Handball

Dramatische Partie des  ASV Hamm-Westfalen bei der HSG Nordhorn

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Jakob Schwabe

Großer Kampf und doch verloren. Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen unterlag im Verfolgerduell bei der HSG Nordhorn-Lingen nach 60 aufreibenden Minuten mit 27:28 (13:16). 

Nordhorn - Prächtige Stimmung im fast ausverkauften Nordhorner Euregium, zwei bis in die Haarspitzen motivierte Kontrahenten und ein Spiel, das von der Konstellation her jede Menge Spannung versprach. Schließlich traf der Tabellendritte auf den -vierten. Gerade einmal zwei Punkte trennten die HSG (42:16) und den ASV (40:18) voneinander. Und der zweite Aufstiegsrang, den der HSC Coburg belegt (45:13) war für beide noch in Sichtweite. "Allzu viele Ausrutscher darf man sich nicht mehr erlauben", war sich Nordhorn-Coach Heiner Bültmann vor der Partie dennoch sicher, dass in dieser Partie Big Points vergeben wurden und seine Mannschaft einen hartnäckigen Konkurrenten im direkten Duell aus dem Weg schaffen könnte. 

Es war ein bedachter und konzentrierter Start, den sich beide Mannschaften lieferten. Nordhorn ging zwar in Führung, doch die Gäste waren zu Beginn gut im Spiel. In der Deckung standen sie überwiegend gut gegen den starken Rückraum der HSG, im Angriff warteten sie lange und geduldig oder versuchten, die wenigen Chancen zum Tempogegenstoß zu nutzen. Die Folge: Bis zur 12. Minute hatte sich der ASV einen 8:5-Vorsprung erarbeitet und lag richtig gut im Renen. 

Doch drei Treffer in Folge für die Hausherren machten den Vorteil der Gäste schnell wieder wett. Nach 18 Minuten stand es 8:8 - alles war wieder offen. 

Doch Nordhorn blieb am Drücker, hatte mit dem Ex-Hammer Georg Pöhle einen starken Antreiber in seinen Reihen und zudem mit Lasse Seidel einen Spieler, der konsequent seine Gegenstöße nutzte. Rechtsaußen Alec Smit brachte die HSG erstmals wieder in Führung (21./11.10). 

Und als der ASV kurz darauf gleich zwei Zeitstrafen gegen Markus Fuchs und Jan Brosch zu verdauen hatte, sah es düster aus. Um so bemerkenswerter, dass das Team diese Phase taktisch klug überstand und sogar eine Strafe gegen Luca de Boer herausholte. Fabian Huesmann glich zudem per Siebenmeter zum 12:12 aus (26.). Hamm schien in der Spur. 

Einige unvorbereitete Abschlüsse später lagen die Gastgeber nach einem 4:1-Lauf bis zur Pause mit drei Treffer vorn (16:13). Und der ASV ging zusätzlich mit der Hypothek in den zweiten Durchgang, dass Markus Fuchs Sekunden vor der Pause seine zweite Hinausstellung erhielt. 

Als Pöhle dann auf 17:13 erhöhte, schien das Spiel den Gästen frühzeitig zu entgleiten. Rothenpieler versuchte es fortan mit dem siebten Feldspieler. Was zunächst fruchtete. Vier Treffer in Folge durch Milde (2), Brosch und Papadopoulos brachten den ASV zurück (19:19/40.). Bültmann sah die Zeit für ein Team-Timeout gekommen.

Fortan war es ein Kampf auf Biegen und Brechen. Nordhorn legte, vor, der ASV glich wieder aus, hatte sogar zweimal die Chance, in Führung zu gehen, scheiterte aber am guten Bart Ravensbergen im HSG-Tor - bis in sehenswerter Kempa-Treffer durch Lukas Blohme zum 25:24 den ASV erstmals wieder vorn sah (52.).

In der Schlussphase hatte Papadopoulos zunächst Pech, als sein Wurf ans Lattenkreuz knallte. Auf der anderen Seite erhielt die HSG einen Siebenmeter, den Lasse Seidel zur 27:26-Führung der Nordhorner einnetzte (56.). Zudem erhielt Jakob Schwabe die Strafe - eine schwierige Situation für den Gast, der weiter volles Risiko ging, aber erneut Pech hatte, dass ein Treffer von Brosch wegen Zeitspiels nicht mehr anerkannt wurde. Als dann Sekunden vor dem Ende Sören Südmeier auf dem Weg zum Ausgleich durchgebrochen war, blieb der erwartete Pfiff aus. Nordhorn tauchte unter im Jubelsturm seiner Spieler. 

  

 

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