Nach der 0:5-Klatsche

HSV-Trainer Lewejohann hat sich entschieden – Hammer SpVg steht vor großer Veränderung

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HSV-Trainer René Lewejohann hat sich entschieden: Er bleibt.

René Lewejohann hat eine Entscheidung getroffen mit Blick auf seine Zukunft bei der Hammer SpvG. Damit kommen auf die HSV große Veränderungen zu.

Update vom 11. November, 19.53 Uhr: Hamm – René Lewejohann hatte eine kurze Nacht gehabt. Lediglich zwei Stunden hatte der Coach des Fußball-Oberligisten Hammer SpVg nach der desaströsen 0:5-Niederlage gegen die Sportfreunde Siegen, einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, schlafen können, weil in seinem Kopf viele Gedanken über seine sportliche Zukunft bei der HSV herumschwirrten. 

„Diese Partie war schon ein moralischer Tiefpunkt“, gibt der 35-Jährige, der als Tabellenletzter mit seinem Team weiter auf den ersten Saisonsieg wartet, unumwunden zu. Nach einem rund einstündigen Gespräch am Montagnachmittag mit Achim Hickmann, dem Förderer der Hammer SpVg, stand dann aber für Lewejohann fest: „Ich bleibe Trainer der HSV. Frühzeitig zu gehen und die Jungs im Stich zu lassen, hat keinen Stil. Das ist Verpissen für mich. Und so etwas mache ich nicht, das ist nicht meine Art.“

René Lewejohann bleibt Trainer in Hamm – hat aber klare Forderungen

Allerdings hat er seine Zusage, weiter für die HSV in vorderster Front zu stehen, mit klaren Forderungen verbunden. In der Winterpause soll der Kader, der sich zuletzt nicht konkurrenzfähig gezeigt hatte, personell verstärkt werden. „Vier bis fünf gestandene Spieler sollen kommen“, sagt Lewejohann. „Die ersten Gespräche haben bereits stattgefunden. Weitere werden am Mittwoch folgen.“

Lewejohann kündigt Veränderungen bei der HSV an

Dass er mit der Verpflichtung von gestandenen Akteuren, die seine Mannschaft sofort verstärken sollen und keine lange Anlaufzeit benötigen, gegen die im Sommer ausgegebene Philosophie verstößt, ist ihm dabei bewusst. „Unser Plan war es, den Weg mit jungen Leuten aus der Umgebung von Hamm zu gehen. Aber jetzt müssen wir davon abweichen. Wir wollen mit allen Mitteln die Klasse halten. Und das geht nicht nur mit Talenten“, erläutert Lewejohann. „In der Vorbereitung haben sich die Jungs ganz anders präsentiert. Aber dann kamen Sperren und Verletzungen hinzu. Und um das aufzufangen, ist der Kader nicht breit genug.“

Dennoch macht Lewejohann kein Hehl daraus, dass er von der Vorstellung seiner Mannschaft am Sonntag bitter enttäuscht war. „So ein Gesicht hatte das Team vorher noch nie gezeigt“, bestätigt er. „Das war eine Leistung, die ich als Trainer im Abstiegskampf nicht akzeptieren kann. Das wird Konsequenzen haben.“ In personeller Hinsicht sind ihm derzeit noch die Hände gebunden, um auf die Partie gegen die Sportfreunde zu reagieren. Allerdings soll im Hammer Osten nun ein anderer Wind wehen, ein deutlich rauerer. Bereits am Montagabend beim Training richtete er klare Worte an seine Schützlinge. Und auch in den Übungseinheiten wird nun noch mehr Gas gegeben: „Wenn man es fußballerisch nicht lösen kann, muss man sich auf dem Platz zumindest zerreißen. Dafür werden wir die Grundlagen legen und noch härter arbeiten.“

HSV soll unter Lewejohann fortan mauern: "Wir werden mit aller Macht unser Tor verteidigen"

Zudem will der Trainer die nächsten Partien mit einer anderen Taktik angehen. Auch das machte er seinem Team gestern klar: „Wir nehmen jetzt jede Begegnung so an, als sei es ein Pokalspiel gegen einen höherklassigen Gegner, in dem wir nur klarer Außenseiter sind. Wir werden mit aller Macht unser Tor verteidigen und vorne versuchen, ein Tor zu erzielen.“

Bis zur Winterpause will der Trainer so viele Punkte wie möglich holen, in der Rückserie soll dann mit den Neuverpflichtungen die Aufholjagd gestartet werden. „Ich lebe das mit jeder Faser meines Körpers. Ich möchte, dass der Nicht-Abstieg in der vergangenen Saison nicht an Wertigkeit verliert. Dafür opfere ich mich auf. Mein Wille ist ungebrochen.“

Ursprungsmeldung: Demnächst ohne Lewejohann? HSV-Coach denkt über Zukunft nach

Hamm – René Lewejohann wollte am Sonntagnachmittag unter keinen Umständen sein Innerstes nach außen kehren. Er rang nach den richtigen Worten, wollte es unbedingt vermeiden, etwas aus dem Frust heraus zu sagen, was er später bereuen würde. 

„Ich muss erst einmal nach Hause fahren und mir meine Gedanken machen“, sagte der niedergeschlagene Coach der Hammer SpVg nach der heftigen 0:5-Heimniederlage gegen eine Mannschaft aus Siegen, die alles andere als souverän und stark aufgetrumpft, sondern nur die zahlreichen Schwächen der HSV ausgenutzt hatte. 

"Ich versuche, die Stimmung jede Woche hochzuhalten"

Wie diese Gedanken gestrickt sind, wollte er aber nicht verraten. So kann er darüber brüten, ob es für ihn überhaupt noch Sinn macht, weiter Teil dieses Himmelfahrtskommandos zu sein. Oder er kann bereits den nächsten Matchplan für die Aufgabe am kommenden Sonntag beim SV Schermbeck aushecken. „Es ist sehr schwierig, immer wieder mit diesen Nackenschlägen umzugehen. Ich versuche, die Stimmung jede Woche hochzuhalten“, sagte er und wollte nicht näher ins Detail gehen. 

Dennoch wird er sich intensiv damit beschäftigen, dass seine Mannschaft einfach nicht stark genug besetzt ist, um in der Oberliga konkurrenzfähig zu sein, „Am Ende des Tages sieht man den Riesenqualitätsunterschied zwischen uns und jeder anderen Mannschaft in dieser Liga“, gab er unumwunden zu. „Bislang haben wir uns immer gewehrt und es gut gelöst, dass wir nicht abgeschossen werden. Aber jetzt ist es leider passiert.“

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