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Trotz Corona: ASV am Mittwoch gegen Dresden

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Von: Günter Thomas

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Harz oder Hospital? Der Einsatz des werdenden Vaters Matej Mikita (links mit Teamkollege Dani Baijens) gegen den HC Elbflorenz Dresden ist noch fraglich.
Harz oder Hospital? Der Einsatz des werdenden Vaters Matej Mikita (links mit Teamkollege Dani Baijens) gegen den HC Elbflorenz Dresden ist noch fraglich. © Reiner Mroß

Vier Spieler und das Trainerteam des HC Elbflorenz Dresden sollen vor dem Spiel der 2. Handball-Bundesliga beim ASV Hamm-Westfalen am Mittwoch (19.15 Uhr/Westpress Arena) mit Covid 19 infiziert sein. Der Antrag der Gäste auf Verlegung der Partie wurde aber abgelehnt.

Hamm – Während die Telefonleitungen zwischen Dresden, Köln und Hamm noch heiß liefen, um die Frage zu klären, ob die Partie der 2. Handball-Bundesliga zwischen dem ASV Hamm-Westfalen und dem HC Elbflorenz Dresden am Mittwoch (19.15 Uhr/Westpress Arena) denn überhaupt stattfinden wird, saß Michael Lerscht mit seiner Mannschaft im Gruppenraum der Arena: Videoanalyse des kommenden Gegners stand auf dem Programm.

In die Vorbereitung auf das Spiel wollte der ASV-Trainer die äußeren Umstände möglichst erst gar nicht einfließen lassen. „Natürlich ist es so, dass wir bis Montag nicht zu 100 Prozent wussten, was Sache ist“, sagt Lerscht. „Aber die spielleitende Stelle hat entschieden, dass die Partie stattfindet – und danach fragt ja keiner mehr, wie unsere Vorbereitung war. Dann ist nur noch wichtig, was auf der Anzeigentafel steht.“

Dass die besondere Situation der Dresdner die sportliche Vorbereitung auf die Partie zu einer Lotterie werden lässt, steht aber fest. Denn: Dem ASV-Trainer ist nicht bekannt, welche Dresdner Spieler – nach Medienberichten sind es vier – durch die Corona-Infektion betroffen sind und ausfallen werden – nur, dass der Trainerstab infiziert ist, wurde seitens des HCE bestätigt. „Letztlich ist es für uns ja genauso, als wenn beim Gegner Spieler verletzt sind oder wenn, wie zuletzt in Coburg, der Trainer gewechselt hat“, sagt Lerscht. „Dann weißt du ja auch nicht, wie die anderen auflaufen werden.“

Dass die Gäste genug Klasse auf die Platte bringen – egal, in welcher Besetzung sie antreten werden –, steht für den Hammer Trainer aber fest. „Der Kader von Dresden hat wirklich Qualität. Das ist für mich nach wie vor eine Topmannschaft in der Liga“, betont Lerscht. „Dresden war in der vergangenen Saison bereits Vierter und hat mit Michael Schulz, René Zobel und Christoph Neuhold noch einmal viel Qualität dazu gewonnen. Und in einem Spiel ist alles möglich – wir wissen, dass wir ans Maximum gehen müssen.“

Neben den individuellen Fähigkeiten weisen die Gäste viel Variabilität in der Deckung auf. „Die können ihre 6:0 sehr offensiv interpretieren, haben auch schon eine 5:1 oder 4:2 gezeigt“, so Lerscht. „Da müssen wir uns auf viele Zweikämpfe einstellen. Und offensiv haben sie fünf Rechtshänder mit hoher Qualität.“

Dass die Gäste gar ohne den etatmäßigen Coach und Ex-ASVer Rico Göde auf der Bank spielen müssen, macht die Situation doppelt brisant. „Natürlich ist es wichtig, dass ein Trainer da ist, der von Außen Einfluss nehmen kann“, sagt Lerscht. „Aber irgendein Offizieller muss ja da sein – vielleicht setzt sich Manager Karsten Wöhler auf die Bank. Vielleicht ist Rico Göde irgendwie mit der Bank verbunden und coacht von zuhause. Dresden kann genug Qualität aufs Feld schicken, die das kompensieren kann. Kleine Gruppen sind oft zu Großem fähig.“

Auf Hammer Seite wird voraussichtlich der komplette Kader dabei sein – allein hinter dem Einsatz von Matej Mikita steht aufgrund der anstehenden Geburt seines Nachwuchses weiter ein Fragezeichen. „Das Kind ist noch nicht da, hat aber natürlich Vorrang. Wenn Matejs Frau kurz vor dem Spiel oder in der Pause in die Klinik eingeliefert wird, dann kann er dorthin fahren.“

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