HSV rutscht nach 2:5 gegen Sprockhövel auf Abstiegsplatz

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Sprockhövel - Semih Yigit ließ nach dem Schlusspfiff den Kopf hängen, Erdal Kaleoglu schaute geradeaus ins Nichts. Die Enttäuschung äußerte sich unterschiedlich, doch jedem Oberliga-Fußballer der Hammer SpVg war sie ins Gesicht geschrieben. Sie hatten soeben beim Spitzenreiter TSG Sprockhövel verloren, und das mit 2:5 (0:2) nicht einmal knapp. 

Dennoch breitete sich bei der HSV das nagende Gefühl aus, eine Chance vertan zu haben. Über weite Strecken der Partie waren die Gäste ebenbürtig, doch am Ende hatten sie – wie im Hinspiel (1:4) – drei Tore weniger geschossen. Weil zu allem Überfluss die Kellerkonkurrenz punktete, rutschte die HSV auf den Abstiegsplatz 17 ab. Im Hammer Osten zeigen die Uhren spätestens seit Sonntag fünf vor zwölf.

Der Druck vor der Heimpartie am Donnerstag (16.30 Uhr) gegen Arminia Bielefeld II ist noch größer geworden. Die Hoffnung auf Besserung allerdings auch. Denn was die Hammer vor 300 Zuschauern am Sprockhöveler Baumhof zeigten, war gut oder zumindest gut genug für den Klassenerhalt. „Das war ein Duell auf Augenhöhe. Das Ergebnis spiegelt das Spiel nicht wider“, sagte HSV-Trainer Ferhat Cerci fast trotzig nach einer sehenswerten Partie mit hohem Tempo, großem Kampf und vielen Torraumszenen, in der sich letztlich die zwingendere Offensive des Tabellenführers durchsetzte. „Wenn wir so gegen Bielefeld spielen, müssen wir uns keine Sorgen machen“, befand Hamms Mittelfeldakteur Nils Kisker.

Cerci versuchte die Sprockhöveler mit ihren eigenen Waffen schlagen. Seine Akteure liefen viel und attackierten früh. Und das schmeckte Sprockhövel gar nicht. Hugo Mahouhi bot sich nach einem Ballverlust der Gastgeber die erste Chance der Partie (10.), doch Raoul Meister, mit nur 27 Jahren Team-Senior der TSG, blockte den Schuss des Ivorers ab – so wie auch neun Minuten später einen Versuch von Kisker. Doch dann kamen die Minuten, in der alles ins Rutschen geriet. Zunächst schoss Christian Maerz – einer von nur zwei Spielern in der TSG-Startelf, die nicht der eigenen Jugend entstammen – die Gastgeber nach einem groben Fehler von Semih Yigit in Führung (20.), dann legte Meister mit einem fragwürdigen Strafstoß (Amadeus Piontek an Jimmy Antwi-Adjiej) das 2:0 nach (28.). „Das war absolut kein Elfmeter. Gerade in der Lage, in der wir uns befinden, sollten die Schiedsrichter genauer aufpassen, bevor sie entscheiden“, kritisierte Cerci. Seine Spieler reagierten zwar mit zwei wütenden Schüssen (Magouhi, Kisker/beide 30.), doch das änderte nicht viel: Jetzt war das TSG-Kollektiv Herr der Lage.

Das änderte sich nach der Pause zunächst gründlich. Der für den schwachen Tavares eingewechselte Demir sorgte sofort für großes Durcheinander in Sprockhövels Defensive. Nutznießer war Magouhi, der auf 2:1 verkürzte (47.). Demir selbst war es, der im nächsten HSV-Angriff den Kasten nur um Zentimeter verfehlte. „Emre hat frischen Wind reingebracht“, lobte Kisker. „Wer weiß, wie es weitergegangen wäre, wenn wir nicht so schnell das dritte Tor kassiert hätten.“ Adrian Wasilewski konnte nur zwei Minuten nach dem Anschlusstor fast ungestört Maß nehmen – 3:1 (49.). Die HSV ließ sich nicht abschütteln und feuerte mehrfach auf das TSG-Tor. Erdal Kaleoglu verkürzte nach einem Eckball von Yakup Köse per Kopf auf 3:2 (64.). Doch auf das 4:2, erneut durch Wasilewski, hatten die Gäste keine Antwort mehr (74.) – auch weil Demir nun im Schatten seines Sonderbewachers Finn Heiserholt stand. In der Nachspielzeit erhöhte der eingewechselte Maximilian Claus auf 5:2.

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