ASV startet mit Gastspiel in Henstedt in die Saison

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ASV-Trainer Niels Pfannenschmidt plant bis zur Rückkehr des derzeit verletzten Ondrej Zdrahala mit David Wiencek.

Hamm - Niels Pfannenschmidt macht aus seiner Vorfreude keinen Hehl. „Ich brauche dieses Kribbeln. Die Mannschaft auch“, sagt der Trainer des ASV Hamm-Westfalen. „Es wird Zeit, dass es jetzt in der Meisterschaft losgeht.“ Der Auftakt führt den Handball-Zweitligisten am Samstag (19 Uhr, Sporthalle Schulzentrum Maurepass-Straße) zum SV Henstedt-Ulzburg.

Ein Gegner, den die meisten von Pfannenschmidts Schützlingen aus der vergangenen Saison kennen. Und an den sie angesichts von zwei deutlichen Erfolgen beste Erinnerungen haben. Der Trainer selbst hat die vergangenen Tage für intensives Videostudium des ersten Kontrahenten genutzt. Einerseits, um die Mannschaft auf die „Frogs“ vorzubereiten. Andererseits aber auch „für mich selber. Ich muss mich ja reinarbeiten“, erklärt der ehemalige Coach des TBV Lemgo, für den das „Unterhaus“ eine neue Umgebung ist – und manch ein Gegner somit eine unbekannte Größe.

Im Fall von Henstedt gilt das nach Auswertung der Bilder und Rücksprache mit Trainerkollegen nicht mehr. Pfannenschmidt weiß, dass auf sein Team in Norddeutschland eine Aufgabe der Kategorie „unangenehm“ wartet. „Das ist eine eingespielte Mannschaft, die einen klaren Plan hat und gut auf den Gegner eingestellt ist“, sagt der 41-Jährige. Zentrale Figur im Henstedter Spiel ist Routinier Nico Kibat. Der Mittelmann „bestimmt das Tempo und die Konzeptionen. Er ist auch in der Abwehr der Chef und insgesamt der Dreh- und Angelpunkt“, sagt der ASV-Trainer, der zudem die Stabilität der Deckung der Gastgeber mit Torhüter Jan Peveling als Rückhalt hervorhebt.

Nicht entgangen ist Pfannenschmidt allerdings, dass die „Frogs“ in der vergangenen Saison äußerst unberechenbar waren, sich „sehr launisch“ präsentierten. Neben manchem Paukenschlag wie dem deutlichen Sieg in Nordhorn gab es für den Vorjahres-Neuling auch deftige Niederlagen. Die Norddeutschen „können ein gutes Niveau zeigen“, sagt Pfannenschmidt. „Aber wenn man sie dahin bringt, dass sie unzufrieden sind, dann kann es auch in die andere Richtung gehen. Und genau dahin wollen wir sie bringen.“

Dafür soll vor allem eine konsequente Deckungsarbeit des ASV sorgen, mit der der Coach bereits am vergangenen Pokalwochenende zufrieden gewesen war. „Wenn wir das stabilisieren und ein gutes Niveau auf die Platte bringen, dann sind unsere Chancen, dort zu gewinnen, nicht so schlecht“, meint Pfannenschmidt, der liebend gerne ein Erfolserlebnis zum Einstand geschenkt bekommen würde. Mit Aggressivität, Variabilität und der nötigen Körpersprache in der Defensive will der ASV den Schleswig-Holsteinern früh den Spaß am Spiel nehmen, will durch gutes Rückzugsverhalten Henstedter Gegenstöße unterbinden und zugleich selbst von Beginn an mit hohem Tempo großen Druck auf den Auftaktgegner ausüben. Im Angriff hat Pfannenschmidt seinem Team „zwei, drei taktische Varianten“ für die Begegnung mit auf den Weg gegeben, hat zudem als Lehre aus den Pokalpartien angemahnt, die sich bietenden Räume „besser und richtig“ zu nutzen.

Als „Strippenzieher“ wird im Angriff neben Stephan Just auch David Wiencek fungieren. Er bleibt im Kader des Zweitliga-Teams, bis der derzeit verletzte Ondrej Zdrahala, der ebenso wie Fabian Huesmann, Marian Orlowski und Lars Gudat fehlt, zurück ist. Voraussichtlich kann Pfannenschmidt im nächsten Auswärtspiel in Aue wieder mit dem Tschechen planen. Neuzugang Björn Zintel ist zwar von der U19-WM in Russland zurück, erhielt aber zuletzt ein paar freie Tage zur Regeneration und dürfte in Henstedt eher nicht auf Rückraum Mitte zum Zuge kommen. „Eventuell werden wir erst einmal versuchen, ihn über Linksaußen einzubinden“, sagt Pfannenschmidt, dem klar ist, dass ein Saison-Auftakt immer auch ein Sprung ins Ungewisse ist: „Keiner weiß so recht, wo er steht.“ Nicht zuletzt deshalb kribbelt es.

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