Zwei Elfmeter, zwei Platzverweise

Wiescherhöfen gegen Rhynern nur remis

+
Kampf um den Ball: Wiescherhöfens Musa Gümüs (links) im Zweikampf mit Rhynerns Kapitän Jan Kleine.

HAMM - Es war ein Derby ohne große Höhepunkte und doch mit jeder Menge Gesprächsbedarf. Zwei Platzverweise, zwei umstrittene Elfmeter – und am Ende zwei Trainer, die sich mit dem Remis eher arrangierten als mit der Schiedsrichter-Leistung.

Von Frank Heidenreich

„Wir haben nicht verloren, das ist schon mal ganz gut. Wir haben den Abwärtstrend gestoppt“, sagte Steven Degelmann, nachdem er mit dem TuS Wiescherhöfen den Bezirksliga-Spitzenreiter Westfalia Rhynern II durch ein 1:1 (0:1) an der Wielandstraße gestürzt hatte. Dessen Coach konnte ebenfalls mit dem Unentschieden leben. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen und können von Glück reden, dass wir zumindest einen Punkt geholt haben“, meinte Thomas Schneider.

Sein Team hatte zu Beginn große Probleme mit den aggressiven, viel investierenden Gastgebern, die die überwiegende Zahl an Zweikämpfen gewannen und nach einem feinen Spielzug früh eine Großchance hatten. Doch Rhynerns Schlussmann Maximilian Eul klärte mit einer glänzenden Fußabwehr gegen den völlig freien Eduard Lorengel (9.). „Wir sind ganz schlecht ins Spiel gekommen, Wiescherhöfen hat uns den Schneid abgekauft“, monierte Schneider.

Die Schneider-Elf ging dennoch in Führung, weil Schiedsrichter Max Conrad (Kamen) zum Unmut der Platzherren auf Elfmeter entschied. Denn der Unparteiische hatte den Vorteil sehr lange laufen lassen, bevor er doch noch ein Foul Simon Pepers an Jan Kleine ahndete. Andrei Lorengel nutzte den Strafstoß zum 0:1 (23.). Fünf Minuten später allerdings war die gute Laune bei der Westfalia bereits wieder verflogen, Sven Pahnreck sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

Mit dem numerischen Übergewicht wussten die Gastgeber allerdings nur wenig anzufangen. Auch nicht, als der TuS sogar mit zwei Akteuren mehr auf dem Feld war. Denn im zweiten Abschnitt sah der eingewechselte Frederic Ebel wegen Schiedsrichter-Beleidigung die Rote Karte (65.). Vorausgegangen war eine mehr als fragwürdige Elfmeter-Entscheidung Conrads, der ein Foul Ebels an Meik Grela gesehen haben wollte. Alfred Koschel nutzte die Gelegenheit zum Ausgleich (66.).

Aus dem Spiel heraus allerdings brachte der TuS praktisch nichts zustande. Bezeichnenderweise zwei Distanzschüsse von Jan-Christoph Behnke (80.) und Eduard Lorengel (85.) waren die magere Ausbeute der ideenlosen und von Ungenauigkeiten im Aufbau geprägten Bemühungen der Wiescherhöfener, die allerdings auch das letzte Risiko scheuten. „Nach dem, was sich in den letzten Wochen bei uns abgespielt hat, ist es normal, dass wir in Überzahl nicht so dominant agieren“, sagte Degelmann. „Die Platzverweise haben uns nicht gerade in die Karten gespielt.“ Was sich auch darin ausdrückte, dass die Gäste trotz allem zwei gute Chancen durch Felix Böhmer hatten, der den Ball zunächst nach einer verunglückten Faustabwehr Muzaffer Onurs über das leere Tor schoss (61.) und später mit einem abgefälschten Versuch am TuS-Schlussmann scheiterte (87.).

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare