Tischtennis

TTC GW Bad Hamm macht Grenzau den Garaus

Gerrit Engemann TTC GW Bad Hamm
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errit Engeman

Mit einem 3:1-Erfolg über Erstligist TTC Zugbrücke Grenzau zog Zweitliga-Vertreter TTC GW Bad Hamm ins Viertelfinale um den DTTB-Pokal ein - und sorgte damit für eine Überraschung.

Hamm – Nachdem der 11:9-Erfolg von Laurens Devos im fünften und entscheidenden Satz gegen seinen Gegenspieler Ioannis Sgouropoulos perfekt war, gab es für die Spieler des TTC Grün-Weiß Bad Hamm kein Halten mehr. Gerrit Engemann, der sich in der Hallentür bereits auf das mögliche letzte Match der Begegnung vorbereitet hatte, riss beide Arme in die Luft, sein Teamkollege Olaf Kosolosky sprang von seinem Stuhl auf, und Ersatzmann Andre Bertelsmeier sowie die wenigen Offiziellen in der Halle machten sich auf, um dem jungen Belgier zu seinem Coup zu gratulieren. Denn nicht weniger als das war der 3:1-Erfolg, mit dem die GW-Grünschnäbel gerade dem TTC Zugbrücke Grenzau im Achtelfinale um dem DTTB-Pokal den Garaus gemacht hatten. Ohne Spitzenspieler und Routinier Pavel Platonov war das neu formierte Hammer Team als Außenseiter in die Partie gegen den klassenhöheren Erstligisten gegangen – und hatte seine kleine Chance auf den Einzug ins Viertelfinale doch eiskalt genutzt. „Unglaublich, dass wir gewonnen haben“, staunte GW-Akteur Gerrit Engemann, mit 21 Jahren gegen Grenzau ältester Hammer.

Die Partie der Tischtennis-Traditions-Klubs begann perfekt für die Grünweißen. Denn Devos startete gegen den Rumänen Cristian Pletea sehr konzentriert, machte wenig Fehler und hatte taktisch immer die richtige Antwort gegen den zunehmend unzufriedener werdenden Gästeakteur. „Die Statistik spricht mit 60:40 Prozent für ihn“, hatte Devos eine einfache Erklärung für den Unmut seines gleichaltrigen Kontrahenten, mit dem er sich schon bei vielen Turnieren gemessen hat. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich gewinnen würde.“ Tat er aber – und das mit 3:1-Sätzen am Ende sogar recht deutlich.

„Laurens hat gut begonnen gegen Pletea. Das und meine Partie gegen Sgouropoulos sind 50:50-Spiele. Da kann es 2:0 oder 0:2 auf dem Papier stehen. Es stand dann 1:1“, sagte Engemann, der in seiner Partie, wie schon im Finale der U21-EM 2019, knapp das Nachsehen gegen den Griechen hatte. Wieder ging die Partie über die volle Distanz, und wieder musste Engemann am Ende seinem Dauerkontrahenten gratulieren. „Ich hab auch ein gutes Spiel gemacht, aber knapp verloren. Der Knackpunkt war der vierte Satz, wo ich schlecht begonnen habe. Da hat er die Taktik umgestellt, das Spiel über ´kurz-kurz‘ aufgebaut. Aber das Team hat gewonnen – nur das zählt.“

Dass das überhaupt möglich war, lag auch am dritten Grünweißen, der gegen Grenzau zum Einsatz kam. Olaf Kosolosky, der zweite belgische Neuzugang neben Devos im GW-Team, sah im ersten Satz gegen Aleksandar Karakasevic nicht so aus, als würde er den Routinier der Gäste ernsthaft gefährden können. Gegen die gefühlvolle Rückhand des Serben fand er zunächst kein Mittel, stellte dann aber sein Spiel um und brachte den 42-Jährigen zunehmend in Bewegung. Am Ende standen ein schließlich souveräner Fünf-Satz-Erfolg und die 2:1-Führung der Grünweißen. „Karakasevic ist ein sehr erfahrener Spieler, der vielleicht nicht seinen besten Tag hatte“, urteilte Engemann. „Aber Olaf hat taktisch sehr gut gespielt.“ Aus der Hoffnung auf den Sieg war plötzlich eine reale Möglichkeit geworden – mit zwei Matchbällen für die Gastgeber.

Dass Devos den ersten davon gegen Sgouropoulos nutzte, ging schon ein Stück über die Überraschung hinaus. Denn: „Wir haben schon oft gegeneinander gespielt“, sagte der Belgier. „Aber ich habe noch nie gewonnen. Meistens ging es 4:0 oder 4:1 für ihn aus.“

Dieses Mal nicht, weil sich der Neu-Hammer auch ohne Publikum in der Sporthalle des Hammonense-Gymnasiums zur Höchstleistung pushte. Nach zwei beherzten Sätzen lag Devos bereits mit 2:0-Sätzen vorn, ehe er in den nächsten beiden Durchgängen in den entscheidenden Phasen zu verhalten agierte, was der Grieche zum Satzausgleich nutzte. Als der dann auch noch im finalen Abschnitt der Partie ein 6:3 vorlegte, sprach nicht mehr viel für Devos. Doch der Linkshänder schüttelte sich, spielte fortan wesentlich mutiger und drehte die Begegnung so mit sechs Punkten in Folge zur eigenen 9:6-Führung. Sgouropoulos kam zwar noch einmal auf 10:9 heran – doch der letzte Ball ging an den Hammer. „Laurens hat sehr stark, sehr variabel gespielt“, lobte Engemann. „Wenn er so weitermacht, haben wir auch eine Chance im Viertelfinale.“ Welche Mannschaft er sich wünscht? „Nach Möglichkeit einen schlagbaren Gegner“, sagte er. „Aber den gibt es da nicht mehr. Darum nehmen wir, was wir kriegen.“

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