Handball

ASV geht beim Topspiel in Coburg unter

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Enttäuscht: Stefan Lex.

Damit hatte wohl niemand gerechnet: Das Topspiel der 2. Handball-Bundesliga mutierte zum Tag der offenen Tür, bei dem der ASV Hamm-Westfalen von Beginn an auf verlorenem Posten stand. Vor 2 851 frenetisch ihr Team anfeuernden Fans in der Coburger Arena gewann der HSC Coburg deutlich mit 36:28 (19:13) und liegt nun in der Tabelle drei Zähler vor den Hammern. 

Hamm - Schon gut 90 Minuten vor Spielbeginn waren die Hammer in der Halle, um sich ein wenig beim Kreisschießen mit dem Fußball aufzuwärmen oder sich einfach nur schon einmal die Atmosphäre in der Halle zu gewöhnen. Alles wie immer bei Auswärtsbegegnungen - nur dass es dieses Mal noch ein wenig mehr knisterte, die Spannung einen Tick höher war, als bei anderen Begegnungen. "Auswärts in Coburg zu gewinnen, wäre ein absoluter Big Point", sagte Torhüter Felix Storbeck im Vorfeld der Partie. "Das ist ein Spitzenspiel  zweier Mannschaften, die absolut die gleichen Ziele haben - und in dem du dem Gegner im direkten Kampf die Punkte abnehmen kannst." Dass daraus an diesem Tag nichts werden würde, mussten die ASVer allerdings danach schnell erfahren.

Auf Rückraumakteur Jan von Boenigk mussten die Hammer verzichten, der wie angekündigt aufgrund eines grippalen Infekts gar nicht erst mit nach Coburg gefahren war. Beim Gastgeber saß dagegen Christoph Neuhold, von 2016 bis 2018 noch beim ASV unter Vertrag,  nur in Zivil auf der Bank. "Eine Wadenverletzung - nichts Schlimmes", sagte der Österreicher, der trotzdem ein wenig wehmütig das Geschehen auf der Platte verfolgte. "Schade, denn gegen Hamm wäre ich gerne dabei gewesen." 

Der erste Jubel ging dann durch die Halle, als die Coburger Verantwortlichen die Verlängerung des Vertrags mit einem weiteren Ex-Hammer vermeldeten: Torhüter Jan Kulhanek wird ein weiteres Jahr in Coburg bleiben. Und auch danach hatten die Fans des HSC allen Grund, sich zu freuen. Denn ihr Team erwischte den perfekten Start. Was nicht an Oliver Krechel lag, den ASV-Coach Kay Rothenpieler aus einem Bauchgefühl heraus bei seinem Ex-Klub von Beginn an zwischen die Pfosten stellte. Der Ex-Coburger entschärfte in den ersten Minuten einige Bälle, darunter zwei Tempogegenstöße der Hausherren, und half so dabei, die Anfangsphase offen zu gestalten.

Zu viele technische Fehler

Was die Hammer allerdings vorne zuwege brachten, versprach nichts Gutes für den weiteren Verlauf der Partie aus Sicht des Rothenpieler-Teams. Gleich zweimal setzte Kreisläufer Jan Brosch, am Kreis freigespielt, den Ball neben das Tor. Sören Südmeier unterliefen im Spielaufbau ungewöhnlich viele leichte Fehler. Und der erste Rückraumtreffer fiel nach neun Minuten. Dazu ein wenig Pech im Abschluss (Lattentreffer von Merten Krings) und von Beginn an sehr harte Entscheidungen der Schiedsrichter, die bis zur 19. Minute gleich vier Zeitstrafen gegen den ASV verhängten, ließen den Tabellendritten schnell in Rückstand geraten. Aus einem 2:2 nach fünf Minuten wurde ein 9:3 nach 15. Vor allem Rechtsaußen Florian Billek bekam immer wieder Gelegenheiten, sich auszuzeichnen: Indem er zu ungenaue Pässe der ASVer zum Gegenstoß nutzte, indem er sich bei den Siebenmetern keine Blöße gab und auch von Außen ohne Fehler blieb. Acht Treffer in der ersten Halbzeit standen auf seinem Konto - und ratlose Hammer auf der anderen Seite. 

Die versuchten zwar immer wieder, in die Partie zurück zu kommen, agierten angesichts des Rückstands aber oft zu hastig. Immerhin hatten sie den Rückstand nach 24 Minuten wieder auf vier Treffer verkürzt (14:10). Doch die große Chance, den Lauf zu nutzen, als die Unparteiischen Michael Kilp und Christoph Maier erstmals auch zwei Coburger auf die Bank schickten, nutzten sie nicht. Coburg überstand die kritische Phase und schraubte danach den Vorsprung gar bis zur Pause wieder auf  19:13.

Ex-Hammer Jan Kulhanek im HSC-Tor überragend

 Und auch danach machte der Gastgeber weiter, wo er vor der Pause aufgehört hatte. Er ließ dem ASV keine Chance, sich noch einmal in die Begegnung zurück zu arbeiten. Nach 33 Minuten war der Vorsprung auf 23:15 gewachsen - doch zumindest der Kampf stimmte bei den Gästen. Beide Teams hielten das Tempo hoch, und so bekamen die Zuschauer eine enorm torreiche Begegnung zu sehen - in der die Gäste noch einmal leise Hoffnung hegten, als sie durch Jan Brosch auf 27:22 verkürzten (42.). Doch am Ende war es Jan Kulhanek, der die Partie entschied. 17 Paraden hatte der Ex-Hammer nach 48 Minuten bereits auf dem Konto - und damit den Gästen fast im Alleingang den Zahn gezogen, bei denen in der Schlussphase die Köpfe zunehmend nach unten gingen.

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