Fußball-Oberliga

Vertrag vorzeitig aufgelöst: HSV verliert Stammkeeper Westergerling

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Wird in der kommenden Saison nicht mehr für die Hammer SpVg das Tor hüten: Frederic Westergerling.

Nach einem Jahr im Hammer Osten ist schon wieder Schluss für Frederic Westergerling. Aus beruflichen Gründen zieht es den HSV-Keeper in die Landesliga.

Hamm – Auch in Zeiten, in denen die Coronavirus-Krise den Fußball in den Zwangsurlaub verfrachtet hat, muss die Hammer SpVg ihre Kaderplanungen vorantreiben. Hin und wieder kommen dem Tabellenschlusslicht der Oberliga dabei auch unverhoffte Wechselabsichten der Spieler in die Quere.

Erst kürzlich meldete sich Torhüter Frederic Westergerling bei der Vereinsführung mit dem Wunsch nach einer Vertragsauflösung. Der Bitte seines Stammkeepers wurde der Klub aus dem Hammer Osten nun gerecht, Westergerling wird sich zur kommenden Saison Landesligist TuS Bövinghausen anschließen. Dort trifft er auf David Loheider, mit dem er in der Hinrunde noch gemeinsam in Hamm kickte.

„Sein Wunsch fußte auf einer beruflichen Veränderung. Wir haben uns schnell geeinigt und der Vertragsauflösung stattgegeben“, erklärt Fußball-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper. Eigentlich hätte Westergerling noch einen Vertrag bis 2021 gehabt, freut sich nun aber, dass ihm der Verein keine Steine in den Weg legt. „Im Amateurfußball muss man immer die berufliche Perspektive im Blick haben“, betont der 26-Jährige.

„Ich wohne und studiere mittlerweile in Dortmund, bemühe mich derzeit zusätzlich um einen Job als Werkstudent“, begründet Westergerling den Wechsel nach Bövinghausen. Um künftig fürs Training zur Spielstätte seines neuen Klubs zu gelangen, peilt der Torwart zehn Minuten an. „Das ist eine unglaubliche Zeitersparnis.“

Seuchensaison weckt Sehnsucht nach Erfolgen

Neben der geografischen Nähe reiht sich auch die sportliche Perspektive in die Liste von Westergerlings Beweggründen ein. Immerhin sind die Dortmunder Tabellenzweiter der Landesliga und haben auch über diese Saison hinaus „die Ambitionen und den Kader, um mindestens in die Westfalenliga aufzusteigen“, ist sich der Schlussmann sicher. Außerdem ist der Student heiß darauf, Erfolge zu feiern. „Zweimal bin ich im Seniorensport schon aufgestiegen. Da habe ich Bock drauf“, sagt er entschieden.

Es spricht ein Feuer aus ihm, das in der aktuellen Seuchensaison mit der Hammer SpVg erst recht entfacht wurde. „So viele Tiefen habe ich selbst noch nicht erlebt“, merkt Westergerling an und nimmt zugleich seine Mannschaft in Schutz. „Wir sind eine extrem junge Truppe. Das hat uns zu schaffen gemacht. Aber menschlich gesehen haben wir ein super Team.“ Mit dem der Keeper unter Umständen noch gar nicht fertig ist. Denn sollte das Saisonende in spätere Sommer- oder gar Herbstmonate verschoben werden, stünden Westergerling seine letzten Spiele im Hammer Trikot noch bevor.

Spätestens aber zum Startschuss der neuen Spielzeit muss sich Blumenkemper um einen Ersatzmann bemühen. Zwar hat die HSV mit Ivan Mandusic einen Keeper in ihren Reihen, der sich zuletzt als würdiger Vertreter erwies, „aber wir werden in jedem Fall mit zwei Torhütern in die kommende Saison gehen“, versichert Blumenkemper. Die laufenden Planungen seien durch die Coronavirus-Krise jedoch an veränderte Rahmenbedingungen geknüpft. „Scouten ist überhaupt nicht möglich. Alles Weitere läuft nur noch über das Telefon.“

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