2:1-Sieg in Lippstadt

Traumstart für die Hammer SpVg

Jochen Höfler

LIPPSTADT Auf diesen Treffer hätten die Fans des Lippstädter Fanclubs gerne verzichtet. Wegen eines Protests gegen Stadionverbote hatten sie die ersten 20 Minuten des Oberliga-Auftaktspiels zwischen dem SV Lippstadt und der Hammer SpVg hinter der Tribüne verbracht – und damit die ersten beiden Tore des Spiels gar nicht mitbekommen.

Als schließlich Jochen Höfler per Foulelfmeter den Hammer 2:1 (1:1)-Siegtreffer erzielte /76.) waren im weiten Rund des Lippstädter Waldschlösschens nur noch die Jubelschreie der Akteure der Hammer SpVg zu hören.

HSV-Coach Goran Barjaktarevic hatte sein Team im Vergleich zum Pokalspiel in Husen-Kurl auf zwei Positionen geändert. Für den Magen-Darm-erkrankten Trifon Gioudas kehrte Manuel Lenz zurück zwischen die Pfosten, und der zuletzt gesperrte Dursun Akdag übernahm den Platz von Emre Demir in der Startaufstellung und nahm den Platz von Seyit Ersoy im zentralen defensiven Mittelfeld ein. Ersoy rückte dafür neben Jochen Höfler in die Spitze des 4-4-2-Systems.

Ein paar scharfe Spitzen hatten die Vereinsverantwortlichen bereits im Vorfeld gegeneinander abgeschossen. Es wurde alles getan, um dem jeweiligen Gegner die Favoritenrolle zuzuschieben – für die Partie, aber auch für die gesamte Saison. „Meistens ist der Erfolg da am größten, wo auch die Möglichkeiten am größten sind – und deshalb heißt mein Topfavorit Hamm. Die müssen quasi hochgehen“, hatte SVL-Coach Daniel Farke deutlich gemacht, wo seiner Meinung nach am meisten Geld in der Oberliga Westfalen ausgegeben wird. Der Sportliche Leiter der HSV, Achim Hickmann sprach gar von „einer Sensation“, sollten die Hammer zum Auftakt in Lippstadt gewinnen, und Barjaktarevic lobte „die enorme Qualität“ des Lippstädter Kaders. Immerhin war sich die Konkurrenz schon vor dem Anstoß darüber einig, dass beide Mannschaften zu den heißesten Aufstiegs-Anwärtern der Liga gehören.

Nach ein paar warmen Saison-Eröffnungsworten von Hermann Korfmacher, Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW), legten die Mannschaften auf dem Platz ziemlich schnell die Zurückhaltung ab. Es waren gerade einmal fünf Minuten gespielt, als der Ball hinter Lenz im Netz zappelte. Lippstadts Marcel Ramsey hatte einfach einmal aus halblinker Position zu einem trockenen Schuss angesetzt, und der HSV-Keeper sah den Ball offensichtlich nicht rechtzeitig.

Der Jubel der Gastgeber war noch nicht ganz verhallt, da stand es schon 1:1. Lenz fing einen Lippstädter Freistoß von Benjamin Kolodzig ab und leitete sofort den Konter ein. Einen langen Pass von Dennis Jungk auf Sven Preissing und dessen flache Hereingabe vor das Tor später drehte Jochen Höfler jubelnd ab (7.) – auch dank der freundlichen Hilfe von SVL-Torhüter Marcel Höttecke. Denn der ehemalige Keeper des Bundesligakaders von Borussia Dortmund ließ den Ball wieder aus den Händen gleiten und gab Höfler so die Gelegenheit, das frei liegende Spielgerät ins Tor zu schieben.

Zwei Treffer, die Wirkung hinterließen. Denn beide Teams agierten fortan wesentlich zurückhaltender. Und so bedurfte es eines krassen Lippstädter Abwehrfehlers, um die nächste Großchance einzuläuten. Doch Seyit Ersoy schlenzte den Ball völlig frei stehend am Tor vorbei (16.). Auf der anderen Seite sorgte ein abgefälschter Schuss von Lars Schröder für Gefahr (33.).

Nach der Pause blieb die Partie wie zuvor – intensiv, ausgeglichen und ohne echte Torraumszenen. Ein paar Distanzschüsse – mehr gab es für beide Torhüter lange nicht zu halten. Bis Lippstadts Moritz Kickermann seinen eigenen Schlussmann prüfte und Höfler den Abpraller nur noch ans Außennetz setzen konnte (71.).

Vier Minuten später agierte Moritz Zimmermann zu unbeholfen gegen Semih Yigit. Der HSVer fiel, und Schiedsrichter Philip Holzenkämpfer zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt (76.). Jochen Höfler ließ sich die Chance nicht nehmen. güna

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