TuS Uentrop rechnet den Aufstieg in die 1. Liga durch

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Künftig 1. oder doch weiter 2. Liga? Uentrops Spitzenspielerin Alexandra Scheld.

Hamm - Eng war es, doch sie haben es geschafft: Dank des wackeligen 5:5-Unentschiedens bei der DJK Offenburg stehen die Tischtennis-Spielerinnen des TuS Uentrop zur Saison-Halbzeit unbesiegt an der Spitze der Zweitliga-Tabelle.

Der Club ist auf dem Weg in die deutsche Elite-Klasse. Oder auch nicht. „2. Liga, 1. Liga – im Moment gibt es noch keine Tendenz“, sagt TuS-Urgestein Willi Lehmköster.

Der Grund für den Schwebezustand ist kein sportlicher, sondern ein finanzieller. Karl-Heinz Figge, Vorsitzender des TuS Uentrop, beziffert das Mehr an Abgaben (Verband, Schiedsrichter, Versicherung) für die 1. Bundesliga auf „5000 bis 7000 Euro“ – allein, um antreten zu dürfen. Womöglich höhere Personalkosten für den Kader sind in dieser Summe nicht inbegriffen. „Wenn wir aufsteigen und nicht jede Begegnung verlieren wollen, müssten wir auch eine neue Spielerin für das obere Paarkreuz verpflichten“, sagt Figge, der auch Schatzmeister des im Jahr 2002 gegründeten Fördervereins ist, aus dessen Kasse das Tischtennis-Team bezahlt wird.

Die zu füllen wird allerdings immer schwieriger. „Wir haben schon Gespräche mit Sponsoren geführt, neue Kontakte gesucht und werden das weiterhin tun, aber es ist alles nicht so einfach. Wir haben bereits viele Absagen erhalten. Und ein finanzielles Risiko wollen wir nicht eingehen“, so Figge. „Es läuft leider absolut nicht so, wie wir uns das erhofft haben“, ergänzt Lehmköster. Es wäre nicht das erste Mal, dass der TuS Uentrop aus Geld-Gründen auf den Sprung in die 1. Liga verzichtet.

Immerhin: Die kleine Sporthalle der Grundschule wird auf dem Weg ins Oberhaus diesmal kein Hindernis sein. Der Deutsche Tischtennis Bund (DTTB) signalisierte dem Verein in Vorgesprächen bereits, dass er Uentrop eine Ausnahmegenehmigung für die 1. Liga erteilen würde.

Die Melde-Frist beim DTTB endet erst im März, doch so lange wollen sich die TuS-Verantwortlichen mit ihrer Entscheidung nicht Zeit lassen. „Im Laufe des Januars wollen wir Klarheit haben, wie es für uns weitergeht“, sagt Lehmköster. Denkbar ist derzeit Vieles im Hammer Osten. Etwa der Gang in die 1. Liga mit Neuzugang oder auch ohne, falls die Spielerinnen des aktuellen Kaders dazu bereit sind. Oder das Weitermachen in der 2. Liga. Letztlich steht alles unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Lehmköster: „Alles ist total in der Schwebe.“

Noch in dieser Woche, wie verabredet nach dem Ende der Hinrunde, stehen Gespräche mit den Akteurinnen und Trainer Daun an, die mit ihren guten Leistungen überhaupt erst für das große Kopfzerbrechen gesorgt haben. „Die Damen haben super gespielt und bewiesen, dass sie eine Top-Mannschaft sind“, schwärmt Lehmköster, dem vor allem das Binnenklima des Teams gefällt: „Die verstehen sich alle gut. Das läuft völlig unproblematisch.“ Alle fünf Spielerinnen haben eine positive Einzelbilanz, die besten Alexandra Scheld (11:5/oberes Paarkreuz) und Elena Shapovalova (10:1/unten). Lediglich die Doppel-Ausbeute fällt mit nur 8:8 ab.

Die Rückrunde beginnt für Uentrop am 10. Januar mit der Partie gegen den ESV Weil. Die entscheidenden Partien im Kampf um einen der zwei direkten Aufstiegsplätze gegen MTV Tostedt (12. März), TTK Anröchte (3. April) und DJK Offenburg (17. April) finden jedoch erst geballt am Ende der Saison statt.

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