Eisbären wollen die Eishalle nicht kampflos räumen

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Presse-Sprecher Jan Koch (links) und Sponsoren-Sprecher Werner Nimmert informierten die Mitglieder und Fans.

HAMM -  Angesichts der enormen Brisanz des Themas war die Mitglieder- und Fan-Versammlung der Hammer Eisbären am Mittwochabend in der Eissporthalle am Maximilianpark eine überraschend ruhige Veranstaltung.

Wer mit Blick auf die drohende Schließung der Halle heftige Attacken Richtung Stadt oder Aufsichtsrat der Maximilianpark GmbH erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Verantwortlichen des Eishockey-Klubs Lippe Hockey Hamm reichten der Stadt die Hand, forderten neue Gespräche und boten sogar ihre Unterstützung bei der Suche nach Konzepten zur Kostensenkung an.

Lediglich zu Beginn des Treffens zeigte sich Eisbären-Pressesprecher Jan Koch bei der Begrüßung der 180 Eishockey-Freunde kämpferisch: „Wir werden die Eishalle nicht kampflos räumen. Wir sind jetzt 25 Jahre hier und wollen unser Zuhause weiter erhalten, auch über das Jubiläumsjahr hinaus.“

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Die an die Öffentlichkeit gelangte Entscheidung der „kleinen Kommission“ des Aufsichtsrates der Maximilianpark GmbH, auf Grund der hohen Betriebs- und Investitionskosten die Schließung der Eishalle am Ende der Saison zu empfehlen, hatte bei allen Eishockey-Freunden in Hamm einen Schockzustand ausgelöst. „Als ich das morgens in der Zeitung las, fiel mir gleich die Kaffeetasse aus der Hand. Ich habe jetzt noch Brandnarben“, betonte Werner Nimmert, der als Sponsoren-Sprecher im Hintergrund die finanziellen Fäden des Vereins zieht und auch bei der Maxipark GmbH persönlich dafür gebürgt hat, dass der Verein in dieser Saison allen Verpflichtungen nachkommt. „75 Prozent der gesamten Eismiete haben wir schon im Voraus geleistet“, betonte Nimmert. „Und auch das Geld für die Restzahlung ist schon da.“ Deshalb geht auch Koch davon aus, dass die Eisbären die Saison vernünftig zu Ende bringen werden. Und in den kommenden Wochen wollen die Vereins-Verantwortlichen alles unternehmen, damit der Eishockey-Standort Hamm eine Zukunft hat.

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Deshalb bat Nimmert auch das Umfeld um Ruhe. „Schuldzuweisungen helfen uns derzeit nicht weiter“, so der Unternehmer. „Ich glaube auch, dass die Stadtvertreter nicht gegen uns sind. Und selbst die kleine Kommission wird inzwischen bereuen, was sie uns mit dieser Empfehlung angetan hat.“ Doch Nachkarten würde den Verein jetzt nicht weiterbringen. „Wir wollen der Stadt die Hand reichen. Wir sollten uns wieder an einen Tisch setzen und gemeinsam nach Lösungen suchen, wie wir die Betriebs- und Investitionskosten senken können.“ Dabei wollen die Eisbären notfalls auch mit Eigenleistungen bei Arbeiten in und rund um die Halle selbst fleißig Hand anlegen. Allerdings erwartet Nimmert im Gegenzug, dass in Zukunft in der Öffentlichkeit ehrliche Zahlen präsentiert werden. „Ich habe in der Zeitung gelesen, dass die anstehenden Investitionen über fünf Millionen Euro betragen würden. Aber dann war das Angebot der Kenston-Unternehmensgruppe, die als möglicher Investor vier Millionen von der Stadt gefordert hatte, eigentlich doch ganz gut. Warum hat man das dann nicht angenommen?“

Von Seiten der Mitglieder und Fans kamen anschließend Vorschläge, dass die GmbH die Halle doch auch im Sommer mit Trödelmärkten oder ähnlichen Veranstaltungen besser vermarkten könnte. Und Nimmert verbreitete die Überzeugung, dass mit einer stärkeren Werbung in den Nachbarorten auch die Zahl der Eisläufer gesteigert werden könnte. „Man muss es nur tun“, betonte der Sponsoren-Sprecher, der hofft, dass mit Unterstützung der Fans der Eishockey-Standort Hamm erhalten bleibt. „Auch wir brauchen eine Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre, damit es vernünftig weitergehen kann.“

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