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Viel Arbeit nach der Aufstiegsfeier des ASV

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Von: Günter Thomas

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Die Verabschiedung der scheidenden Spieler (hier Jan Brosch/Mitte) nahmen ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers (links) und Franz Dressel (rechts) erst nach dem Spiel gegen Großwallstadt vor.
Die Verabschiedung der scheidenden Spieler (hier Jan Brosch/Mitte) nahmen ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers (links) und Franz Dressel (rechts) erst nach dem Spiel gegen Großwallstadt vor. © Henning Wegener

Kaum Zeit zum Genießen haben die Verantwortlichen beim ASV Hamm-Westfalen nach dem Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga. Jetzt gilt es, ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen, das genügend Qualität besitzt, um in der kommenden Saison konkurrenzfähig zu sein.

Hamm - Als sich Thomas Lammers, Geschäftsführer des ASV Hamm-Westfalen, in der Nacht zum Samstag gegen 3.30 Uhr auf den Heimweg machte, war die Party für die Spieler noch im vollen Gang. Bis in die frühen Morgenstunden begoss das Team nach dem 34:27-Sieg über den TV Großwallstadt den gelungenen Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga – schließlich hat der Verein zwölf Jahre darauf warten müssen. „Das Ganze hat sich irgendwann intern in den Kabinentrakt verlegt“, sagt Lammers, der auch zwei Tage nach dem gelungenen Coup der Mannschaft noch ein Lächeln im Gesicht trägt. „Es war sehr intensiv und hat richtig Spaß gemacht. Und gegen halb sieben sind die letzten dann nach Hause gegangen.“

Auf der Suche nach neuen Sponsoren

Im Nachgang folgten am Samstag ein gemeinsames Grillen bei einem Sponsor und am Sonntag ein Brunch mit der ASV-Familie. Erst am Pfingstmontag hatte Lammers Zeit, um das Geschehene noch einmal Revue passieren zu lassen – und vor allem an die Zukunft zu denken. „Das werden für Trainer Michael Lerscht und mich jetzt noch einmal drei sehr arbeitsintensive Wochen bis zum Urlaub“, weiß Lammers. „Denn jetzt gilt es, den Erfolg weiter auf die wirtschaftliche Ebene umzubrechen. Die größte Aufgabe ist es daher für mich, mit potenziellen neuen Sponsoren zu sprechen. Positives Feedback haben wir in den letzten Tagen jedenfalls genug bekommen – ich bin überrannt worden mit WhatsApp-Nachrichten, E-Mails, Anrufen, da waren auch Interessensanfragen von Unternehmen dabei.“

Dass das Unternehmen Bundesliga unabhängig vom Erfolg dieser Gespräche für den ASV zu einem Abenteuer wird, weiß der Geschäftsführer. „Wir sind alle realistisch genug, um zu wissen, dass wir als Underdog in die Saison gehen werden“, versichert er. „Wir haben nicht die große Schatulle, um uns fünf, sechs, sieben Bundesligaspieler holen zu können. Klar war unsere Kaderplanung bisher zu 80 Prozent auf die 2. Bundesliga ausgerichtet. Aber unsere Neuzugänge haben wir ja perspektivisch geholt, weil wir ihnen zutrauen, auch in der 1. Liga zu bestehen.“

Personeller Umbruch steht an

Dass der Aufstieg nicht unbedingt Teil des Masterplans für die laufende Saison war, macht die Aufgabe für den Trainer in der kommenden Saison nicht leichter. Zumal ein großer Umbruch ansteht, da sieben Spieler – Dani Baijens, Gerrit Genz, Sören Südmeier, Jan Brosch, Matej Mikita, Alexander Engelhardt und Florian Schöße – den Verein verlassen werden. „Das war ja so nicht gewollt“, sagt Lammers. „Der Plan und vertraglich beschlossen war, dass der ganze Rückraum zwei Jahre bleibt. Doch wir werden das Beste aus der Situation machen. Dieser Umbruch wird dann eine zusätzliche Aufgabe für den Trainer. Aber natürlich kann es auch mal sein, dass wir sechs, sieben, acht Spiele hintereinander verlieren werden. Das muss jeder wissen.“

Mit Kreisläufer Stefan Bauer (HSC Coburg), Mittelmann Yonathan Dayan (DJK Rimpar), Savvas Savvas (Rückraum links/TV Großwallstadt), Andreas Bornemann (Rückraum rechts/TuS Ferndorf) und dem schon im Winter verpflichteten Benny Meschke am Kreis sind bereits fünf Spieler verpflichtet worden. Weitere werden folgen. „Neben der Position Rückraum Mitte, wo wir eh noch jemanden brauchen, gucken wir nun nach dem Aufstieg, ob wir noch ein, zwei Spieler finden, die uns in der Spitze helfen können“, verspricht Lammers weitere Verstärkungen.

Gespräche laufen bereits

Vor allem der zweite Mann auf Rückraum Mitte dürfte zeitnah unterschreiben, sind die Verhandlungen zu dieser Position doch schon weit fortgeschritten. „Gespräche mit ein, zwei Kandidaten haben wir geführt“, so der Geschäftsführer. „Ob wir da in der kommenden Woche oder erst, wenn die Liga beendet wird, Vollzug melden können, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass wir gerne so schnell wie möglich die Personalplanungen beenden wollen – auch, wenn es sich bei den anderen Akteuren noch ein wenig ziehen wird. Bis wir in Urlaub gehen, wollen wir die Kaderplanung aber hinter uns haben.“ Damit das neue Team am 18. Juli gemeinsam in die Vorbereitung auf die Erstliga-Saison starten kann.

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