Andreas Pokorny hört als Trainer bei Lippe Hockey Hamm auf

HAMM ▪ Die Nachricht sorgte für einen gewaltigen Paulenschlag: Andreas Pokorny legt sein Amt als Trainer des Eishockey-Oberligisten Lippe Hockey Hamm mit sofortiger Wirkung nieder.

„Für mich ist jetzt Feierabend“, verkündet der 42-Jährige in seiner dritten Saison als Coach bei den Young Stars. Ausschlaggebend war für den Ex-Nationalspieler jedoch nicht die derzeitige sportliche Situation und die hohe personelle Fluktuation innerhalb des Kaders. „Als Neuling in der Liga sind wir weiterhin absolut im Soll“, bekräftigt Pokorny, der die aktuelle Spielzeit eigentlich anständig zu Ende bringen wollte, um sich dann in Ruhe Gedanken über ein weiteres Engagement bei LHH zu machen.

Warum sich der Ex-Profi letztlich zu diesen Schritt entschieden hatte, wollte er nicht näher erläutern. „Wir haben hier in drei Jahren etwas aufgebaut, und ich wünsche dem Verein, dass er diesen Weg weiter geht“, sagt Pokorny.

Auch Thorsten Licht war von dieser Hiobsbotschaft mehr als überrascht. „Das hat sich zu diesem Zeitpunkt so nicht abgezeichnet“, beteuert der Sportliche Leiter und sprach von einem großen Verlust – menschlich wie auch sportlich. „Schließlich hat er hier nicht nur als Trainer gearbeitet, sondern auch im gesamten Umfeld etwas für den Eishockeysport in Hamm getan. Daher möchten wir uns bei ihm für seine erbrachten Leistungen bedanken und wünschen ihm alles erdenklich Gute.“

Licht war gestern während des gesamten Nachmittags darum bemüht, einen Plan B auf die Beine zu stellen, „um den Spielbetrieb für diese Saison zu sichern.“ Der Sportliche Leiter legt großen Wert darauf, dass Pokornys Nachfolger das Hammer Umfeld möglichst kenne. Die Lösung war dabei ebenso naheliegend wie logisch. Ex-Akteur Mirko Reinke, der sich im Oktober vergangenen Jahres aufgrund privater und beruflicher Gründe als Spieler zurückzog, wird die Young Stars bis zum Saisonende betreuen. „Ich wollte nicht irgendeinen Trainer von außerhalb für die restlichen Wochen verpflichten“, erklärt Licht.

Ähnlich argumentiert auch der neue Interims-Coach. „Es macht wohl mehr Sinn, dass diese Aufgabe einer übernimmt, der die Mannschaft kennt“, begründet Reinke seine Zusage. Lange gezweifelt habe er nicht, doch er holte sich zunächst das Okay seine Ehefrau ab, da der 30-Jährige aufgrund seines Berufes zeitlich ohnehin stark eingebunden ist. Daher wird er wohl auch nicht jede Trainingseinheit in der Maxi-Eishalle selbst leiten können. „Da müssen wir uns noch etwas überlegen“, sagt Reinke. Die wahrscheinlichste Variante ist, dass er sich mit Kapitän Carsten Plate austauschen wird.

Erste Erfahrungen an der Bande sammelte der 30-Jährige bereits, als er vor einigen Wochen den erkrankten Pokorny an der Bande vertrat. Und sie waren durchaus positiver Natur. Denn die Young Stars verpassten gegen Ligaprimus Dortmund einen Überraschungserfolg nur knapp. Erst zwölf Sekunden vor Schluss traf der EHC zum vorentscheidenden 1:2. „Das hat mir unglaublich Spaß gemacht“, blickt Reinke zurück.

Diesen möchte er möglichst auch nach seinem offiziellen Debüt als Trainer heute Abend um 20 Uhr noch haben. Ausgerechnet zu Reinkes Premiere steigt das Derby gegen den Königsborner JEC in einer gut gefüllten Maxi-Eishalle – LHH setzte im Zuge einer Aktion bereits 800 Karten ab. „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, sagt Hamms Interims-Coach in Hinblick auf das Duell gegen die Bulldogs. „Als Spieler wusste ich, dass das besondere Begegnungen sind. Ob das als Trainer auch so ist, werde ich dann ja sehen“, lächelt Reinke. „Aber jetzt sind die Jungs gefragt und müssen eine entsprechende Reaktion zeigen.“

Am Sonntag (19 Uhr/Eissportzentrum Westfalenhallen) geht es für die Hammer dann zum EHC Dortmund, den die Young Stars unter Reinke nur zu gerne erneut ärgern würden. Damit der Neu-Coach seinen Spaß nicht schnell wieder verliert. ▪ mg

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