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Verfolger Herringen, Mark und TSC - doch ist das Titelrennen schon entschieden?

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Von: Patrick Droste

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So sehr sich der VfL Mark – hier Silas Dankert – auch mühte, am Ende nahm der VfL Kamen die drei Punkte mit.
So sehr sich der VfL Mark – hier Silas Dankert – auch mühte, am Ende nahm der VfL Kamen die drei Punkte mit. © Bruse

Satte sieben Punkte sind es bereits, die der VfL Kamen nach seinem 1:0-Sieg beim VfL Mark als Tabellenführer der Kreisliga A Vorsprung hat. Ist das Titelrennen damit bereits entschieden? Und droht der Rest der Saison aus Hammer Sicht langweilig zu werden? 

Hamm - „Wenn alles normal läuft, dann ist Kamen durch“, sagt Sven Pahnreck, Trainer des neuen Tabellenzweiten SVF Herringen, der mit seinem Team bislang 26 Zähler gesammelt hat. Einen Punkt dahinter stehen der VfL Mark und der TSC Hamm auf den Rängen drei und vier. „Man kann schon sagen, dass Kamen durch ist. Ich kann mir schwer vorstellen, dass der VfL noch mal irgendwo wichtige Punkte liegen lässt“, betont Marks Coach Kevin Schulzki. Und Erdal Akyüz vom TSC fügt hinzu: „Der Drops ist gelutscht.“

Der Vfl Mark hatte am Sonntag die große Chance liegen gelassen, im direkten Aufeinandertreffen mit Kamen für Spannung in der Liga zu sorgen. Letztlich setzte sich der Spitzenreiter aber mit 1:0 durch, hatte aber auch das nötige Glück auf seiner Seite, weil der Verfolger in Person von Anis Bouaid einen Foulelfmeter vergeben hatte. „Ich fand, wir waren ein gleichwertiger Gegner. Meine Jungs haben das richtig gut gemacht. Wir hätten da mehr verdient gehabt“, meint Schulzki. „Trotz der vielen Ausfälle, mir hat ja fast eine komplette Mannschaft gefehlt, war das eher ein Unentschieden-Spiel. Aber Kamen macht aus 20 Metern ein Tor, wir vergeben einen Elfer – das ist dann der Qualitätsunterschied.“

Der VfL Mark will nichts abschenken

Dennoch will der VfL Mark die Saison nicht abschenken, hat sich vielmehr direkt nach dem Abpfiff ein neues Ziel gesetzt. „Wir wollen am Ende Zweiter werden. Das sieht zum einen doch besser aus als wenn man Siebter wird. Und zum anderen würde ich mich ärgern, wenn Kamen vielleicht doch noch strauchelt“, meint der Coach, der zudem weiter daran arbeiten will, seine Mannschaft zu entwickeln. „Wir wollen uns verbessern und als Zweiter eine perfekte Ausgangslage für die nächste Saison schaffen.“

Den zweiten Tabellenplatz belegt nach der Niederlage des VfL Mark nun der SVF Herringen, der am Sonntag bei Westfalia Rhynern II mit 3:0 gewann und direkt hinter Spitzenreiter Kamen rangiert. Doch als Verfolger oder gar auf Augenhöhe mit dem VfL sieht Pahnreck seine Mannschaft nicht. „Natürlich wollen wir unseren Teil dazu beitragen, die Liga so lange wie möglich spannend zu halten. Aber die Qualität von denen ist schon brutal“, sagt der Herringer Coach und betont: „Es ist schon schade, wenn so eine Truppe in der Liga ist. Das nimmt die Spannung leider raus.“

Pahnreck: „Letztlich weiß man nie, wie die Saison noch verläuft“

Dennoch freut sich der SVF-Trainer darüber, dass seine Mannschaft trotz der verletzungsbedingten Ausfälle von Dennis Steinke, Marco Wahle, Marvin Husarek, Mark Hayduk, Justin Sporkert, Simon Brömmelhaus und Christian Robben so weit oben steht. Mit Ismail Boutarrada, Patrick Hojka und Robin Schmidt hat Pahnreck personell noch einmal nachgelegt – aber nicht, um Kamen einzuholen, sondern vielmehr darum, damit er nicht wie bei der Partie gegen Stockum ein weiteres Mal selbst auflaufen muss, „Der VfL Kamen ist eine Macht“, betont er, fügt dann aber auch hinzu: „Letztlich weiß man nie, wie die Saison noch verläuft.“

Auch Erdal Akyüz, Trainer des nach dem 6:0-Sieg beim TuS Uentrop II auf Rang vier platzierten TSC Hamm, hat hinter das Titelrennen einen Haken gemacht, kann sich nicht vorstellen, dass der VfL Kamen seinen Vorsprung noch abgibt. „In der Winterpause sind schon die verrücktesten Sachen passiert“, meint er, will den Blick aber nicht Richtung Tabellenführer werfen, sondern sich vielmehr auf sein eigenes Team konzentrieren. „Wir wollen weiter in der Verfolgergruppe bleiben, um die Vize-Meisterschaft kämpfen und die Mannschaft für das nächste Jahr aufbauen“, sagt er, und ärgert sich trotzdem ein wenig über die verpasste Möglichkeit, dem VfL Kamen nicht noch enger im Nacken zu sitzen: „Zum einen sind wir schon am zweiten Spieltag auf Kamen getroffen. Da waren wir mit unserer jungen Truppe noch nicht eingespielt. Wenn wir jetzt am Sonntag gegen die antreten würden, würden die nicht heile aus der Partie rauskommen, wir würden die schlagen. Zum anderen war unsere 0:3-Niederlage gegen BV 09 Hamm überflüssig. Mit den drei Punkten mehr hätte ich vielleicht noch ein bisschen Hoffnung gehabt.“

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