dann die Saison später wegen Corona abgebrochen wurde. Trotzdem war das für mich gut, denn der Unterschied zwischen A-Junioren-Westfalenliga und Senioren-Bezirksliga war schon gewaltig“, erinnert er sich. Allerdings hatte sich Ocansey sehr schnell an den Erwachsenen-Fußball gewöhnt, so dass er im Sommer 2020 in den Oberliga-Kader berufen wurde und in der nach acht Partien abgebrochenen Spielzeit zu einigen Einsätzen in der ersten Mannschaft kam. Obwohl die HSV in den acht Begegnungen acht Niederlagen kassierte, kam für ihn ein Wechsel nicht in Frage.

„Ich habe bei der HSV den Sprung aus der Jugend in den Seniorenbereich geschafft, habe dann von der Bezirks- in die Oberliga drei Ligen überspringen dürfen und fühle mich bei der HSV wohl – da habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, den Verein zu wechseln“, stellt er klar.

Aus dem HSV-Angriff nicht mehr wegzudenken

Und während er in der vergangenen Saison in den acht Partien lediglich einmal über die kompletten 90 Minuten zum Einsatz gekommen war, ist er in dieser Spieltzeit aus dem Angriff der HSV nicht mehr wegzudenken, stand zum Beispiel in den vergangenen fünf Partien von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz. Natürlich hat er ein wenig vom Kreuzbandriss von Angriffs-RoutinierMarcel Todte profitiert und hat dadurch mehr Einsatzzeiten bekommen, dennoch bedauert Ocansey den monatelangen Ausfall seines erfahrenen Stürmerkollegen. „Klar komme ich dadurch mehr zum Einsatz. Aber Marcel fehlt uns trotzdem auf und neben dem Platz. Ich habe mir schon letztes Jahr viel von ihm abgeguckt und würde auch jetzt noch gerne einiges von ihm lernen. Wir bedauern es alle, dass er so lange ausfällt“, betont Ocansey, der in Dortmund internationales Management studiert.

Sein Trainer freut sich jedenfalls über die tolle Entwicklung, die der junge Angreifer genommen hat und findet nur lobende Worte für ihn. „Vincent hat keine Angst. Er kann richtig ekelig sein. Als gegnerischer Innenverteidiger muss man alles aufbringen, um ihn auszuschalten“, sagt Degelmann. „Er hat ein sehr gutes Fitnesslevel, ist noch sehr unbekümmert und sucht mit dem ersten Kontakt immer den Weg zum Tor. Bei ihm geht immer die Post ab.“

„Mit jedem Tor wird das Selbstvertrauen größer“

Und dafür, dass das bei der Hammer SpVg auch am Sonntag gegen die Gäste aus dem Sauerland, die am vergangenen Wochenende mit dem 2:1 über die TSG Sprockhövel den ersten Saisonsieg gelandet haben und daher mit viel Rückenwind anreisen werden, der Fall ist, soll erneut der neue Hoffnungsträger im HSV-Angriff sorgen. „Dass ich schon fünf Tore auf dem Konto habe, damit habe ich selbst nicht gerechnet. Aber die Mannschaft hilft mir – und mit jedem Tor wird das Selbstvertrauen größer“, sagt er und fügt mit Blick auf die Partie gegen die SG hinzu: „Egal, was Finnentrop am vergangenen Sonntag gemacht hat, wir kämpfen auf jeder Position darum, die Punkte am Sonntag definitiv zu behalten.“

Und genauso wie er von einem Dreier an diesem Wochenende überzeugt ist, so fest glaubt er daran, dass er und seine Teamkollegen den Klassenerhalt schaffen werden. „Wir haben auf jeden Fall die nötige Qualität, um in der Oberliga zu bleiben. Vorne sind wir manchmal noch etwas zu verspielt oder gar naiv, da muss der letzte Pass besser kommen. Und hinten müssen wir zusehen, dass wir weniger Gegentore kassieren. Aber das sind alles Sachen, die wir in den Griff bekommen sollten“, meint er. „Wir werden jedenfalls weiter Woche für Woche unser Bestes geben. Und wenn ich am Ende mit dem einen oder anderen Tor von mir helfen kann, dass wir unser Ziel erreichen, dann ist das umso schöner.“

Auch interessant

Kommentare