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TTC GW Bad Hamm schlägt sich achtbar gegen Erstligist Werder Bremen

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Von: Karsten Steenbrede

Florian Bluhm gab alles und verlor sein Einzel gegen Bremens Gerassimenko erst nach fünf Durchgängen.
Florian Bluhm gab alles und verlor sein Einzel gegen Bremens Gerassimenko erst nach fünf Durchgängen. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Es war das auf den ersten Blick klare und erwartete Ergebnis. Mit 0:3 unterlag der TTC Grün-Weiß Bad Hamm dem Erstligisten SV Werder Bremen im Achtelfinale des DTTB-Pokals.

Hamm - Doch trotz zweier krankheitsbedingter Ausfälle leisteten die Gastgeber dem haushohen Favoriten aus Norddeutschland in der ersten K.o.-Runde viel Gegenwehr. „Uns hat ausgerechnet im Spiel des Jahres das Krankheitspech verfolgt“, ärgerte sich Martin Vatheuer, Hamms Vorsitzender. „Sowohl Gerrit Engemann als auch Laurens Devos liegen mit Fieber im Bett.“

Weil neben Hamms Nummer zwei und dem zweifachen Paralympicssieger auch der Japaner Jo Yokotani nicht zur Verfügung stand, erhielten Andre Bertelsmeier und Pekka Pelz die Chance, sich mit den Bremer Weltklassespielern zu messen. „Natürlich waren wir nach den Ausfällen von Gerrit und Laurens enttäuscht. Aber wir haben dann gesagt, dass wir nicht auf das Endergebnis der Mannschaft, sondern individuell auf jedes einzelne Spiel schauen. Und da haben wir uns sehr gut verkauft“, lobte TTC-Coach Henk van Spanje die Moral und den Kampfgeist seines Teams.

Bluhm hat Gerassimenko am Rande der Niederlage

Die gut 60 Zuschauer in der Sporthalle des Hammonense-Gymnasiums bekamen sofort ein attraktives Match mit langen und spektakulären Ballwechseln geboten. Hamms Abwehrspieler Florian Bluhm fand gegen Kirill Gerassimenko gut in die Partie, brachte die Topspins der Nummer 45 der Weltrangliste mit seinen langen Noppen von der Rückhandseite immer wieder lang und flach zurück und sorgte mit seinen Schnittvariationen auf der Vorhand dafür, dass der Kasache sich Fehler im Angriff leistete. Der Bremer wurde im zweiten Satz stärker, platzierte häufig gegen die Laufrichtung von Bluhm und wurde bei seinen Vorhandschüssen sicherer. Mit mehr eigenen Offensivaktionen überraschte der klassische Abwehrspieler seinen Kontrahenten im dritten Durchgang und ging verdient mit 2:1 in Führung. Nach dem Satzausgleich gelang es Bluhm am Anfang des entscheidenden fünften Durchgangs nicht, seine Chancen zu nutzen. So zog Gerassimenko davon und behielt die Oberhand.

15-jähriger Bertelsmeier nimmt Falck einen Satz ab

Vor einer schier unüberwindbaren Hürde stand der erst 15-jährige Andre Bertelsmeier, der es mit dem amtierenden Vizeweltmeister Mattias Falck zu tun bekam. Der junge Hammer überzeugte mit einer starken Aufschlagannahme und mutigem Topspinspiel. Nach verlorenem ersten Durchgang gelang Bertelsmeier, der den groß gewachsenen Schweden häufig auf den Wechselpunkt anspielte, mit einem 11:8 der viel umjubelte 1:1-Satzausgleich. Falck leistete sich in dieser Phase viele einfache Fehler auf der Rückhand und brachte seine harten Vorhandschläge mit der kurzen Noppe nicht platziert genug ins Ziel. Dennoch hatte die Nummer neun der Weltrangliste in den entscheidenden Situationen immer noch die Möglichkeit, in Bezug auf Schlaghärte und Platzierung seinen jungen Gegenüber zu toppen. Beispielhaft dafür stand der vierte Satz, in dem Falck nach einem 0:4 elf Punkte in Serie erzielte. Dennoch wurde Bertelsmeier für seine couragierte Leistung mit viel Applaus bedacht.

„Florian war beim 2:3 nah dran und hatte die besten Chancen auf einen Sieg. Das war ein richtig attraktives Spiel“, bilanzierte van Spanje. „Und Andre hat gegen den Vizeweltmeister super mitgespielt.“ Im dritten Einzel lieferte sich Pekka Pelz gegen Marcelo Aguirre meist kurze Ballwechsel, da beide Akteure die schnelle Entscheidung suchten. Der Hammer war in jedem Satz nah dran, doch es fehlten immer Nuancen zum Erfolg. „Pekka hat gezeigt, dass er in Zukunft ein wertvoller Spieler für die Mannschaft sein kann“, so van Spanje. „Wir können insgesamt nur zufrieden sein. Wir haben heute schönes Tischtennis gesehen und auch mit der kompletten Mannschaft verlieren wir normalerweise gegen Bremen.“

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