TuS Uentrop erwartet den MTV Tostedt zum Gipfeltreffen

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Freuen sich auf das Spitzenspiel gegen Tostedt: Alexandra Scheld und Nadine Sillus.

Hamm - Bei der Frage nach dem kommenden Meister waren sich die Trainer der 2. Tischtennis-Bundesliga uneins. Vier von ihnen setzten vor der Saison auf die Damen des TuS Uentrop, weitere vier auf die des TTK Anröchte. Nur ein Coach tanzte aus der Reihe: Uentrops Alexander Daun tippte auf den MTV Tostedt.

Dass er mit seiner Einschätzung nicht völlig daneben lag, zeigt der Blick auf die Tabelle. Die Niedersächsinnen stehen nach einem Viertel der Saison mit 9:1 Punkten ganz oben, der TuS mit 8:0 Zählern unmittelbar dahinter. Am Sonntag treffen die beiden Spitzenteams aufeinander (14 Uhr, Grundschule Uentrop).

Sollten die Uentroperinnen nach Anröchte (6:1) auch den zweiten Titelanwärter schlagen, wird die Frage nach dem Aufstieg stärker in den Fokus rücken als bisher. „Noch haben wir uns nicht ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftigt“, gibt Willi Lehmköster zu. „Aber wenn wir am Sonntag gewinnen, müssen und werden wir das tun.“ Von einer möglichen Vorentscheidung im Kampf um einen der Aufstiegsplätze will das TuS-Urgestein jedoch auch bei einem Erfolg nicht sprechen. Ebenso wenig wie die Spielerinnen. „Wir müssen auf dem Teppich bleiben“, warnt Nadine Sillus: „Am Ende wird abgerechnet.“

Auch Alexandra Scheld schiebt den Gedanken an das Tischtennis-Oberhaus weg. „Vor ein paar Monaten waren wir noch ein Abstiegskandidat. Ich freue mich im Moment einfach nur, dass es innerhalb des Teams stimmt, wir Erfolg haben und dass ich fit bin. Alles weitere lassen wir auf uns zukommen“, sagt Uentrops formstarke Nummer eins. „Man kann sicher schlimmere Probleme haben als über die 1. Liga nachdenken zu müssen.“

Eines zeigte sich am Sonntag beim 6:2-Sieg gegen den ESV Weil wie bereits schon in den drei vorangegangenen Partien zuvor sehr deutlich: Der Weg in die 1. Liga führt nur über den TuS Uentrop. Denn wohl kein anderes Team der Liga verfügt über einen derart ausgeglichenen Kader wie der TuS. Vor allem am unteren Paarkreuz wird die Luft für die Konkurrenz dünn. Egal, ob Sillus, Elena Shapovalova oder Jessica Wirdemann zum Einsatz kamen: in zehn Matches feierte Uentrop zehn Siege.

Doch diese Serie ist am Sonntag in Gefahr. Tostedt kommt mit Svenja Koch, die an Position drei bislang jedes ihrer sieben Einzel gewonnen hat. „Der MTV hat eine verdammt starke Mannschaft. Aber auch bei uns läuft es sehr, sehr gut. Das wird eine Partie auf Augenhöhe“, glaubt Lehmköster. Sollte es so kommen, wäre das für die Uentroperinnen schon eine enorme Steigerung gegenüber den Vorjahren. 0:6, 2:6, 1:6, 3:6 lauteten die Ergebnisse aus TuS-Sicht in den vergangenen zwei Spielzeiten. Nicht einmal in die Nähe eines Sieges kamen Uentrops Damen.

Das soll diesmal anders werden. „Es ist sicher ein Spitzenspiel, aber wir gehen da ganz gelöst rein. Wir spüren keinen Druck. Es ist ja auch nicht so, dass wir gedacht haben, dass wir ohne Minuspunkt durch die Saison gehen“, betont Scheld. Sie rechnet mit einem umkämpften Gipfeltreffen – aber ohne jedes Gift. Die Spielerinnen beider Clubs verstehen sich gut. Sie waren schon gemeinsam im Trainingslager. Und vor dieser Saison trainierte Anne Sewöster mit Uentrops Damen. Am Sonntag wird die Freundschaft ruhen.

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