Spiel der vergebenen Chancen

ASV verliert in Bittenfeld mit 32:36

STUTTGART - Als die Spieler des ASV Hamm-Westfalen nach 60 Minuten vor 1.392 Zuschauern in der Stuttgarter Scharrena müde zu ihren Getränken griffen, dürften sie viel Ärger mit den Elektrolyten heruntergespült haben. Ärger über eine vermeidbare Niederlage beim TV Bittenfeld.

Denn der war nicht unbedingt die bessere Mannschaft, profitierte aber von zahlreichen Fehlversuchen der Gäste, die auch beste Chancen nicht zu verwerten wussten. „Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit zu viele freie Bälle liegen gelassen“, sagte ASV-Trainer Kay Rothenpieler. „Das hat uns das genick gebrochen.“ Auf der anderen Seite stellte ein erleichterter Bittenfelder Coach Jürgen Schweikardt fest, dass „unser Torhüter Dragan Jerkovic hinten heraus wichtige Bälle gehalten hat“.

Im Team des ASV fehlten wie schon zuletzt beim starken Auftritt in eigener Halle gegen den HC Erlangen mit Björn Wiegers (Adduktorenprobleme), Jan Brosch (Bandscheibenvorfall) und Fabian Huesmann gleich drei Akteure. Vor allem für Huesmann könnte die Pause länger dauern – besteht doch bei seinen Knieproblemen der Verdacht, dass er sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat. „Das ist für ihn natürlich sehr ärgerlich“, sagte Rothenpieler. „Zumal er zuletzt sehr gut drauf war.“

Das Rothenpieler-Team hatte sich vorgenommen, in der Stuttgarter Scharrena ähnlich wie beim 23:25 gegen den Tabellenzweiten aus Erlangen in eigener Halle aufzutreten und die Ausfälle durch verstärkten Einsatz und eine agile Abwehrarbeit auszugleichen. Doch anders als zuletzt begann die Partie überaus torreich. Was nicht zuletzt an Dominik Weiß lag. Der Rückraumlinke der Gastgeber war kaum zu bändigen.

Es waren gerade einmal 8:30 Minuten gespielt, da hatte Weiß bereits seinen fünften Treffer erzielt. 7:5 stand es zu diesem Zeitpunkt für Bittenfeld, und Rothenpieler reagierte. Der ASV-Coach nahm fortan Marian Orlowski aus der Defensive und wechselte dort mit Markus Fuchs mehr Sicherheit ein. Zwar sorgte Dennis Szczesny kurz darauf noch für den Drei-Tore-Vorsprung des TVB, doch der anschließende 5:1-Lauf bescherte den Hammern eine 11:9-Führung (15.).

Die gab den Gästen allerdings nicht die gewünschte Gelassenheit. Im Gegenteil, Bittenfeld hielt das Tempo hoch und antwortete auf seine Art. Binnen weniger Minuten war das Ergebnis wieder gedreht (13:11/20.). Besonders bitter für den ASV, dass die einzige Zeitstrafe des ersten Durchgangs (Baumgarten/23.) nicht den Hammern sondern dem Liga-Fünften Vorteile brachte, der diese Phase zu drei Treffern nutzte, während der ASV leer ausging (18:13/25.).

Auch dass Rothenpieler den überraschend von Beginn an im Tor stehenden Felix Storbeck nach 20 Minuten gegen den zuletzt überragenden Tomas Mrkva auswechselte, brachte nicht die erhoffte Wirkung. Hamm blieb vor allem im Angriff zu fahrig. Orlowski, Struck und auch Jakob Macke leisteten sich zu viele Fahrkarten, um den Rückstand bis zur Pause merklich zu verkürzen, und so gingen die Hammer mit einem 16:19 in die Kabinen.

Fielen die Tore vor der Pause noch wie reife Früchte, somussten danach in den ersten fünf Minuten zwei Siebenmeter herhalten, um die Zuschauer jubeln zu lassen. Bittenfeld tat sich mit der seit der 25. Minute praktizierten Hammer 5:1-Deckung sehr schwer, und der ASV vergab seine sich erarbeiteten Möglichkeiten vor dem TVB-Tor fleißig.

Ausgerechnet, als die Hammer beim 26:25 (46.) wieder auf Tuchfühlung waren, fing die Phase der vergebenen Großmöglichkeiten an. Statt selbst in Führung zu gehen, mussten die Hammer so zusehen, wie sich der TVB entscheidend absetzte. „Hier hätten wir mindestens einen Punkt mitnehmen können“, stellte Ondrej Zdrahala enttäuscht fest. An ihm hatte es nicht gelegen – schließlich traf er insgesamt zwölf Mal für den ASV. - güna

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare