Trennung im Sommer

Überraschendes Aus für Skerra und Fiebig in Lohauserholz

Jörg Fiebig (links) und Thorsten Skerra hören am Saisonende als Trainer des TuS Germania auf.
+
Jörg Fiebig (links) und Thorsten Skerra hören am Saisonende als Trainer des TuS Germania auf.

Eigentlich waren sich beiden Parteien im November einig, auch in der Saison 21/22 zusammen zu arbeiten. Nun gehen der TuS Germania Lohauserholz und seine jetzigen Bezirksliga-Trainer ab Ende Juni getrennte Wege.

Hamm – Eigentlich waren sich beide Parteien im November schon einig gewesen: Auch in der Saison 2021/22 sollten Jörg Fiebig und Torsten Skerra die erste Mannschaft des Fußball-Bezirksligisten TuS Germania Lohauserholz trainieren. Doch nach einem vor zehn Tagen im WA veröffentlichten Bericht mit Aussagen von Fiebig zum Stand der Dinge und einer anschließend kurzfristig anberaumten Videokonferenz des TuS-Vorstandes entschieden die Verantwortlichen der Germanen, die zum Sommer auslaufenden Verträge mit den beiden Coaches doch nicht zu verlängern.

„Vorstand will einen Tapetenwechsel“

Zwar nahmen beide Seiten auf Initiative von Frank Sadowsky, dem Sportlichen Leiter, Anfang dieser Woche noch einmal die Gespräche auf, fanden aber letztlich nicht mehr zusammen. „Wir wollten uns alle noch einmal an einen Tisch setzen. Aber das wollte der Vorstand nicht mehr, der will einen Tapetenwechsel. Und wenn er das will, dann ist das okay“, sagt Fiebig, während Skerra keinen Hehl über seine Verwunderung macht: „Das Aus im Sommer ist schon sehr enttäuschend.“

Der normale Lauf der Dinge

Für Dirk Havers, den Vorsitzenden des TuS Germania, ist die überraschende Nicht-Verlängerung der nach dieser Spielzeit auslaufenden Kontrakte der normale Lauf der Dinge. „Natürlich haben wir uns auch viele Gedanken gemacht und uns im Vorstand untereinander abgestimmt. Aber manchmal kommt man dann zu einem Punkt, wo es nicht mehr passt und man so eine Entscheidung treffen muss. So ist das Tagesgeschäft“, erklärt der Vorsitzende. Ähnlich beschreibt Sadowsky, seit Februar 2020 in Lohauserholz tätig, die Situation im Hammer Westen. „Ja, es gab eine Einigung. Aber dann kamen noch zwei, drei Punkte hinzu, die dazu geführt haben, dass es nach dieser Saison zu einem Schnitt kommt. Bei einigen Sachen waren wir auf dem gleichen Weg, bei einigen nicht.“

Keine offizielle Begründnung für die Entscheidung

Über die Gründe für die Demission zum Saisonende wollen aber weder der Vorstand noch die beiden Trainer etwas sagen. „Das sind interne Geschichten“, betont der Vereinsboss. Und auch Skerra sowie Fiebig wollen nicht weiter ins Detail gehen. „Es ist legitim und auch okay, wenn man sich anders entscheidet. Aber uns hat keiner gesagt, warum es nicht mehr passt. Daher kann ich zu den Gründen nichts sagen“, stellt Fiebig klar. Und Skerra erklärt: „Ich denke, es sind wohl eher persönliche Gründe. Ich habe immer wieder Dinge angesprochen, die nicht optimal laufen, wobei ich da niemanden beleidigt oder denunziert habe. Aber offensichtlich passte das dem Vorstand nicht.“

Entscheidung in einer Videokonferenz

Fakt ist allerdings, dass sich sowohl der Vorstand als auch die beiden Coaches zu Ende des vergangenen Jahres einig darüber waren, die gemeinsame Reise fortzuführen. Lediglich ein paar Kleinigkeiten galt es laut Fiebig und Skerra noch zu besprechen. „Es gibt ein paar vertragliche Dinge, die wir geklärt und festgezurrt haben wollen. Wenn die Dinge geklärt sind, werden wir verlängern“, hatte Fiebig vor einer Woche gegenüber dem WA betont. Diese Äußerungen müssen dem Vorstand wohl nicht gefallen haben. Denn einen Tag nach der Veröffentlichung in der Zeitung berief Havers eine Videokonferenz mit seinem Vorstandskollegen ein, in der dann beschlossen wurde, die Zusammenarbeit mit den Trainern im Sommer zu beenden und dass eine Neubesetzung auf diesem Posten gewünscht sei. Über diese Entscheidung wurden beide Trainer durch eine Whatsapp-Nachricht informiert – und daran wurde nun auch trotz des erneuten Versuchs des Zusammenkommens nichts mehr geändert. „Das hätte man einfacher haben können und das direkt im November sagen können. Daher ist das schon sehr enttäuschend“, merkt Skerra an. Und Fiebig ergänzt: „Man sollte doch ehrlich und vernünftig miteinander umgehen.“

Verpflichtungen bis Saisonende nachkommen

Dennoch steht es für die beiden Trainer, die sich mit ihrem Team nach einem schwachen Saisonstart bis zur Unterbrechung Ende Oktober auf Rang zwölf und damit einen Nicht-Abstiegsplatz vorgearbeitet hatten, auch außer Frage, dass sie bis zum Saisonende ihren Verpflichtungen nachkommen werden. An einen vorzeitigen Abgang aufgrund der Entscheidung des Vorstands verschwenden sie keine Gedanken. „Klar gibt es ab und zu Reibereien mit dem einen oder anderen Spieler. Aber wir haben ein gutes Verhältnis zu der Truppe und hängen an dem Verein. Wir werden alles dafür tun, dass wir, wenn die Saison fortgesetzt wird, den Klassenerhalt schaffen“, stellt Fiebig klar.

Und auch A-Lizenz-Inhaber Skerra, der neben der ersten Mannschaft die B-Junioren trainiert und zuletzt drei Jahre lang als Jugendleiter tätig war, betont: „Das ist mein Verein. Der liegt mir sehr am Herzen. Und ich stehe bei den Jungs im Wort. Manche von unseren Spielern habe ich schon in der Jugend trainiert. Und die Mannschaft kann ja nichts dafür, dass es zwischen den Trainern und dem Vorstand nicht passt. Daher werden wir das bis zum Saisonende durchziehen, wir lassen die Jungs auf keinen Fall im Stich.“

„Tolle Mannschaft mit vielen Perspektivspielern“

Auch für die Zukunft hoffen die beiden Trainer, dass das Team in dieser Konstellation zusammen bleibt und mit Verstärkungen sowie einem neuen Coach den Blick in der Bezirksliga auch wieder mehr nach oben richten kann. „Das ist eine tolle Mannschaft mit vielen Perspektivspielern. Die Jungs verstehen sich gut. Ich würde mich jedenfalls freuen, die weiter in den grünen Trikots spielen zu sehen, wenn ich dann in der nächsten Saison mal als Zuschauer am Platz bin“, sagt Skerra, der unbedingt weiter die B-Junioren des TuS trainieren will. „Das ist doch eine ganz andere Geschichte. Wenn das da auslaufen würde mit mir, dann würde dieses Nachwuchsteam so vielleicht nicht mehr zusammen bleiben.“

Sadowsky ist nun mit der Aufgabe betraut worden, einen neuen Coach für die kommende Spielzeit zu finden. Fiebig und Skerra machen sich ebenfalls auf die Suche, sie würden gerne weiter zusammenarbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare