HSV versackt nach 0:3-Pleite gegen Rheine im Mittelmaß

+
Danny Radke (links) belebte nach seiner Einwechslung kurzzeitig die HSV-Offensive. Ein Tor gelang aber auch ihm nicht.

Hamm - Alles sollte besser werden nach der Trennung von Trainer Oliver Gottwald. Doch das wurde es nicht. Im Gegenteil. Der Fußball-Oberligist Hammer SpVg erlebte bei der 0:3 (0:1)-Heimschlappe gegen den FC Eintracht Rheine den vorläufigen Tiefpunkt dieser Saison.

„Willkommen im Abstiegskampf“, murmelte der sichtlich unzufriedene Verteidiger Michael Kaminski auf dem Weg in die Kabinen. So weit ist es noch nicht, doch die Tendenz im Hammer Osten ist nach zwei Heimspielen in Folge ohne Sieg keine gute.

Zu allem Überfluss verlor die HSV in Semih Yigit auch noch einen wichtigen Offensivspieler. Der 26-Jährige bekam Mitte der zweiten Halbzeit bei einem Zweikampf einen Ellbogen an den Hinterkopf und spielte noch zehn Minuten weiter, bevor er dann doch sichtlich benommen vom Feld (79.) und mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste. Da die HSV ihr Auswechselkontingent bereits erschöpft hatte, musste sie in Unterzahl zu Ende spielen – und kassierte noch zwei weitere Treffer zum 0:3-Endstand.

„Einsatz und Wille waren bei den Jungs da“, sagte Interimstrainer Ferhat Cerci nach der Partie. „Aber wir haben uns selbst geschlagen. Wir haben zu viele Fehlpässe im Mittelfeld gespielt und in der Defensive extreme individuelle Fehler gemacht. Der Gegner hat das ausgenutzt. Das haben wir nicht geschafft“, so der 34-Jährige. Cerci hatte Serafettin Sarisoy, der seit Saisonstart nur in der U 23 spielen durfte, für den gelbgesperrten Yakup Köse in die Start-Elf beordert. Danny Radke, zuletzt ebenfalls nur in der Landesliga aktiv, saß zunächst nur auf der Bank.

Es sah in den Anfangsminuten gar nicht schlecht aus, was die HSV zeigte. Nach einem feinen Pass von Jochen Höfler scheiterte Semih Yigit an Rheines Torwart Nils Wiedenhöft (2.), zwei Minuten später zog Dos Santos Tavares aus 16 Metern ab, allerdings zu schwach und unplatziert. Ein Fernschuss von Tayfun Cakiroglu (18.) brachte zumindest noch einmal in Ansätzen Gefahr. Doch danach herrschte Ruhe vor dem Tor der Gäste, die sich langsam besser zurechtfanden. In der 20. Minute klatschte Philip Fonteins Schuss gegen den Pfosten, Timo Scherping schob den Abpraller ins Netz – Schiedsrichter Michael Negri pfiff jedoch Abseits. Vier Minuten später lag der Ball erneut im HSV-Gehäuse. Diesmal zählte der Treffer. Fontein hatte einen Konter über Julius Hölscher mit dem 0:1 veredelt (24.).

Die Hammer waren nun gezwungen, auf regentiefem Platz das Spiel an sich zu reißen. Doch das gelang ihnen nicht. Nach zwei Patzern von Cakiroglu hatten sie vielmehr Glück, dass Rheine seine Konter schlecht ausspielte (43., 45.+1) und dass Negri nicht auf Elfmeter entschied, nachdem der eingewechselte Ex-HSVer Rafael Figueiredo nach einem Zweikampf mit Hamms Amadeus Piontek im 16er zu Fall gekommen war (45.). Als die Darbietung der HSV nach der Pause keinen Deut besser wurde, wechselte Cerci doppelt: Radke kam für Sarisoy, der nach langer Oberliga-Zwangspause keine schlechte Partie gezeigt hatte, und Dennis Mooy für Tavares.

Radke brachte zumindest ein wenig Schwung in die Offensive. Er schoss auf das Tor (61.) und leitete mit einem Flankenwechsel auf Mooy die beste Hammer Chance der zweiten Halbzeit ein. Mooys Schuss fälschte Wiedenhöft ab, doch Höfler erreichte den Abpraller nicht; er rutschte weg (60.). Zuvor hatte Lenz die Gastgeber zweimal in höchster Not vor dem 0:2 bewahrt (61., 66.). In der 83. Minute war er doch geschlagen. Figueiredo staubte zum 0:2 ab. In der Nachspielzeit legte der sträflich freie Luca Meyer per Kopfball noch das 0:3 nach und machte so den trüben Nachmittag für die HSV mit Nieselregen und Minuskulisse noch ein wenig dunkler.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare