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„Unbeschreibliches Gefühl“ - Sjoeke Nüsken über Königsklasse und Europameisterschaft

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Von: Günter Thomas

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Sjoeke Nüsken (rechts) im Trikot der Nationalmannschaft.
Sjoeke Nüsken (rechts) im Trikot der Nationalmannschaft. © Hendrik Schmidt/dpa

Für Sjoeke Nüsken, Hammer Fußball-Nationalspielerin, war die Saison 2021/22 eine erfolgreiche.

Hamm - In allen Bundesligaspielen von Eintracht Frankfurt hat sie auf dem Platz gestanden und sich mit dem Team im letzten Moment für die Champions League qualifiziert, zur Nationamannschaft wurde sie regelmäßig eingeladen – und zum Abschluss feierte die 21-Jährige in Sevilla mit den männlichen Eintracht-Kollegen den Gewinn der Europa League. Damit noch nicht genug: Im Juli will sie mit dem DFB-Team bei der EM in England eine gute Rolle spielen, verriet sie im Gespräch mit Günter Thomas.

Mit dem 4:0 gegen Werder Bremen zum Saisonfinale haben Sie und Eintracht noch den 1. FFC Turbine Potsdam vom Champions-League-Platz drei verdrängt und sich damit selbst qualifiziert. Sie haben unter anderem mit dem Treffer zum 3:0 dazu beigetragen. Beschreiben Sie doch mal Ihre Gefühle nach dem Schlusspfiff.

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dass wir es am Ende doch noch geschafft haben, den dritten Platz zu belegen. Es sind so viele große Emotionen, ich empfinde große Freude und Stolz aufs Team.

Ihr Trainer Niko Arnautis musste sich einer Bierdusche unterziehen – wie sahen die Feierlichkeiten nach dem Spiel aus?

Auf und am Platz konnten wir mit Fans und Familie feiern. Meine Eltern, meine Schwester Hjördis, ein Cousin, eine Tante sowie meine Oma waren im Stadion. Danach gab es noch ein offizielles Essen, bei dem unser Vorstand Axel Hellmann eine Rede gehalten hat, bevor es anschließend eine Party der Spielerinnen und des Trainerteams gab – das haben wir uns verdient.

Sie sind mit der gesamten Mannschaft nach Sevilla gefahren – zum Feiern und um die männlichen Kollegen im Europa-League-Endspiel zu unterstützen. Wie feiert eine Frauen-Bundesligamannschaft die CL-Quali in Spanien?

Wir hatten beispielsweise gegen Bremen die Unterstützung der Eintracht-Führungsebene bei uns mit dem kompletten Vorstand Axel Hellmann, Markus Krösche und Oliver Frankenbach, unserem Präsidenten Peter Fischer, dem Männer-Trainerteam um Oliver Glasner und einigen Spielern. Dann waren wir wie schon in Barcelona auf Vereinseinladung vor Ort in Sevilla, um unseren Teil dazu beizutragen und die Männer zum Sieg zu schreien, zu unterstützen, zu bejubeln und anschließend den Sieg gemeinsam zu feiern. Nun doppelt in der Champions League vertreten zu sein, ist etwas ganz Besonderes für uns alle, für den Verein.

Der Vorgängerverein der Eintracht, der 1. FFC Frankfurt, hat die Champions League viermal gewonnen. Welche Rolle wollen und können Sie mit der Mannschaft in der kommenden Saison in der Königsklasse spielen?

Unser Ziel ist es, die Qualifikationsrunden zu überstehen und es dann möglichst weit in der Gruppenphase zu schaffen, aber das ist ein weiter Weg, erst einmal den ersten Schritt machen. Es ist nicht alltäglich, international vor größerem Publikum zu spielen, gibt ein besonderes Flair und uns sicherlich noch einmal einen Push.

Einige Partien werden auch im WM-Stadion von 2006 ausgetragen – steigt da die Nervosität?

Soweit denke ich noch nicht. Von der Nationalmannschaft kenne ich es teilweise, in größeren Stadion vor viel Publikum zu spielen. Im Deutsche Bank Park konnten wir in der vergangenen Saison bereits zwei Spiele absolvieren – pandemiebedingt leider ohne Publikum.

Wie würden Sie selbst den Saisonverlauf einschätzen: für die Mannschaft, aber auch für Sie persönlich?

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Verlauf. Wir sind als Team nochmal mehr zusammengewachsen, das hat uns ausgemacht. Auch für mich persönlich war es sehr erfolgreich, ich durfte jedes Spiel durchspielen, es war meine erste verletzungsfreie Saison, ich stand immer im DFB-Kader. Das war für mich der nächste Schritt – hoffentlich bin ich dann auch bei der EM dabei.

Die steht dann im Juli in England an. Wenn alles nach Plan läuft, sind Sie dabei. Was nehmen Sie sich für das Turnier vor – persönlich und mit der Mannschaft?

Wir wollen weit kommen, haben aber schwere Gegner in der Gruppe. Ich will die Atmosphäre mitnehmen und meine Einsatzminuten – wenn ich im Kader bin – sammeln und dem Team auf, aber auch neben dem Platz helfen. Ich freue mich auf mein erstes mögliches A-Nationalmannschafts-Turnier.

Haben Sie noch vorher zwischen Studium und Fußball Zeit für einen Besuch in der Heimat?

Ja, ich bin über Christi Himmelfahrt zu Hause und nutze die Zeit, um bei Familie und Freunden mich auszuruhen und den Kopf freizubekommen.

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