Eishockey

Probleme hat Eisbären-Neuzugang Chris Schutz nur beim Autofahren

Chris Schutz hat sich inzwischen in Hamm sehr gut eingelebt.
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Chris Schutz hat sich inzwischen in Hamm sehr gut eingelebt.

Fünf Spiele, sechs Tore und zwei Assists – nur selten hat ein neuer Kontingentspieler der Hammer Eisbären sich innerhalb kurzer Zeit so gut eingelebt wie Christopher Schutz, der erst seit wenigen Wochen das Trikot des Eishockey-Oberligisten trägt.

Hamm – „So wie es aussieht, haben wir mit ihm einen sehr guten Fang gemacht“, bestätigt Manager Jan Koch, der mit dem 26-Jährigen zunächst einmal einen Einjahresvertrag ausgehandelt hat. „Er passt menschlich hervorragend in die Mannschaft, ist läuferisch sehr stark, hat zudem auch spielerisch überzeugt und ist torgefährlich, was seine bisherige Statistik unterstreicht.“

Zu verdanken haben die Eisbären den Transfer ihrem Trainer Jeff Job. „Ich hatte schon vor einem Jahr über einen Agenten den ersten Kontakt zu Jeff. Der wollte mich zu seinem damaligen Verein nach Herford holen. Doch wegen der Corona-Pandemie wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht nach Deutschland reisen“, sagt Schutz.

Vorfahren im Osten Deutschlands

Zum Glück für die Eisbären, die jetzt über einen Stürmer verfügen, der mit den Topscorern der dritthöchsten deutschen Klasse mithalten kann. Und der sogar, was der Name andeutet, deutsche Vorfahren besitzt. „Ich habe erfahren, dass Mitte des 18. Jahrhunderts meine Familie, vermutlich aus dem Osten Deutschlands, nach Amerika ausgewandert und in Texas heimisch geworden ist“, berichtet der Hammer Neuzugang.

Schon mit sechs Jahren stand Chris Schutz, der im texanischen Fort Worth geboren wurde, erstmals auf dem Eis. Mit seinem vier Jahre älteren Bruder Ryan übte er auch daheim mit einem selbst gebastelten Schläger auf Rollerskates. Während Ryan bereits sehr früh seine Eishockey-Laufbahn beendete, blieb Chris dabei. „Ryan hatte andere Interessen, aber mir bedeutet Eishockey sehr viel“, beteuert der Angreifer, der lange in den höchsten College-Leagues in den USA auf Torejagd ging. „Als ich dann mein Wirtschaftsstudium erfolgreich abgeschlossen habe, wollte ich etwas von der Welt sehen und den Sprung nach Europa wagen“, erzählt Schutz.

Kulturschock nach der Ankunft

Für ihn ist dieser Wechsel ein gravierender Einschnitt in seinem Leben. „Am Anfang hatte ich schon einen kleinen Kulturschock“, gesteht er ein. „Ich bin in Frankfurt gelandet, habe bereits auf der Fahrt nach Hamm gemerkt, dass hier alles etwas anders aussieht als in den USA“, berichtet der neue Eisbären-Stürmer. „Doch inzwischen sehe ich das sehr positiv. Ich mache viele neue, gute Erfahrungen und fühle mich sehr wohl in Hamm.“

Immer einen Schritt voraus: Chris Schutz ist ein sehr guter und schneller Schlittschuhläufer.

Schutz hat ein Appartement – etwa eine Viertelstunde entfernt von der Eishalle – bezogen. Probleme besaß er am Anfang lediglich mit der Fahrt zur Trainings- und Spielstätte. „In Amerika gibt es fast nur Autos mit einem Automatikgetriebe. Der Verein hat mir aber einen Wagen mit Gangschaltung zur Verfügung gestellt. Die ersten Versuche, damit zu fahren, verliefen sehr holprig“, schmunzelt Schutz. Dagegen hatte er überhaupt keine Schwierigkeiten, sich an die größere Eisfläche in Deutschland zu gewöhnen. „Die kommt mir sogar entgegen“, berichtet der Profi. „Ich laufe sehr gerne. Da ist das für mich kein Problem.“ Dennoch sei das Eishockey in Europa anders als das in Nordamerika. „Bei uns wird vor allem viel Wert auf die Physis und das körperbetonte Spiel gelegt. Hier wird viel gelaufen, das technische Spiel bevorzugt“, beschreibt Schutz die Unterschiede, die er erkannt hat.

Von Woche zu Woche hart arbeiten

Die Oberliga sieht er durchaus als Klasse mit einem sehr guten Niveau an, weiß aber auch, dass sich die Eisbären in den kommenden Wochen erheblich steigern müssen, wenn sie eine bessere Rolle als im Vorjahr spielen wollen. „Wir haben schon gegen ein paar Teams gespielt, mit denen wir einigermaßen mithalten konnten“, sagt der Angreifer. „Es gibt in dieser Liga aber viele sehr starke Mannschaften. Wir müssen von Woche zu Woche hart arbeiten und uns weiter steigern.“

Neben dem Eishockey hat er in seinem Privatleben auch andere Interessen, weiß sich außerhalb der Eishalle zu beschäftigen. „Ich gehe gerne spazieren, schaue mir dabei die Gegend an“, erzählt der 26-Jährige. „Ich lese zudem sehr gerne Bücher. Daheim in den USA bin ich auch oft zum Angeln gegangen.“

Keine Gedanken an die Zukunft

Über seine weitere Zukunft macht er sich momentan keine Gedanken. Dass die Eisbären in Hamm ein Sprungbrett für eine Karriere in eine höhere Liga in Deutschland sein könnten, beschäftigt ihn aktuell noch nicht. „Mein Fokus liegt erst einmal eindeutig auf meine Aufgabe bei den Eisbären. Ich will dem Team helfen, weiter nach vorn zu kommen. Mit anderen Möglichkeiten und Angeboten werde ich mich erst beschäftigen, wenn sie wirklich auf dem Tisch liegen.“

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