Mehnert mit dem 1:1 gegen Lippstadt zufrieden

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Thanh Tan Tran freut sich mit Felix Krellmann (8) über seinen Kopfballtreffer zum 1:1-Ausgleich.

HAMM - Selten hat man Björn Mehnert nach einem Unentschieden so zufrieden gesehen wie gestern Abend nach dem 1:1 (1:1) im Oberliga-Nachhholspiel gegen den SV Lippstadt. „Wir haben gegen eine der stärksten Mannschaften der Liga vor der Pause unsere beste Hälfte der Saison gezeigt“, lobte Rhynerns Trainer sein Team. „Verständlich, dass wir dieses Tempo nicht über die vollen 90 Minuten gehen konnten.“

Unter dem Strich empfand Mehnert die Punkteteilung nach der Partie vor 400 Zuschauern am Papenloh auch als gerecht. „Man darf nicht vergessen, dass Lippstadt mit dieser Mannschaft schon in der Regionalliga vertreten war“, betonte der Westfalia-Coach.

Zu Beginn der Nachholpartie des 17. Spieltages war deutlich zu sehen, dass die Gäste nach 13 Begegnungen ohne Niederlage mit sehr breiter Brust in Rhynern antraten. Denn in der Anfangsphase hatten die Gastgeber Mühe, sich zu ordnen. Und das nutzte Lippstadt gleich mit dem ersten gefährlichen Angriff zur Führung aus. Der sehr agile Marcel Ramsey, der oft kaum von Ball zu trennen war, setzte sich auf dem linken Flügel zunächst gegen Rhynerns Verteidiger Michael Wiese durch. Seine Flanke klärte Westfalia-Kapitän Dustin Wurst zwar per Kopf, doch der Ball landete genau auf dem Fuß von Lars Schröder, der nicht lange zögerte und per Direktabnahme aus zwölf Metern dieses Geschenk zum 0:1 (12.) annahm.

Es spricht für die gute Moral der Gastgeber, dass sie diesen Treffer locker wegsteckten, selbst immer mehr die Initiative übernahmen und auch zu Chancen kamen. Allerdings in erster Linie durch Standards. „Die sind schon eine gefährliche Waffe“, bestätigte Mehnert, der in Philipp Hanke und Felix Bechtold über zwei exzellente Freistoßschützen verfügt und in Michael Wiese zudem einen Mann hat, der den Ball von der Seitenauslinie bis in den Fünfmeterraum werfen kann. Lippstadt zeigte sich bei diesen Aktionen sehr anfällig. Wie in der 27. Minute, als Tim Neumann nach einem Freistoß von Hanke von der rechten Seite frei zum Kopfball kam, SV-Schlussmann Marcel Höttecke das Leder noch mit einer Reflexbewegung über den Querbalken lenkte.

Fünf Minuten später fiel dann aber doch der verdiente Ausgleich. Hanke trat diesmal einen Freistoß von der linken Seite. Und mit Than Tan Tran verlängerte ausgerechnet Rhynerns kleinster Akteur den Ball mit dem Hinterkopf zum 1:1 ins Tor. Nur kurz darauf hatte Rhynerns Anhang die Arme schon zum Jubeln gehoben, aber ein direkter Freistoß von Hanke aus gut 22 Metern prallte vom Innenpfosten zurück ins Feld. Höttecke wäre hier machtlos gewesen. „Mit etwas Glück hätten wir zur Pause durchaus vorn liegen können“, ärgerte sich Mehnert, dass Lippstadt mit der einzigen Chance überhaupt getroffen hatte, seine Mannschaft aber die Mehrzahl an Möglichkeiten besaß.

Fußball Oberliga: Westfalia Rhynern - SV Lippstadt 1:1

Im zweiten Durchgang sah das dann anders aus. Lippstadt ließ direkt nach dem Seitenwechsel zwei gute Chancen durch Sven Krause und Moritz Kickermann aus. Spielerisch lief es bei der Westfalia nun nicht mehr so gut. Im Aufbau wurden zu viele Bälle zu schnell verloren, weil das Passspiel oft zu ungenau war. Rhynerns einzige ernsthafte Chance in der zweiten Hälfte war nach einer Stunde ein direkter Freistoß von Bechthold, den Höttecke glänzend parierte. Anschließend musste die Partie sogar für drei Minuten unterbrochen werden, weil Lippstadts Fans unter der Tribüne Bengalos abbrannten. Die Polizei griff ein und sorgte für Ruhe am Papenloh.

Am Ende hatten die Gastgeber dann auch noch das Glück auf ihrer Seite. Lars Schröder traf in der Nachspielzeit aus halblinker Position die Querlatte. - P. Sch.

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