Null Punkte, 6:29 Tore

TuS sucht Lösungen - „So schlecht ist die Mannschaft nicht“

Thorsten Heinze (grünes Trikot) und der TuS Wiescherhöfen kämpfen um den Klassenerhalt.
+
Thorsten Heinze (grünes Trikot) und der TuS Wiescherhöfen kämpfen um den Klassenerhalt.

Thorsten Heinze, Trainer des Fußball-Landesligisten TuS Wiescherhöfen, hatte vor dem jüngsten Auftritt beim FC Viktoria Heiden auf ein „Duell auf Augenhöhe“ gehofft, in dem die Tagesform entscheidend sein würde. Am Ende stand ein 0:7 (0:4).

Hamm - Es war eine weitere bittere Pleite auf der rasanten Talfahrt mit null Punkten und einem Torverhältnis von 6:29 aus den ersten sechs Spielen. „So richtig erklären kann man das gar nicht. Zuerst haben wir gedacht, die Kondition sei ein Faktor, aber wenn du schon in den ersten 25 Minuten drei Dinger kassierst, dann hat das eher andere Gründe – zum Beispiel die Einstellung einiger Spieler“, sagt Co-Trainer Thorsten Berger.

Auch im 5-4-1 auf den Außen anfällig

Wie schon beim 0:1 zuvor gegen Haltern II, das auf Besseres hoffen ließ, setzte das Trainerduo in Heiden auf ein 5-4-1. Die Idee dabei: „Dass du die Seiten dicht hast mit kurzen Wegen“, sagt Berger. Doch der TuS ließ sich über außen auskontern, und das stets nach dem gleichen Muster: Angriff bis zur Grundlinie, Pass in den Rücken der Abwehr, Abschluss. Nutznießer im Spiel seines Lebens: Fünffach-Torschütze Niklas Möllmann. „Man bespricht das ja vorher und in der Halbzeit immer wieder, aber letztlich wird es nicht umgesetzt“, sagt Berger. „Und da muss sich dann jeder Spieler selber hinterfragen, ob er mit dem Kopf dabei ist.“

Hoffnung bleibt, Skepsis ebenfalls

Dass die Mannschaft es besser kann, hat sie nicht nur gegen Haltern bewiesen. Doch auch nach der mit großem Willen erarbeiteten Überraschung im Kreispokal gegen Oberligist Rhynern fiel die Motivationskurve einiger am Sonntag darauf wieder stark ab. Die Folge war eine 2:6-Pleite bei der Gemener Westfalia, die ebenfalls auf einem Abstiegsplatz gelistet ist. „Haltern und Heiden haben es dann erneut gezeigt: Du spielst mit fast gleicher Elf, aber du hast komplett unterschiedliche Leistungen.“

Die Hoffnung bleibt, die Skepsis ebenfalls. „Die Spiele gegen Rhynern und Haltern beweisen ja, dass es nicht so aussehen müsste, wie es aussieht“, sagt Berger, aber auch: „Man kann ja verlieren, auch fünf Mal am Stück. Aber die Höhe gibt einem zu denken. So etwas erlebe ich in meinen 40 Jahren Fußball auch zum ersten Mal.“ Bereits vor dem Saisonstart hatte Kapitän Jens Greitemeier, wegen einer Verletzung noch ohne Einsatz, gesagt: „Für uns geht es eindeutig darum, den Klassenerhalt zu schaffen. Die Mannschaft muss sich aber noch weiter entwickeln.“ Will heißen: Der aktuelle Leistungstand reicht über die Saison gesehen nicht aus.

Derzeit zeigt die Leistungskurve sogar eher nach unten. „Obwohl wir alles angeboten haben: zusätzliches Lauftraining, Testspiele, ein Trainingslager...“, sagt Berger. „Wir werden jetzt das Gespräch mit den Spielern suchen, um herauszufinden, woran es genau liegt. Die Trainingsbeteiligung ist da das eine, das Umsetzen von Vorgaben das andere. Wir müssen dringend einen Faden finden, den man aufnehmen kann.“ Krisensitzung sei dennoch das falsche Wort.

„Überlegen, was falsch gemacht haben“

Arbeiten kann das Gespann Heinze/Berger im Moment weiter ohne Druck von oben: „Der Vorstand hält still, vielleicht müssen wir uns auch mit ihm mal zusammensetzen“, sagt Berger, und: „Dass wir irgendwann zur Disposition stehen, ist ja auch klar. Auch Thorsten und ich setzen uns ja zusammen und überlegen, was wir im Zweifel falsch gemacht haben.“

Die Hoffnungen von Heinze und Berger ruhen vor den schwierigen Spielen gegen die direkten Konkurrenten Herbern und Altenberge nicht nur darauf, dass ab sofort einige Spieler auch ihren Teil der Verantwortung annehmen, sondern auch darauf, dass die verletzten Becker, Sorge, Renk und Greitemeier zurückkehren. In Heiden standen, inklusive der Torleute, nur 16 Spieler im Aufgebot. Hoffnung macht ebenfalls, dass in diesem Monat mit dem Kreispokal-Achtelfinale, voraussichtlich gegen Oberligist Hammer SpVg, und mit dem Ligaspiel gegen IG Bönen zwei Kracher warten, die – ähnlich wie die Duelle mit Rhynern und Haltern – bestätigen sollen: „So schlecht ist unsere Mannschaft nicht. Sie muss das, was sie kann, nur auf den Platz bringen.“ Das aber halt nicht nur sporadisch...

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare