Im WA-Interview

Trainer der Kreisliga-Reserven sind sich einig: "Es wäre mehr möglich gewesen" 

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Durchwachsene Leistungen zeigte bislang die Reserve des TuS Wiescherhöfen (grünes Trikot), hier im Duell gegen den BV 09 Hamm.

Der zwölfte Spieltag der Fußball-Kreisliga-A-Saison ist Geschichte. Und bei vielen Teams sind mittlerweile Tendenzen für die restliche Spielzeit zu erkennen, über die die Trainer der Hammer Reserven im WA-Interview sprechen.

Hamm - Dabei bildet sich im Tabellenkeller so langsam eine „Abstiegsgruppe“. Darunter befinden sich die Hammer-Zweitvertretungen vom TuS Wiescherhöfen (12. Platz, 6 Punkte, 17:39 Tore), TuS Lohauserholz (13. Platz, 6 Punkte, 11:37 Tore) und Aufsteiger TuS Uentrop (15. Platz, 4 Punkte, 15:47 Tore). Auf dem vorletzten Rang ist momentan noch der SV Stockum mit fünf Punkten platziert. Dementsprechend ist die Lage bei den genannten Teams schon jetzt brisant, sodass Sebastian Jakob die Trainer Jan Behnke (Wiescherhöfen II), Klodian Kola (Lohauserholz II) sowie Oliver Reinhardt (Uentrop II) zur aktuellen Lage befragte.

Wie bewerten Sie die bisher gezeigten Leistungen Ihrer Mannschaft?

Jan Behnke: Für mich waren unsere Leistungen bisher durchwachsen. Die Spiele in der Mark oder auch in Herringen waren ganz schlimm und die absoluten Tiefpunkte. Die Leistungen gegen Werne und Heessen waren hingegen richtig gut. 

Klodian Kola: Auch unsere Leistungen stimmen bisher nicht wirklich. In manchen Partien haben wir gute Ansätze gezeigt und in anderen Spielen konnten wir mit unserem Auftreten gar nicht zufrieden sein. 

Oliver Reinhardt: Bis auf zwei Ausnahmen, bei denen wir uns unter Wert verkauft haben (1:11 bei Eintracht Werne, 0:7 beim Hammer SC), kann ich mit den Leistungen einverstanden sein. Wir haben uns teilweise gegen stark favorisierte Gegner achtbar geschlagen und uns alleine mit dem Sieg gegen die SpVg aus Bönen eine Menge Respekt verschafft. 

Wie zufrieden sind Sie darüberhinaus mit der Punktausbeute mit Blick auf die bisherigen Gegner? 

Behnke: Außer gegen Werne und Herringen wäre in jeder einzelnen Partie etwas möglich gewesen. Daher müssten wir definitiv mit sechs bis neun Punkten mehr in der Tabelle dastehen. Die Jungs aus Stockum wissen bestimmt heute noch nicht, wie sie gegen uns gewonnen haben. 

Kola: Zwar haben wir gegen direkte Kontrahenten die wichtigen Punkte ergattert, aber gegen andere Gegner um so mehr liegen gelassen, obwohl deutlich mehr möglich gewesen wäre. 

Reinhardt: Auch wir können damit nicht zufrieden sein. In Spielen gegen unsere direkten Kontrahenten aus Wiescherhöfen sowie Stockum haben wir Punkte liegen gelassen. Das sind halt die Spiele, die wir unbedingt gewinnen müssen, um uns aus der Situation befreien zu können. 

Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass momentan nicht mehr zustande kommt? 

Behnke: Wir trainieren seit drei bis vier Wochen kaum bis gar nicht. Zu vielen Einheiten sind maximal neun Akteure anwesend. So kann es natürlich nicht funktionieren, sodass solche Leistungen beispielsweise gegen Werne fast einem Wunder gleichen. Da ist ja fast nicht auszudenken, was vielleicht möglich wäre, wenn wir in voller Besetzung trainieren würden. 

Kola: Auf die beste Saisonleistung gegen Werne folgte das schwächste Spiel beim BV 09 Hamm. Daher fehlt uns besonders noch die Konstanz im eigenen Spiel. Dazu muss gesagt werden dass sich die Truppe nach vielen Abgängen in einem Umbruch befindet und mit vielen neuen jungen Spielern noch eine gewisse Zeit zur Eingewöhnung benötigt. 

Reinhardt: Bei uns sind es teilweise Kleinigkeiten. In dem einen Spiel bekommen wir einen entscheidenden Gegentreffer durch einen unberechtigten Strafstoß und in einer anderen Partie macht der Gegner aus vier Angriffen vier Tore, sodass wir mit 3:4 als Verlierer vom Platz gehen. Aber es wäre zu einfach, das Pech als Grund zu sehen. Wir befinden uns weiterhin in der Phase, in der meine junge Truppe von Spiel zu Spiel dazulernt. Bei uns muss dann halt einfach alles stimmen, um zu punkten. 

Sie sprechen alle drei von unzufriedenen Phasen. Wie kann denn die Motivation innerhalb der Mannschaft beschrieben werden? 

Behnke: Auch da komme ich wieder auf die Trainingsbeteiligung zurück. Wenn diese ein Indikator für die notwendige Motivation ist, dann ist diese bei uns eher mau. Die Jungs benötigten dringend Erfolgserlebnisse, die man sich aber im Training erarbeiten muss. Nur so können wir Sonntags für einen Sieg in Frage kommen. 

Kola: Die Mannschaft ist charakterlich super aufgestellt. Wir kennen uns mit dem Abstiegskampf aus und wissen daher, worauf es ankommen wird. 

Reinhardt: Da die Jungs vieles ähnlich wie das Trainerteam sehen und es uns allen besonders um das Zwischenmenschliche geht, kommen wir da gemeinschaftlich gut klar. Natürlich würde das Ganze bei Erfolgen noch einfacher laufen, doch auch in dieser schwierigen Phase hält die Truppe zusammen und trainiert Woche für Woche hart für den möglichen Klassenerhalt. 

Momentan punktet von Ihnen, inklusive Stockum, keiner so richtig. Wen sehen Sie momentan als Favoriten gegen den Abstieg und wen hingegen besonders gefährdet? 

Behnke: Ich denke schon, dass wir sehr bald Punkte holen werden und uns folglich auch ein wenig vom Tabellenkeller absetzen können. Zu den Abstiegskandidaten zähle ich ohne den Jungs zu nahe treten zu wollen, den SV Stockum, der für mich einen sehr schwachen Eindruck hinterlässt. 

Kola: Über die anderen Mannschaften will ich kein Urteil abgeben. Ich kann nur mit voller Überzeugung sagen dass unser Kader stark genug ist, um den Klassenerhalt zu schaffen. 

Reinhardt: Ich verliere dabei auch keine Worte über andere Teams und konzentriere mich einzig auf unsere Aufgaben. Wenn wir bis zur Winterpause noch die eine oder andere Überraschung erzielen können, sehe ich eine mehr als gute Ausgangslage für die Rückrunde. Wir waren nämlich gegen kein Team von unten spielerisch unterlegen. 

Ist dabei auch auf die Unterstützung aus der ersten Mannschaft zu hoffen? Wie ist dabei die Kommunikation im Verein? 

Behnke: Bei uns ist der Austausch immer eine Option, wenngleich es wichtig ist, dass die Jungs, die dann zu uns kommen auch Bock haben und alles geben. Bislang hat das immer gut funktioniert, wobei uns aber auch zwei bis drei Spieler ausreichen. 

Kola: Wir stehen mit Torsten Skerra und Jörg Fiebig, den beiden Trainern der Ersten, im regelmäßigen Austausch und schauen von Woche zu Woche. Dann wird genau besprochen, welcher Spieler aus Verletzungsgründen und daraus entstehendem Nachholbedarf bei uns aushelfen darf. Jeder Spieler wird uns weiterhelfen können. 

Reinhardt: Es gibt mit Sicherheit viele Spieler, die man als Trainer gerne in seiner Mannschaft als Aushilfe hätte. Zuletzt war es aber bei beiden Mannschaften so, dass sie mit vielen Verletzten oder auch Kurzurlaubern klarkommen mussten. Aber wir sind davon überzeugt, dass wir auch ohne diese Hilfe von oben genügend Qualität besitzen und daher nicht von so etwas abhängig sind.

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