ASV reist selbstbewusst zum Gastspiel in Friesenheim

+
Rückt in den Abwehr-Mittelblock: Fabian Huesmann.

Hamm - Es war ein Spiel mit Folgen. Mit überaus positiven, versteht sich. Der Überraschungscoup bei GWD Minden, noch dazu mit einer personell ziemlich gebeutelten Mannschaft, „tat uns richtig gut“, sagt Niels Pfannenschmidt, Trainer des ASV Hamm-Westfalen. Mit 27:25 hatte sein Team den Tabellenzweiten der 2. Handball-Bundesliga, den neben dem HC Erlangen heißesten Aufstiegsanwärter, in die Schranken gewiesen. Und das nicht etwa glücklich, sondern absolut verdient.

„Das haben die Jungs richtig gut gemacht. Wir hatten unseren Matchplan, und den haben wir durchgezogen. Das war beeindruckend“, verteilte Pfannenschmidt ein großes Lob an sein Team, das am Montagabend mit großer Geschlossenheit geglänzt hatte.

Die wird auch am Sonntag (17 Uhr) erforderlich sein. Dann gastiert der Tabellenfünfte bei der einen Rang besser postierten TSG Ludwigshafen-Friesenheim, die im Gegensatz zum ASV einen Doppelspieltag zu bestreiten hat: Denn am Freitag gastieren die „Eulen“ beim TuS Ferndorf. Einen Vorteil für sein Team mag Pfannenschmidt daraus aber nicht ableiten. „Die haben ein Heimspiel, da wird man sowieso zusätzlich gepusht“, so der Trainer.

Und da ist ja noch die prekäre Personalsituation beim ASV. Jakob Macke, Markus Fuchs, Ondrej Zdrahala und Savvas Savvas stehen den Hammern weiterhin nicht zur Verfügung. Und zu allem Überfluss kommt mit Marian Orlowski (Magen-Darm-Infekt) höchstwahrscheinlich auch noch der dritte Halblinke im Aufgebot auf die Liste der Ausfälle. Da die Lemgoer Youngsters zeitgleich in der 3. Liga im Einsatz sind, muss Pfannenschmidt darüber hinaus auf die Dienste von Mario Bergen verzichten. Gerade die beiden letztgenannten Personalien haben noch einmal gravierende Auswirkungen auf den Innenblock in der Deckung. „Wir sind am Rande des Möglichen. Ich bin jede Woche am Basteln“, sagt der Trainer – und „beförderte“ Fabian Huesmann im Training in die Abwehrzentrale an die Seite von Jan Brosch. Der war seinerseits selbst beim Gastspiel in Minden gerade erst nach längerer Krankheit wieder in den ASV-Kader zurückgekehrt. Brosch unterstrich mit einer starken Leistung prompt seinen Stellenwert. „Er ist enorm wichtig für die Mannschaft“, sagt Pfannenschmidt, der Toni Mrcela und David Wiencek aus dem Oberliga-Aufgebot mit nach Rheinland-Pfalz nehmen wird.

Doch sämtliche Bedenken im Vorfeld wegen der Personalprobleme und der daraus resultierenden Schwierigkeiten im Trainingsbetrieb wischt der Coach beiseite. Und betont lieber mit Blick auf die Begegnung in Minden und das dort gewonnene Selbstvertrauen, dass sich sein Rumpf-Team auch in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle nicht kampflos ergeben werde: „Man hat gesehen, was im Handball alles möglich ist. Es gibt immer eine Chance.“

Was abermals Geschlossenheit, hohe taktische Disziplin und Variabilität, ein konzentriertes Auftreten mit einer geringen Fehlerquote sowie eine gute Torhüterleistung voraussetzt. Attribute, die übrigens auch zu den Markenzeichen der „Eulen“ gehören. „Da sind wir pari“, meint der ASV-Coach, der aber weiß, dass am Vorabend seines 42. Geburtstages eine „ganz schwere Aufgabe“ auf seine Mannschaft wartet. Und „ein ganz anderes Spiel als in Minden“, weil GWD in erster Linie von den individuellen Qualitäten seiner Spieler zehrt. Friesenheim „kommt auch über die Mannschaft, über die Kompaktheit“, erklärt Pfannenschmidt.

Und die lebt von ihrer Mischung, verfügt über eine Reihe junger deutscher Akteure. Aber gerade die erste Sechs der TSG weist viel Erfahrung auf angesichts von Akteuren wie Gunnar Dietrich, Nico Büdel, Stefan Lex oder Philipp Grimm, dazu steht mit Kevin Klier ein außergewöhnlich guter Schlussmann im Kasten. Gerade in kniffligen Situationen beordert „Eulen“-Trainer Benjamin Matschke gerne seine „Routine-Fraktion“ auf das Parkett – und eine stattliche Zahl knapp gewonnener Partien in dieser Saison verdeutlicht, wie wertvoll diese Maßnahme ist. „Das ist eine abgezockte Truppe“, sagt Pfannenschmidt. „Aber wir fahren selbstbewusst dahin.“ Und mit der Hoffnung auf einen weiteren Überraschungscoup.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare