Westfalia Rhynern feiert einen 4:2-Erfolg in Hüls

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Matteo Fichera traf zum zwischenzeitlichen 1:3.

MARL -  Das war nichts für schwache Nerven: Bis zur 82. Minute sah es so aus, als ob sich die Oberliga-Fußballer des VfB Hüls und Westfalia Rhynerns auf matschtiefem Platz einem 1:1 entgegenackern würden. Doch dann wurde plötzlich alles anders. Philipp Hanke eröffnete mit seinem Tor zum 1:2 (82.) eine turbulente Schlussphase, in der noch drei weitere Treffer zum 2:4-Endstand fielen. Für Rhynern war es bereits der achte Sieg im zwölften Saisonspiel.

„Es war eine sehr intensive Partie, wenn auch fußballerisch nicht auf höchstem Niveau. Beide Mannschaften haben sich reingeknallt. Wir hatten am Ende das Momentum auf unserer Seite – und sicherlich auch etwas Glück“, sagte Rhynerns Trainer Björn Mehnert, dessen Freude über den Drama-Sieg jedoch getrübt war. Denn Matthieu Bengsch hatte sich in der ersten Halbzeit bei einem Zusammenprall mit Tolgahan Capakli eine Platzwunde sehr nah am Auge zugezogen und wurde noch während des Spiels in eine Spezialklinik nach Recklinghausen gefahren.

Zum Zeitpunkt seines Ausfalls (33.) sah es gut aus für Rhynern. Felix Krellmann hatte die Gäste nach einem Eckball von Philipp Hanke früh in Führung gebracht (8.) – und auch danach stellten sie das bessere Team. Der quirlige Hanke (19., 29.), der für den erkälteten Lennard Kleine in der Sturmspitze begann, und Torben Menne (38.) vergaben jedoch Chancen, das 0:2 nachzulegen.

Die Gastgeber, in dieser Saison auf eigenem Rasen bis gestern noch unbesiegt, enttäuschten dagegen über weite Strecken der ersten Halbzeit. Torjäger Marco Onucka kam mit einer Ausnahme (15.) nicht gefährlich vor das Tor des unterforderten Christoph Hunnewinkel. Und doch schaffte Hüls noch vor der Pause den Ausgleich. Wie aus dem Nichts markierte VfB-Kapitän Andre Koch nach einer Ecke das 1:1 (45.) – „verdient, weil wir gepennt haben“, schimpfte Mehnert.

Die Partie wurde in der zweiten Halbzeit zwar nicht besser, dafür aber ausgeglichener und chancenreicher. Markus Kaya (52., 53.) und Onucka (70.) vergaben für Hüls. Auf der Gegenseite verpassten Christoph Debowiak (58./nach Doppelpass mit Adem Cabuk), der für Bengsch eingewechselte Matteo Fichera (63., 64.) und Markus Maier (71.) das 1:2. Das fiel dann elf Minuten später. Felix Bechtold schickte Hanke steil, der mit dem Ball am Fuß noch 30 Meter lief, ehe er ihn eiskalt im langen Eck versenkte (82.).

Das war das Startsignal für eine irre Schlussphase. Nur Sekunden nach dem Wiederanpfiff musste Rhynerns starker Rechtsverteidiger Michael Wiese einen Kaya-Schuss von der Linie kratzen. Kurz darauf schickte Schiedsrichter Jonas Seeland den lautstark mitgehenden Mehnert hinter die Absperrung. Von dort aus sah der Gäste-Coach, wie Fichera – erneut nach langem Pass von Bechtold – den Ball halb im Liegen zum 1:3 ins Tor bugsierte (88.). „Da dachte ich, es ist entschieden“, sagte Krellmann. War es aber nicht, denn Kaya antwortete postwendend mit dem 2:3 (89.). Es dauerte bis zur dritten Minute der Nachspielzeit, ehe Hanke die Rhyneraner mit seinem Schuss zum 2:4 in das vom mit nach vorne gestürmten VfB-Keeper Rafael Hester verlassene Tor erlöste. - sst

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