Handball

Elf Jahre mit der Nummer elf: ASV-Kapitän Schwabe verlängert seinen Vertrag

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Jakob Schwabe geht in sein elftes ASV-Jahr. Aktuell kuriert der Kapitän aber eine Schulter-Verletzung aus.

Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen hat den Vertrag mit Jakob Schwabe um ein weiteres Jahr verlängert. Der Kapitän, der aktuell noch eine Schulter-Verletzung auskuriert, geht damit beim ASV in sein elftes Jahr.

Hamm – Es ist ein normaler Trainingstag in der Westpress Arena. Die Spieler des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen probieren einen Spielzug ein. Immer wieder läuft der Ball durch die Hände von Stefan Lex, Sören Südmeier und Oliver Milde, ehe der finale Pass an den Kreis folgt.

Einer, der dort sonst als dankbarer Abnehmer steht, sitzt dieses Mal in Zivil auf der Tribüne und sieht zu, wie Jan Brosch den Ball im Netz versenkt. Für Jakob Schwabe ist es ein erster Besuch bei den Kollegen nach seiner Schulteroperation – und ein erster winziger Schritt zurück in die Handball-Normalität.

„Die Operation ist gut verlaufen – so wie gehofft und geplant“, sagt der ASV-Kapitän, bei dem eine Verletzung am Labrum des linken Arms (Gelenkpfanne am Schulterblatt) festgestellt wurde, die nun operativ behandelt werden musste. „Eine Prognose abzugeben, wie lange es dauern wird, ist aber schwierig. Denn ich will jetzt nicht irgendwelche Daten setzen, und hinterher klappt das dann doch nicht. Wir haben einen ganz guten Plan im Kopf, hoffen, dass es ein bisschen schneller geht. Alles andere gucken wir von Tag zu Tag.“

Als Motivationsspritze dürfte zum Heilungsverlauf die Tatsache beitragen, dass Schwabe ab sofort auch für die kommende Saison Planungssicherheit besitzt. „Ich freue mich, dass wir uns auf ein weiteres Jahr der Zusammenarbeit geeinigt haben“, sagt ASV-Geschäftsführer Franz Dressel beiläufig.

Ziel: Schnellstmöglich beschwerdefrei sein

Weil es bei dem mittlerweile dienstältesten Akteur des Kaders fast schon als Selbstverständlichkeit gilt, dass er Bestandteil des Kaders ist. Was Schwabe ähnlich sieht. „Eigentlich haben wir uns schnell geeinigt“, sagt der 30-Jährige. „Ich war nur wegen der Schulter zuletzt nicht so oft in Hamm. Deshalb hat es ein bisschen länger gedauert. Jetzt freue ich mich einfach, in mein elftes Jahr beim ASV zu gehen. Elf Jahre Nummer elf.“

Das Hauptaugenmerk liegt allerdings zunächst auf der vollständigen Genesung seiner Schulter. „Und das wird noch ein bisschen dauern. Denn diese Verletzung ist nicht ganz so einfach“, weiß Schwabe, dass er sich in Geduld üben muss. „Bis zur neuen Saison will ich komplett fit sein. Und ich bin jetzt schon gespannt, was hier passieren wird mit dem neuen Trainer, mit dem ich auch gute Gespräche hatte. Darauf freue ich mich.“

Aktuell ist der Mann mit der Rückennummer elf nur Zuschauer bei den Spielen seiner Mannschaft.

Nach der Operation hängt sein linker Arm allerdings erst einmal in einem Spezialverband. „Jetzt darf ich die Schulter drei Wochen lang gar nicht bewegen“, ist Geduld von dem Lehramts-Studenten gefragt. „Danach darf ich den Arm zwei Wochen lang nur ganz wenig belasten. Und dann gucken wir, dass wir Step by Step wieder an die alte Beweglichkeit herankommen.“

Schwabe verspürt keinen Druck

Druck, noch in dieser Saison eingreifen zu müssen, verspürt Schwabe nicht. „Die Absprache ist mit Franz Dressel so, dass es keinen Stress geben wird. Das erleichtert die Verletztenzeit für mich“, sagt der Kreisläufer, der „viele Gespräche mit Ärzten und Physiotherapeuten geführt hat. „Die sagen alle, ich soll gucken, dass es 100-prozentig wieder ausheilt. Im Sommer soll das dann aber schon was werden. Wichtig ist, dass ich nächste Saison gar keine Probleme mehr habe.“

Der Mannschaft empfiehlt er unterdessen, konzentriert ihr Ding zu machen, in Ruhe weiterzuarbeiten. „Natürlich bin ich ein bisschen traurig, dass ich jetzt nicht dabei bin, weil wir eine geile Chance haben, uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet haben“, sagt er – trotz des Dämpfers mit dem Heim-Remis gegen Hamburg (24:24). „Da würde ich gerne mit kämpfen, dass das so bleibt.“

Weil das nicht geht, versucht er, den Kollegen auf andere Art zu helfen. „Ich habe zuletzt vor den Partien mit ein paar Spielern gesprochen, die gefragt haben, was ich zu den Gegnern sage. Und vor und nach den Spielen auch mit unserem Trainer Kay Rothenpieler“, sagt er. „Ich werde mich nicht rausziehen aus der Geschichte, versuche, präsent, oft hier zu sein. Damit ich ein Teil der Mannschaft bleibe. Und wenn ich irgendetwas machen kann, dann tue ich das. Aber Konkretes haben wir noch nicht besprochen.“

Es soll noch ein Weilchen weitergehen

Sich selbst hat der Kapitän nach der ersten schweren Verletzung seiner Karriere keinen Zeitrahmen gesetzt, in dem er seinen Sport noch professionell betreiben möchte.

„Da gibt es kein Ziel, dass ich in drei, vier Jahren aufhören will“, sagt er. „Ich fühle mich gut, bin – bis auf die Schulter – topfit und bin mega motiviert. Solange ich Bock habe, sehe ich keinen Grund, aufzuhören.“

Die Chance, in diesem Jahr den Aufstieg zu schaffen, sieht Schwabe schon als groß an, wägt aber auch realistisch ab. „Ob es reicht, ist schwer einzuschätzen. Jetzt haben wir einen Punkt Vorsprung, also liegt die Chance bei über 50 Prozent, weil die anderen uns erst einholen müssen“, sagt er.

„Aber es wird super schwer. Bis Coburg sind es drei Punkte nach oben für uns. Bietigheim ist wieder voll drin, Nettelstedt war komplett weg, hat jetzt auch den Anschluss wieder geschafft. Am Ende gibt es vier, fünf Mannschaften, die es machen können. Wir haben eine gute Ausgangsposition. Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, können wir weiter oben mitspielen.“

Schwabe wird das von der Tribüne aus beobachten. Taten-, aber nicht emotionslos. „Die Mannschaft kann gerne einfach weiter erfolgreich sein, während ich mir das ganz entspannt von der Tribüne aus angucke“, sagt er lachend. „Das ist sicherlich gut für den Heilungsverlauf.“

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