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Trio des SK Germania fit für die Rollhockey-EM in Portugal

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Von: Günter Thomas

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Die EM-Teilnehmer des SK Germania: Christoph Rindfleisch, Lucas Karschau und Liam Hages (von links).
Die EM-Teilnehmer des SK Germania: Christoph Rindfleisch, Lucas Karschau und Liam Hages (von links). © Reiner Mroß / Digitalfoto

Jetzt noch infizieren? „Das wäre besonders blöd...“, sagt Christoph Rindfleisch, einer von drei Spielern des SK Germania Herringen, die mit der deutschen Rollhockey-Nationalmannschaft in der kommenden Woche im portugiesischen Peredes die Europameisterschaft bestreiten.

Hamm - Der Torjäger möchte gar nicht daran denken, was passieren würde, wenn das eintreffen würde. „Dann müsste wahrscheinlich die ganze Mannschaft in Quarantäne.“ Die Teilnahme des deutschen Teams am kontinentalen Turnier, die ohnehin lange in der Schwebe gestanden hatte, wäre dann nicht mehr möglich.

Fit für den sportlichen Höhepunkt

Doch bislang fühlen sich Rindfleisch, Lucas Karschau und Liam Hages fit und vor allem bereit für den sportlichen Höhepunkt, der am Freitag zunächst um 11 Uhr mit dem Flug von Düsseldorf nach Frankfurt und von da weiter nach Porto beginnt. „Der Verband hat dann vor Ort ein Haus etwas außerhalb von Porto angemietet, in dem wir uns als Mannschaft möglichst abschotten können“, sagt Karschau, der die Mannschaft als Kapitän führen wird. „Aber bei den Spielen können wir die Kontakte natürlich nicht vermeiden.“

Was die Vorfreude der drei Herringer auf das Turnier aber nicht schmälert. „Wir sind heiß auf die Euro“, versichert Karschau. Generell auf Rollhockey, sogar. Denn nachdem die drei am Sonntag und Dienstag die letzten zwei Einheiten vor dem Turnier im Kreis der Nationalmannschafts-Kollegen bestritten haben, rollten sie auch noch am Donnerstag zum Vereinstraining in die Glück-Auf-Halle, ehe die Koffer gepackt wurden.

Konkurrenz qualitativ gewaltig

Dass der Auftrag in Portugal einer Mammutaufgabe gleicht, wissen die drei Herringer. Die Konkurrenz ist – ebenfalls den Corona-Bedingungen geschuldet – quantitativ klein – qualitativ aber gewaltig. Neben Gastgeber Portugal ist mit Spanien, Frankreich, Italien und Andorra nur das Beste vor Ort, was der europäische Rollhockey-Sport zu bieten hat. Übermächtig – wenn man die Kräfteverhältnisse zwischen den Profis aus Südeuropa und den deutschen Amateuren passend beschreiben mag.

Der Turniermodus lässt die Germanen auf alle Gegner treffen, ehe am Sonntag dann zum Abschluss die Platzierungsspiele anstehen. „Unser Ziel ist es, mindestens Fünfter zu werden“, beschreibt Rindfleisch die Ausgangslage. „Andorra schlagen und vielleicht die eine oder andere Überraschung schaffen, um vielleicht sogar ins Spiel um Platz drei zu kommen.“ Sein Kapitän sieht es ähnlich, will vor allem, dass sich sein Team „gut präsentiert. So, dass die anderen Nationen nachher sagen: Die Deutschen dürfen nicht fehlen.“

Große Konkurrenz im Kader

Für ihn ist es, wie für Liam Hages auch, bereits das elfte große Turnier mit der Nationalmannschaft, während Rindfleisch erst das dritte Mal dabei ist. Nervös ist er deshalb nicht. „Es ist immer noch etwas Besonderes für mich, dabei zu sein“, sagt der 25-Jährige. „Vor allem, weil man die Leute alle kennt. Bis auf zwei, drei Positionen ist das ja die gleiche Mannschaft wie bei den letzten Turnieren. Zu den Jüngeren zähle ich mich aber nicht mehr.“

Nicht zuletzt deshalb hofft er darauf, in Portugal im Team von Bundestrainer Tobias Wahlen einen weiteren Schritt nach vorne zu machen, auch wenn er seine Ansprüche nur vorsichtig formuliert: „Ich würde gerne eine wichtigere Rolle spielen als bei den letzten Turnieren, füge mich aber gerne ein.“

Zumal er weiß, dass die Konkurrenz auch im deutschen Kader groß ist. Mit Otto Platz (RAC St. Brieuc/Frankreich), Mats Zilken (HC Alpicat/Spanien) und Max Thiel (Corregio Hockey/Italien) sind mittlerweile drei Spieler von neun nominierten Feldspielern des Kaders im Ausland aktiv. Und auch die eigenen Vereinskollegen beanspruchen ihren Platz im Team. „Wir haben schon eine gute Mannschaft“, sagt der Recklinghäuser – auch wenn mit dem vierten Herringer, Torhüter Timo Tegethoff (privat verhindert), der Stammtorhüter und damit eine wichtige Stütze fehlt.

Auftaktspiel zu später Stunde

Am Sonntag um 18.30 Uhr darf das Team in Peredes zum Abschlusstraining die Halle inspizieren. Am Montag folgt dann zu später Stunde um 22.45 Uhr deutscher Zeit der erste Hammer gegen Portugal. „Ich kann mir Schlechteres vorstellen, als ein Auftaktspiel in wahrscheinlich voller Halle gegen den Gastgeber“, sagt Rindfleisch. Egal, wie es ausgehen mag.

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