Fünfter Spieltag in der Fußball-Oberliga Westfalen:

Veränderungen bei der Hammer SpVg nach 1:5-Schock gegen Ennepetal

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Die Hammer SpVg, hier mit Halil Dogan beim 1:5 gegen Ennepetal, will am Sonntag in Vreden punkten. Es wäre das erste Mal seit dem 26. Mai 2019.

Das 1:5 (0:3) am Donnerstag daheim gegen Ennepetal hat das Sieglos-Trauma bei den Oberliga-Fußballern der Hammer SpVg nach dem 24. Ligaspiel in Folge ohne Punktgewinn  nochmals vergrößert. Nun wartet am Sonntag ein Aufsteiger auf das Team von Steven Degelmann,

Hamm – „Nur gut, dass wir in einem schnellen Rhythmus spielen“, hofft Trainer Steven Degelmann darauf, dass beim punktlosen Schlusslicht wenig Zeit bleibt, sich mit bleischweren Gedanken zu quälen. „Die dürfen sich in den Köpfen nicht festsetzen“, sagt er. Nun geht es in der ersten Englischen Woche der Saison schon am Sonntag weiter – mit dem Gastspiel beim Aufsteiger SpVgg Vreden (15 Uhr, Hamaland-Arena).

"Stehen das jetzt gemeinsam durch"

 „Es ist für alle schwer zu ertragen, egal für wen, ob für Trainer, die Leute drum herum, für die Mannschaft. Es ist total hart“, sagt Degelmann. Das sei die Essenz gewesen, die das Trainerteam am Donnerstag schon zur Halbzeit aus dem Ennepetal-Spiel gezogen habe. „Aber“, sagt er, „das stehen wir jetzt gemeinsam durch. Wir müssen einfach den Bock umstoßen. Aber gerade jetzt, bei den Böcken, die sich häufen und wiederholen – gerade das ist das Schlimme – wird es sehr schwierig.“ Genau diese Wiederholungen ziehen sich wie eine massive Fehlerkette durch alle Spiele.

Vor dem Platzverweis sah's gut aus

 „Es ist ja nicht so, dass wir gar nicht wissen, was wir machen“, sagt Degelmann. Das sah auch gut aus, was gegen Ennepetal gerade bis zum Platzverweis für Rechtsverteidiger Seongsun You geboten wurde. Da waren die Hammer in ihrer 4-4-2-Grundordnung mit zwei Spitzen und vielen Offensivaktionen über die Außen das dominante Team. Und auch in späteren Spielphasen, als die Gäste ihre klare Führung verwalten wollten, rüttelte die HSV sie in Unterzahl immer wieder wach. 

„Sie haben aus einer kompakten Ordnung immer wieder gefährlich umgeschaltet und sind immer wieder ins Eins-gegen-eins gegangen, um Freistöße zu bekommen. Und mit ihren Standards waren sie ja auch gefährlich“, meinte Alexander Thamm, Trainer des weiter unbesiegten TuS Ennepetal. Was ihn besonders beeindruckt hatte: „Hamm hat nie aufgegeben, nie die Köpfe hängen lassen. Eines ist Fakt: So schwach, wie es das Ergebnis oder auch die Tabellensituation vermuten lässt, ist Hamm nicht.“ 

Premiere für Vreden in der Oberliga

Nun kommt es für die HSV zum Duell mit der SpVgg Vreden. Der Aufsteiger hatte sich in der Westfalenliga 1 neben Corona-Meister Victoria Clarholz als „Herbstmeister“ erstmals in der Vereinsgeschichte für die Oberliga qualifiziert und in den beiden jüngsten Spielen gegen den SC Paderborn 07 II (4:1) und beim SV Schermbeck (2:2) die Premierenpunkte geholt. Das Team von Engin Yavuzaslan belegt aktuell Rang acht – den die HSV ohne die entscheidenden Böcke in den bisherigen Partien theoretisch auch besetzen könnte. 

Seit 492 Tagen ohne Punktgewinn

Wie sich die HSV nach nun 492 Tagen ohne Punktgewinn in der Liga aus dem Schlamassel befreien kann, liegt nicht nur für den Trainer auf der Hand: „Wir müssen punkten, sonst wird es brutal schwer. Wir müssen auch in Vreden auf Sieg spielen und schnell unten raus.“ Mit dem Spiel beim Neuling beschäftigten sich die HSV-Verantwortlichen am Donnerstag bereits in der zweiten Halbzeit: „Klar sitzt man da auf der Bank und diskutiert auch schon über Vreden, weil man einfach sagt: Was können wir machen, was können wir verändern“, sagt Degelmann. 

"Müssen jetzt Impulse setzen"

Ändern wird sich die Startelf nicht nur deshalb, weil You gesperrt ist. Abwehrchef Phillip Grodowski kehrt nach seiner Roten Karte aus dem Holzwickede-Spiel zurück, und auch Spielgestalter Hosan Ahmed dürfte beginnen. „Wir haben ihn gegen Ennepetal noch einmal geschont. Ihn in so einem Spiel ein bisschen angeschlagen reinzubringen, das macht schließlich überhaupt keinen Sinn“, sagt Degelmann. 

Beginnen wird wohl auch Offensivkraft Vincent Ocansey. Er hatte nach dem frühen Feldverweis Platz für Mika Oxe machen müssen, der Yous Position in der Vierer-Abwehr übernahm. „Er war gut im Spiel, und für ihn tat es mir super leid“, meinte Degelmann, und: „Wir müssen jetzt mal sehen, in welchem Bereich wir was verändern. Aber wir müssen Impulse setzen. Mal sehen, in welchem Bereich wir was anstoßen.“

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