Fußball

TuS Lohauserholz im Krisenmodus: Bezirksliga-Schlusslicht schaut schon Richtung Winterpause

Im Krisenmodus: Jörg Fiebig (links) und Thorsten Skerra, Trainer des TuS Germania Lohauserholz.
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Im Krisenmodus: Jörg Fiebig (links) und Thorsten Skerra, Trainer des TuS Germania Lohauserholz.

Der TuS Germania Lohauserholz ist im Krisenmodus. Das Schlusslicht der Fußball-Bezirksliga wartet weiter auf den ersten Punktgewinn. 

Dass der TuS Germania Lohauserholz nach vier Spieltagen nicht Tabellenführer in der Fußball-Bezirksliga sein wird, davon waren die Verantwortlichen bereits vor der Saison ausgegangen. „Denn mit dem TuS Freckenhorst und RW Westönnen hatten wir in den ersten zwei Partien zwei starke Gegner“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Mario Bürger. Dass der TuS aber mit null Punkten und einem Torverhältnis von 4:15 das Tabellenende ziert und bereits fünf Zähler Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz hat, damit hatte im Lager der Germanen aber auch niemand gerechnet. „Es ist eine Mischung aus allem“, wie Trainer Thorsten Skerra sagt, die für die niederschmetternde Bilanz verantwortlich ist.

Da ist zuerst die hohe Zahl an Ausfällen zu nennen. So fielen vor der dem Ortsderby am Sonntag bei der Hammer SpVg II (0:3) neben Daniel Riemer, Umut Efe und dem langzeitverletzten Torwart Niklas Sell (Kreuzbandriss) kurzfristig auch noch Markus Betke, Finn Hunter und Tarek Alkadi aus. „Das ist leider eine halbe Stamm-Mannschaft gewesen“, sagt Skerra, der aber auch noch weitere Gründe nennt.

Die Einstellung ist im Fokus

So führt der Coach neben den nicht einsatzfähigen Akteuren vor allem die mangelnde Einstellung an. Dabei hatten er und sein Trainerkollege Jörg Fiebig vor zwei Wochen noch eine Mannschaftssitzung abgehalten und mit den Spielern über die aktuelle Lage gesprochen. „Und wir dachten, wir sind danach auf einem guten Weg“, meint Skerra. „Aber was die Jungs dann am Sonntag bei der HSV gezeigt haben, das war schon sehr ernüchternd. Trotz der vielen Ausfälle hat jeder der Spieler, die zum Einsatz gekommen waren, den Anspruch, in der Bezirksliga zu spielen. Aber am Ende mussten wir ja von Glück reden, dass es nicht noch schlimmer als nur 0:3 gekommen ist. Es haben ja fast alle Grundtugenden gefehlt. Lediglich unser Torwart Kevin Kersten hat Normalform gezeigt.“

Daher waren Frank Sadowsky als Sportlicher Leiter und Mario Bürger nach der Partie auch direkt in die Kabine geeilt und hatten mit der Mannschaft über ihre Leistung gesprochen. „Es fehlt derzeit an allen Ecken und Kanten. Wir können uns alle nicht erklären, warum das, was im Training einstudiert wird, nicht umgesetzt wird. Das ist eine eigenartige Situation“, erläutert Bürger. „Daher haben wir den Spielern nach dem Abpfiff die Situation vor Augen geführt und ihnen deutlich gemacht, was die Uhr geschlagen hat. Denn es läuft nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Daniel Riemer wird schmerzlich vermisst

Dass die aktuelle Lage mit der Personalpolitik vor der Spielzeit in Zusammenhang steht, glauben die Verantwortlichen allerdings nicht. Denn der TuS hatte keinen externen Neuzugang verpflichtet, sondern ausschließlich auf Akteure aus der Reserve und der eigenen Jugend gesetzt. „Damit sind wir die letzten zwei, drei Jahre immer gut gefahren“, meint Bürger. Und Skerra fügt hinzu: „Die jungen Leute brauchen Zeit, aber die haben wir derzeit nicht. Als Gianluca Di Vinti und Luca Carow vor zwei Jahren hochkamen, fanden sie eine intakte Mannschaft vor und konnten sich in Ruhe entwickeln. Jetzt aber müssen die jungen Spieler sofort Leistung bei uns bringen.“ Denn die erfahrenen Akteure, die eigentlich die Mannschaft führen sollen, zeigen nicht ihre Normalform oder fallen wie Daniel Riemer aus. „Dadurch fehlt uns das Rückgrat im Team. Und wenn wir dann mal einen Nackenschlag bekommen, gehe die Köpfe sofort runter“, bestätigt Skerra.

Mit dem SVE Heessen, der am Sonntag durch den Sieg über Freckenhorst noch einmal Selbstvertrauen getankt hat, wartet am Mittwoch im Nachholspiel die nächste hohe Hürde auf die gebeutelten Germanen. „Das wird sicherlich nicht einfacher“, weiß Skerra, der vor allem darauf setzt, dass sich Riemer für dieses Derby wieder fit melden wird. „Daniel strahlt Torgefahr aus und kann die Mannschaft mitziehen“, betont Skerra. „Wir werden da jedenfalls alles versuchen.“

Im Winter könnte es personelle Veränderungen geben

Dennoch werfen die Verantwortlichen den Blick bereits Richtung Winterpause und denken darüber nach, ob und wie sie auf die Talfahrt der vergangenen Wochen reagieren können. „Derzeit können wir ja nichts machen. Aber wenn es weiter nicht nach Wunsch läuft, dann müssen wir in der Winterpause personell nachbessern“, stellt Bürger klar und hofft, dass der Rückstand zum rettenden Ufer dann nicht schon uneinholbar groß ist.

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