ASV steht vor einer schweren Partie in Nordhorn

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Kay Rothenpieler hofft, dass er mit seinem Team in Nordhorn jubeln kann.

HAMM - Es hatte einige Gespräche gegeben. Schließlich hatte auch die zweite Heimniederlage in Folge genug Diskussionsstoff geliefert. „Es ist ja nicht so, dass wir das einfach hinnehmen“, sagt Kay Rothenpieler, Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen.

„Wir überlegen, wir analysieren. Und wir sind zu wirklich sehr guten Ergebnissen gekommen.“ Was sich möglichst schon am Freitag (17 Uhr, Euregium) im schweren Auswärtsspiel beim Tabellendritten HSG Nordhorn-Lingen niederschlagen soll.

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Dass sich im Umfeld eine gewisse Unruhe breit gemacht hat angesichts der bitteren Heimpleite gegen Schlusslicht Baunatal und dem verspielten hohen Vorsprung zuletzt gegen Empor Rostock, haben Coach und Mannschaft wahrgenommen.

„Emotionen gehören zum Sport dazu, und die Leute haben natürlich auch das Recht, ihrem Ärger Luft zu machen. Aber die Pfiffe tun weh, sie gehen nicht spurlos an uns vorüber“, sagt Rothenpieler. An ihm selbst auch nicht. „Wir haben uns für einen bestimmten Weg entschieden, auch, um uns weiter wirtschaftlich zu konsolidieren. Jetzt haben wir hier viele gute, junge, hungrige Spieler, und darüber bin ich sehr froh. Ich ziehe dieses Projekt gnadenlos durch – auch wenn ich mal Nackenschläge einstecken muss.“

Schließlich seien diese einkalkuliert, so schmerzhaft sie auch sind. „Jeder“, so der 43-Jährige, „kann sich sicher sein, dass wir alle immer unser Bestes gegeben. Und dass dabei Fehler passieren, gehört zur Entwicklung dazu. Wir werden versuchen, es besser zu machen und die Leute wieder mitzunehmen. Aber wir bewahren die Ruhe. Wir wissen, dass wir Zeit brauchen und mit Höhen und Tiefen leben müssen.“ Auch Kapitän Jakob Macke verweist auf den unbedingten Willen des Teams in den ersten Saisonspielen, wenn er sagt: „Wichtig ist, dass wir nicht wegen fehlender Leistungsbereitschaft verlieren.“

Unter dem Strich steht eine Bilanz von 6:6 Punkten, wobei die Hammer auswärts noch ungeschlagen sind. Diese Ausbeute, die Vorbereitung auf die Saison sowie die Darbietungen über weite Strecken in einigen Meisterschaftspartien „zeigen ja, wie viel Potenzial da ist“, so Rothenpieler. Woran es fehle, sei die Konstanz. Sei das Bewältigen von Stresssituationen.

„Wir“, sagt der Coach, „brechen dann ein bisschen auseinander.“ Doch in diesen Punkten werde sich das Team weiterentwickeln, ist der Coach überzeugt und verweist unter anderem auf die zuletzt geführten Gespräche. „Die bewirken ja etwas. Wir lassen uns nicht auseinander dividieren, wir ziehen das gemeinsam durch. Wir sind noch enger zusammengerückt.“

Was für den nächsten Schritt unabdingbar ist. Gerade die mannschaftliche Geschlossenheit wird ein entscheidender Faktor sein, um die kommenden Prüfungen zu bestehen, die in der Summe zur Standortbestimmung werden. Schließlich folgen nach der Partie bei den erfahrenen Nordhornern der Heimauftritt gegen Erstliga-Absteiger Eisenach und dann drei Auswärtsbegegnungen in Serie (Hildesheim, Großwallstadt, Rimpar).

„Wir werden uns zerreißen, werden in Sachen Einsatz und Wille voll da sein“, verspricht Rothenpieler – und meint damit erst einmal die anstehende Aufgabe. In Nordhorn, wo weiter Jan Brosch (Hüftprellung) und Joscha Ritterbach (Fußbruch) fehlen, wird sein Team auf eine kompakte Deckung eines eingespielten Teams treffen, das über eine gefährliche erste und zweite Welle verfügt – was die gut in die Saison gestartete HSG zum Favoriten macht.

Aber, so Rothenpieler: „Wir wollen unbequem sein. Und wir möchten unbedingt gewinnen.“ Kein aussichtsloses Unterfangen. Immerhin hatte der ASV auch in der vergangenen Saison mit dem 29:27-Erfolg in Nordhorn überrascht. „Wichtig ist, dass wir an unsere Tugenden denken, dass wir sicher und selbstbewusst agieren“, sagt der Trainer – und dass der ASV in kribbeligen Situationen mit „einer gewissen taktischen Disziplin“ und „vernünftigen Lösungen“ mehr Abgeklärtheit demonstriert. „Wir“, so Rothenpieler, „müssen bestimmte Dinge als Team lösen.“ Wofür die jüngsten Gespräche hilfreich gewesen sein dürften. - fh

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